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Nagold vor dem zweiten Lockdown Der ganz große Ansturm bleibt aus

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In der Nagolder Innenstadt tummelten sich am Montag etwas mehr Menschen, als zu Corona-Zeiten üblich. Der große Sturm auf die Geschäfte blieb aber aus. Foto: Fritsch

Der Lockdown ist beschlossene Sache. Die Geschäfte müssen am Mittwoch schließen. Für den ein oder anderen, der noch Geschenke besorgen muss, wird die Zeit knapp. Auf den Straßen Nagolds tummelten sich am Montag mehr Menschen als zu Corona-Zeiten üblich. Der große Ansturm bleibt allerdings aus. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Nagold - Die 16-jährige Michelle und ihre Mutter Myriam haben ihre Weihnachtseinkäufe um ein paar Tage nach vorne verlegt. Am Montag besorgten die beiden noch ein paar Geschenke fürs Fest. "Wir haben uns gleich am Morgen auf den Weg gemacht, weil wir gedacht haben, dass dann noch nicht so viel los sein wird", sagt sie. Jedoch: "Es war dann doch etwas mehr als erwartet."

Wer am Montag durch die Innenstadt ging, sah vereinzelt sogar Warteschlangen vor vollen Geschäften und wartende Autos vor der Traube-Tiefgarage. Brechend voll waren die Straßen zwar nicht, dennoch waren mehr Menschen unterwegs als in diesen Zeiten üblich.

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"Wir haben uns auf deutlich mehr eingestellt", sagt Sascha Mozdzierz. Er ist Geschäftsführer von "Barbershop Klaus", in dem Kunden neben einem neuen Haarschnitt auch Kleidung, Pflegeprodukte und Spirituosen bekommen können. Am Montag gingen noch so einige Gutscheine und Last-Minute-Geschenke in seinem Laden über den Tisch, sagt er. Dennoch war es nicht mehr als ein durchschnittliches Weihnachtsgeschäft zu Corona-Zeiten.

Klaus Müller vom Sportladen "Müller Lauf und Sport" meint, dass mehr Menschen unterwegs waren und erklärte das damit, dass vor dem Lockdown noch schnell Einkäufe erledigt werden mussten. "Es ist etwas mehr los, als an einem normalen Montag. Der erhoffte Ansturm blieb aber aus." Er ist froh, dass er zumindest noch die zwei Tage öffnen und Kunden bei sich im Laden haben kann. "Sonst würden wir diese Kunden an die Online-Riesen verlieren." Er hätte sich aber gewünscht, dass die Einzelhändler zumindest den Rest der Woche noch bekommen hätten. Auch, um möglicherweise einen größeren Kundenandrang an den letzten beiden Öffnungstagen zu verhindern. "Aber die Gesundheit geht immer vor", sagt er zur harten Maßnahme seitens der Politik.

Petra Lorenz vom Modegeschäft "Finkenbeiner" hat für die letzten zwei Tage ihre Öffnungszeiten verlängert. Auch wenn am Montag etwas mehr Kunden bei ihr eingekauft haben, der große Andrang blieb auch hier aus. "Wir hatten die Hoffnung, dass mehr kommen." Das dürfte in den Großstädten aber anders aussehen, meint sie.

"Bescheiden", "schlecht" oder "durchwachsen"

Manch einer meidet in dieser Zeit vorsichtshalber die Innenstadt. Online kaufen oder selber kreativ sein und was basteln, das plant Jule Lehre, nachdem sie noch ein paar Einkäufe in der Stadt erledigen will. "Man möchte sich an den letzten beiden Tagen nicht ins Getümmel stürzen", sagt sie. Bei Michelle wird in der Familie dieses Jahr deutlich weniger verschenkt. Einerseits, weil die großen Familienfeiern und damit auch viele Bescherungen ausfallen. Andererseits aber auch, um nicht in die Stadt und die Geschäfte gehen zu müssen, erklärt Mutter Myriam.

Vorsichtige Kunden dürften wohl auch ein Grund dafür sein, dass das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr eher schwach ausfiel für die Nagolder Einzelhändler. "Bescheiden", "schlecht" oder "durchwachsen", so die Händler über die ansonsten umsatzstärkste Zeit des Jahres.

Nun müssen die Geschäfte aber ganz schließen. Die Händler greifen auf die bewährten Lockdown-Strategien aus dem Frühjahr zurück. "Ich bin froh, dass wir online gut aufgestellt sind", so Mozdzierz’ erste Reaktion, als der Lockdown beschlossene Sache war. Auch wenn der Online-Verkauf, der im Frühjahr eingeführt wurde, kein vollwertiger Ersatz ist, "wir haben Arbeit und es kommen Umsätze rein." Und inzwischen bestellen Kunden aus ganz Deutschland. Berlin und Hamburg seien die Hauptabsatzgebiete, erklärte er. Inzwischen habe man sich eine Klientel aufgebaut, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte: "Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf."

Auch bei "Finkenbeiner" will man während der Schließung für die Kunden weiter da sein. "Bestellungen auf jeglichem Wege" seien möglich, so Petra Lorenz. Über Web-Verkaufsportal, soziale Medien oder klassisch per Telefon können Kunden Kontakt aufnehmen.

Ähnlich sieht es auch bei Klaus Müllers Sportgeschäft aus. Er erinnerte sich, wie man während der Schließung im Frühjahr per Video-Telefonkonferenz die Kunden virtuell durch das Geschäft geführt hat, um ihnen die Waren zu zeigen. Er hofft darauf, dass Stammkunden sein Geschäft in dieser Zeit wieder unterstützen werden. Der Lockdown kam nicht unerwartet, meinte er. Als "sparsamer Schwabe" habe er zudem für schlechte Zeiten genug auf die Seite gelegt. Dennoch bereitet ihm die Zukunft sorgen: "Das Virus wird auch nach dem 10. Januar noch da sein. Was danach kommt, das weiß keiner."

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