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Nagold Verein "Organo" zieht alle Register

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Organo-Chefin Gaby Mitschke (Zweite von rechts) überreicht die Spenden an den zweiten Kirchengemeinderatsvorsitzenden Nhat Kha Bui, was auch Kantorin Waltraud Götz (links) freut. Foto: Guimouza Foto: Schwarzwälder Bote

Die katholische Kirche in Nagold verfügt über ein Relikt der Kirchenmusik, das seine besten Tage bereits hinter sich hat. Doch mithilfe vieler Spender will man der Kirche eine neue Orgel bescheren.

Nagold. Die Orgel der Sankt Petrus- und Pauluskirche in Nagold begleitete seit 1968 unzählige Gottesdienste und Chorproben. Doch nun geht dem Alt-Achtundsechziger langsam die Luft aus. 51 ist für eine Orgel eigentlich kein hohes Alter. Jedoch rächt sich nun die damals eher "preisorientierte" Bauweise. Durch die Pfeifen heult der Wind und "alle Register zu ziehen" ist technisch längst nicht mehr möglich. Defekte oder fehlende Töne werden von der geübten Orgelfachfrau Waltraud Götz zwar gekonnt überspielt, jedoch ist dies selbstverständlich keine Dauerlösung für die sich mehrenden Mängel. Ebenso wenig sinnvoll erscheint es, immer und immer wieder neue und vor allem teure Reparaturen an dem Instrument zu veranlassen. Ein neues Instrument muss her – und das ist nicht billig, denn jede Orgel ist ein maßangefertigtes Unikat. "Es geht vor allem darum, eine gewisse Zahl an Registern und Pfeifen zur Verfügung zu haben. Außerdem wäre es für Chorproben äußerst praktisch, wenn der Spieltisch versetz- und drehbar wäre", erklärt die Kirchenmusikerin Götz.

Um den Ansprüchen der Kirche genüge zu tun, wurden 300 000 Euro veranschlagt. Zwei Drittel der Kosten übernimmt die Kirche selbst. Das verbleibende Drittel muss durch Spenden aufgebracht werden. Eigens für diesen Zweck wurde 2014 der Förderverein "Organo" ins Leben gerufen.

Viele innovative Ideen zur Spenden-Akquise

Dessen Ideen zur Spendenakquise sind kreativ und vielfältig. So wurden unter anderem Konzerte, Kuchenverkäufe und Frühstücke angeboten. Auch organisierte man Auftritte von Kabarettgrößen wie Mike Jörg und Thomas Schwarz, deren Erlös dem Projekt zugute kam. Zusätzlich organisiert der Verein Orgelexkursionen oder verkaufte beispielsweise kleine Dinkelkissen in Form von "Orgelmäusen", hölzerne "Orgelhasen" oder leckere "Orgelwurscht mit Laugepfeifle", um den Traum von der neuen Orgel zu verwirklichen. Das jüngste Projekt des Vereins ist ein Benefiz-Konzert auf dem Kirchplatz am kommenden Samstag, 29. Juni, ab 21 Uhr, bei dem sich die Beteiligten mit Musik und Sekt bedanken. Auf dem Programm stehen Orgelstücke aus Barock und Romantik. Doch den bislang größten Schritt ging man in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche. Gemeinsam veranstalteten die Glaubensgemeinschaften im Sommer 2015 einen ökumenischen Basar, mit dem man dem Ziel einer neuen Orgel um rund 8000 Euro näher kam. "Die Gemeinde Altensteig benötigte 26 Jahre um das Geld für ihre neue Orgel zusammenzutragen. Diese ist zwar wirklich sehr schön geworden, dennoch hoffen wir, dass wir es in etwas kürzerer Zeit schaffen", erzählt Kantorin Götz. Dank der vielen Ideen und Spender war es im Laufe der vergangenen fünf Jahre möglich, die Hälfte des Betrags zusammenzubekommen. Götz selbst hält vier weitere Jahre für wünschenswert. Wer will, kann dem Förderverein beitreten und das Projekt mit zwei Euro monatlich unterstützten.

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