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Nagold Von Glücksgefühlen beim täglichen Job

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Das Fino-Team (von links): Kim-Leonie Kiechle, der Australian Shepherd "Soda", Melanie Gohl-Kiechle (mit Bedlington-Terrier "Karma" auf dem Arm), Danika Pflüger und Tanja Klink. Fotos: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist gerade ziemlich wuselig im Fino-Hundesalon an der Herrenberger Straße 7 in Nagold. Alle Bearbeitungstische für die lieben Vierbeiner sind besetzt, überall wird eifrig geschnippelt, gebürstet – und, na klar, auch ordentlich gestreichelt und belohnt. Mittendrin: Melanie Gohl-Kiechle.

Nagold. Sie ist die Chefin hier. Seit ziemlich exakt 25 Jahren – ein echtes Jubiläum. "Ich kann irgendwie gar nicht fassen, dass schon wieder soviel Zeit vergangen sein soll...!?" Seit damals, als sie nach der Lehre zur Kauffrau im Einzelhandel endlich "was Eigenes" machen wollte. "Mein Traumberuf war immer Friseurin", sagt Gohl-Kiechle. Aber da gab es den "Fino", den Ausstellungs-Rassepudel der Familie. Der wegen seiner Schönheit bereits einige Wettbewerbe gewonnen hatte.

Und vor jedem dieser Wettbewerbe musste "Fino" zum Friseur – zum Hundefriseur. Damit Fell, Krallen, die ganze Optik auch wirklich perfekt war auf dem Laufsteg. Denn dafür gibt es ein exaktes Reglement – das für jede Hunderasse das penibel definierte Aussehen festlegt. "Grooming" heißt das, vom englichen Wort für Pflege – wenn man sich um dieses Aussehen kümmert. Und ein "Groomer" ist damit folgerichtig im Fach-Jargon ein Hundefriseur. Da musste sich irgendwann bei der damals noch sehr jungen Melanie einfach der Gedanke aufdrängen: "Das" – mit dem Grooming – "kann ich doch bestimmt auch machen!?" Hunde und Frisieren – es war einfach die ultimative Verbindung von allem, womit sich die junge Frau am liebsten beschäftigte.

Der Papa sei skeptisch gewesen, erzählt Melanie Gohl-Kiechle heute: "Hunde scheren ist doch kein Beruf." Ist es aber doch – wenn man es ordentlich lernt. Mit Leidenschaft dabei ist. Und sich ständig weiterbildet über alle entstehenden Trends. Und eben über das strenge Reglement der Preisrichter in den Züchter-Wettbewerben der verschiedenen Hunderassen.

Junge 21 Jahre war Melanie Gohl-Kiechle alt, als sie 1994 mit ihrem ersten Hunde-Salon startete. Heute bewirtschaftet sie mit ihrem insgesamt vierköpfigen Team – mit dabei sind Tochter Kim sowie Tanja Klink und Danika Pflüger – ihren großen Retro-Barock-Salon an der Herrenberger Straße. Und seit kurzem auch eine Außenstelle in Tübingen.

Knowhow wird weiter gegeben

Ein Schlüssel des (weltweiten) Erfolgs des Nagolder "Fino"-Hundesalons: das hier versammelte Knowhow in der Fellpflege für Hunde aller Rassen wird in der hauseigenen "Groomer-Akademie" an Absolventen aus aller Herren Länder weitergegeben. Gerade sind Lehrgangsteilnehmerinnen aus Italien, Österreich und der Schweiz da – aber auch aus Singapur, Australien oder der arabischen Welt waren bereits Kandidaten hier in Nagold, um die "weltbeste Ausbildung in diesem Bereich" zu genießen.

Das letzte Zitat stammt von Danika Pflüger – die (derzeit noch) eigentlich in Denver im US-Bundesstaat Texas wohnt. Auch sie kam speziell für eine Groomer-Ausbildung bei Melanie Gohl-Kiechle in den Nordschwarzwald – obwohl sie bereits seit Jahren in ihrer US-Heimat in einem Hundesalon arbeitete. "Ich wollte mich weiterbilden, was Neues dazu lernen." Und ein deutsches Zertifikat dafür bekommen. Durch eine Internet-Recherche wurde sie auf den in Fachkreisen hoch angesehen Ausbildungs-Salon in Nagold aufmerksam – und kam für einen der mehrmonatigen Kurse nach Deutschland. Gewohnt hat sie in dieser Zeit in der Gemeinschaftswohnung der Groomer-Akademie in der Nagolder Innenstadt.

"Eine tolle Zeit, eine tolle Stadt"

"Eine tolle Zeit, eine tolle Stadt", sagt sie. Eigentlich sei sie jetzt aber auf dem Sprung zurück in die Staaten, morgen geht der Flieger. Aber nur, um dort Tschüss zu sagen – alles aufzulösen, einzupacken. Um dann spätestens im neuen Jahr zurück nach Deutschland zu kommen – "um für ›Fino‹ zu arbeiten": Danika Pflücker wird dann die neue Fino-Außenstelle in Tübingen übernehmen, immer zeitweise unterstützt von Kim Kiechle. "Die Expansion war eigentlich nicht geplant", erläutert Chefin Melanie Gohl-Kiechle dazu. "Aber ein anderer Schüler, Absolvent von mir, der das wirklich sehr gut eingeführte Geschäft in Tübingen aufgebaut hat, musste es aus persönlichen Gründen kurzfristig abgeben." Gohl-Kiechle sprang ein – vor allem, damit die Kunden ("und natürlich erst recht die Hunde") weiterhin vor Ort einen kompetenten Ansprechpartner behalten.

Allerdings: bei dieser rasanten Geschäftsentwicklung und immer neuen Aufgaben und Absolventen blieb bisher gar keine Zeit, das runde Firmen-Jubiläum so richtig zu feiern. "Das machen wir vielleicht zu Weihnachten." Wobei Melanie Gohl-Kiechle großen Wert darauf legt klarzustellen, dass die zugegeben manchmal auch lebhafte Arbeit mit den Hunden "niemals Stress" sei. "Ich wollte immer einen Job, der mir durch und durch Spaß bringt. Das habe ich erreicht." Und von den Absolventen ihrer Groomer-Akademie kenne sie genug Beispiele, wie auch diese "nach Burnouts als Lehrerin oder Polizist" eine Tätigkeit gesucht haben, wieder Fröhlichkeit und Glück in ihr Leben zurückzubringen. "Die Arbeit mit den Hunden kann das. Jeden Tag." Es sei halt wirklich ein "echter Selbstverwirklichungsberuf".

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