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Nagold Von wegen "concerto serioso"

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Gogol und Mäx verbinden Comedy mit Musik und Akrobatik.Foto: Trommer Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Konzert mit klassischer Musik ist oft eine ernste Angelegenheit – doch bei Gogol und Mäx wird alles auf den Kopf gestellt, und der Zuschauer befindet sich abwechselnd in einem Zirkus, einem Varieté oder in den Alpen.

Nagold. Das Bühnenbild in der Alten Seminarturnhalle zeigt eine altmodische und etwas plüschige Einrichtung, vom Samtvorhang über die prächtige Wandbespannung bis hin zu den Porträts bekannter Komponisten verspricht das Ambiente einen stimmungsvollen Konzertabend. Auch der Pianist entspricht diesem Rahmen – in Frack und mit Pomade im Haar eine vornehme Erscheinung. Assistiert wird ihm von Mäx, der in den ersten Minuten des Abends noch den Eindruck macht, wirklich hilfreich zu sein. Seine übergroßen Schuhe verraten jedoch, dass er hier eher der dumme August ist. Sein vermeintliches Ansinnen, das Klavier mit der großen Trommel rhythmisch zu unterstützen, kehrt sich ins Gegenteil um, und bald übertönt die Trommel die Klänge des Pianos. Und schon wirft er mit Tennisbällen auf den Klavierspieler und ins Publikum, und es dauert nicht lange, da liegen beide auf dem Klavier und spielen vierhändig von oben. Gogol und Mäx sind auf jeden Fall musikalisch und gelenkig. Sie kommen fast ohne Worte aus, lediglich die Musikstücke werden angekündigt und jedes Mal betont Gogol, es sei ein "concerto serioso" und wie auch das Publikum bald ergänzt vor allem "solo".

Dazu kommt es im Verlauf allerdings niemals und was Mäx da so alles einfällt, ist unglaublich. Nachdem die Büste von Johann Sebastian, die den turbulenten Auftritt tatsächlich stoisch auf dem Klavier übersteht, von ihrer Schutzhaube befreit wurde, verwandelt sich die Haube in eine rustikale Mütze für Mäx. Der wird zum Alpenbewohner und versucht ein Konzert mit Kuhglocken mit dem Titel "concerto bavarica basta". Passend dazu taucht als nächstes ein riesiges Alphorn auf der Bühne auf, obwohl von Gogol eigentlich ein Musikstück von Franz Liszt angekündigt wurde.

Auch Instrumente, die wohl eher der musikalischen Früherziehung dienen, kommen zum Einsatz. Ein "Running Gag" des Abends wird der Vorschlag von Mäx, "La cucaracha" zu spielen. Dies trägt ihm einen so bösen Blick von Gogol ein, dass er dies nur noch heimlich versucht und bei verschiedenen Gelegenheiten und mit den verschiedensten Mitteln versucht er immer wieder, diesen Gassenhauer anzustimmen.

Auch Notenständer sind hier anders als im Orchestergraben, sie haben entweder ganz biegsame Beine oder lassen sich zu enormer Höhe aufziehen, was die Künstler zu den komischsten Verrenkungen zwingt. Normalerweise streicht ein Geigenbogen über Saiten, hier allerdings über ein Xylophon. Sie zeigen großen körperlichen Einsatz, Mäx springt schon mal rückwärts in einen großen Eimer, aus dem ihn Gogol auf etwas umständliche Weise befreit. Als er den Vortrag mit der Klarinette stört, nimmt Gogol ihm diese weg und steckt sie in eine Blumenvase auf dem Klavier. Hindert das Mäx? Nein: er klettert auf das Klavier und spielt fortan "clarinette aqua".

Schlauch mit Trichter wird zum Blasinstrument

Aus dem Bühnenbild kommt ein absurdes Gestell zum Vorschein, an dem die beiden ihr akrobatisches Können beweisen, sie hängen daran, einer steht auf dem anderen, und das alles um an die Noten oben heranzukommen. Ein Schlauch mit einem Trichter ist auch ein Blasinstrument, und außerdem lassen sich auch zwei davon mit einem Schlauch verbinden, eine Tuba kann auch als Kopfbedeckung dienen, was allerdings etwas außerirdisch aussieht. Außerdem können auf diese Art auch Luftballons aufgeblasen werden...

Ein Höhepunkt ist, als Gogol zur Seiltänzerin mutiert und über eine bedenklich aussehende Stange zwischen Klavier und Tuba balanciert. Sogar auf den Händen laufen kann er. Fast unglaublich, dass nichts passiert, als Mäx das Klavier anhebt und es schließlich schräg steht. Natürlich spielt er trotzdem, was von einer weiteren akrobatischen Glanzleistung von Gogol ergänzt wird, der auf einem Aufbau aus Tisch, Zylinder und Brett steht und Saxophon spielt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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