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Nagold Unvorstellbare Armut ist nur 1500 Kilometer entfernt

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Foto: Schmitt Foto: Schwarzwälder-Bote

Sie leben mit der ganzen Familie in winzigen Lehmhütten, leiden Hunger und hätten ohne die Hilfe von außen keine Perspektive: Die Einwohner des Dorfes Silivas in Rumänien. Dank engagierter Nagolder bekommen sie nun aber wenigstens ein festes Dach über dem Kopf.

Nagold/Silivas. Seit Jahren hilft der Verein Hilfstransporte und Waisenhilfe (H+W) aus Mindersbach armen Menschen in Rumänien. Sie unterstützen beispielsweise ein Kinderheim, halfen beim Bau eines sogenannten "Workshophouses" in Ocna Mures und unterstützen, dass einmal täglich warmes Essen ins Dorf gebracht wird. Zudem bringen sie in regelmäßigen Hilfstransporten Kleidung, Nahrung und weitere lebensnotwendige Dinge nach Rumänien. Das jüngste Projekt: Neue, stabile Dächer für die Häuser in Silivas, ein kleines Dorf etwa zehn Kilometer entfernt von Ocna Mures.

Daimler-Mitarbeiter Jürgen Schmitt stellte bei der Spendenaktion Pro Cent einen Antrag für H+W. Damals für einen Anbau am "Workshophouse". Schon kurze Zeit später war er mittendrin: Mit einer Gruppe des Vereins besuchte er das "vergessene Dorf" in Rumänien. Und war zutiefst schockiert über die dortige Situation. "Es sind Zustände, das kann man sich nicht vorstellen", erzählt Schmitt kopfschüttelnd. Die meisten der rund 250 Bewohner des kleinen Dorfes gehören der Minderheit der Sinti und Roma an. Sie leben mit ihren teils zehnköpfigen Familien in Lehmhütten, die maximal 20 Quadratmeter groß sind. Anstatt Glasscheiben decken lediglich Plastikfolien die Fenster ab, das Dach besteht aus Ästen und Planen. Bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius im Winter kein Wunder, dass viele Kinder nicht überleben. "Wenn man die Häuser sieht, kann man nicht glauben, dass dort jemand drin wohnt", meint Schmitt. "Es ist ein Riesen-Elend und keiner kümmert sich. Obwohl es ein EU-Land ist."

Nach dem Besuch dort, kam Karin Wahr, der Vorsitzenden von H+W und Schmitt die Idee, Spenden für den Bau von richtigen Dächer zu sammeln. Schnell druckten sie Flyer und starteten bei Facebook einen Spendenaufruf. Schmitt bat zudem auf dem Nagolder Wochenmarkt die Besucher um Spenden. Nach gerade einmal drei Monaten hatte man genug Geld beisammen, um das Projekt "Dächer von Silivas" zu realisieren.

Ein Projektteam fuhr sofort die rund 1500 Kilometer nach Silivas, maß die Häuser aus, stellte Kontakt zu Holzlieferanten und zum Schreiner her. Attila Pal, Leiter des Kinderheims in Ocna Mures und Pastor Nico Gatea standen den Nagoldern dabei helfend zur Seite. Als Deutscher sei es schließlich nicht ganz leicht, das alles in Rumänien zu organisieren, erzählt Wahr. So aber klappte alles. "Wir haben den Einwohnern dann gesagt, wann ihr Haus dran ist. Voraussetzung war, dass sie bis zu diesem Zeitpunkt ihr altes Dach selbst abbauen. Ansonsten hätten sie warten müssen, bis die anderen dran waren", so die Vereinsvorsitzende. Dank dieser Regelung kamen der Schreiner und sein Gehilfe schnell voran. 26 Häuser haben mittlerweile ein neues, stabiles Dach. Acht stehen noch aus. Dann hat das gesamte Dorf zumindest ein wenig mehr Lebensqualität. Die Menschen sind in ihren Häusern vor Wind und Regen geschützt und bei Schneefall bricht das stabile Dach nicht ein. "Attila Pal hat erzählt, dass sich die Situation schon verbessert hat", freut sich Karin Wahr. "Vor allem das soziale Miteinander läuft jetzt besser."

"Wir geben damit vor allem den Kindern eine Perspektive"

Zusammen mit der Bildung, die die Kinder durch die örtliche Grundschule erfahren, das "Workshophouse", in dem sie eine Art Ausbildung machen können und dem beinahe täglichen warmen Essen, sei dem Dorf schon viel geholfen, resümieren die Nagolder.

"Wir geben damit vor allem den Kindern eine Perspektive", meint Schmitt. "Wir wollen ein Zeichen setzen – ihr seid nicht allein." Einen besonderen Dank richtet die Vorsitzende von H+W an die zahlreichen Spender und Helfer. Allen voran Kassiererin Erla Wurster. "Ohne sie alle wäre es nicht gegangen."

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