Die seit 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Nagold und Jesenice wurde vertieft. Die Nagolder Delegation zeigte sich begeistert von der slowenischen Gastfreundschaft und Herzlichkeit.
Fulminanter hätte der Festakt zum 30-jährigen Partnerschafts-Jubiläum kaum ausfallen können: Das Sinfonie-Orchester der Musikschulen aus den beiden Partnerstädten präsentierte im Theater Tone Cufar Jesenice ein Festkonzert voller musikalischer Höhepunkte.
Gleichzeitig besiegelten die Rathauschefs Peter Bohinec und Jürgen Großmann an diesem Abend nochmals die Freundschaft feierlich per Urkunde – und auch persönlich.
Wie Nagolds OB bei dieser Gelegenheit unterstrich, werden die Themen „Europa, Sicherheit, Freiheit und Wohlstand gelingen, wenn wir erfolgreiche Städtepartnerschaften haben“.
Zudem hatte Jürgen Großmann an diesem verlängerten Wochenende den Eindruck gewonnen: „Wir Nagolder sind auch ein bisschen Bürger von Jesenice.“ Zusammen mit seinem Amtskollegen Peter Bohinec teile er die Überzeugung, dass mit Städtepartnerschaften „die Grundlagen für Europa geschaffen werden“.
Wunderwerkzeuge der Diplomatie
Eine besondere Ehre für alle Beteiligten bildete an diesem festlichen Abend sicherlich der Besuch des deutschen Botschafterehepaars Natalie Kauther und Adrian Pollmann – von dem die Botschaft in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana im Jobsharing geleitet wird. Wie die Botschafterin in ihrem Grußwort betonte, liegen gerade die Städtepartnerschaften der Bundesregierung besonders am Herzen.
Sie sprach von 30 Jahren gelebtem deutsch-slowenischem Austausch – und bezeichnete die Freundschaft zwischen Nagold und Jesenice als „Leuchtturm unter den deutsch-slowenischen Partnerschaften“. In den Augen von Natalie Kauther sind gerade die Städtepartnerschaften „Wunderwerkzeuge der Diplomatie“.
Als OB Großmann beim Festakt feststellte, dass die gut 100-köpfige Delegation aus Nagold ein wunderbares Begegnungswochenende erlebt habe, gab es viel Beifall. Denn in der Tat zeigten sich die Besucher aus dem Schwarzwald begeistert und tief beeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft, mit der sie in Jesenice empfangen wurden.
Mächtig ins Zeug gelegt
Der hohe Stellenwert, den die Partnerschaft in Slowenien genießt, wurde bei vielen Gelegenheiten deutlich.
Gleich zur Begrüßung in der Kulturhalle hatte beispielsweise Theater-Direktorin Branka Smole betont: „Diese Städtepartnerschaft bedeutet uns sehr viel“, doch auch Bürgermeister Peter Bohinec machte immer wieder klar, wie dankbar man in Slowenien für die Nagolder Unterstützung nach dem Hochwasser und der Erdrutschgefahr im vergangenen Jahr war. Entsprechend hatten sich die Gastgeber zusammen mit den Nagolder Partnerschaftskomitee beim Programm mit etlichen Highlights ins Zeug gelegt.
Sei es beim festlichen Konzert zum 150-jährigen Bestehen der Blaskapelle Jesenice-Kranjska Gora, bei dem auch die slowenische Staatspräsidentin Natasa Pirc Musar zu Gast war – oder bei der Einweihung des neuen Platzes der Freundschaft in Jesenice. Auf diesem Platz wurde gemeinsam von Jürgen Großmann und Peter Bohinec das Nagolder Jubiläumsgeschenk enthüllt. Die vom früheren slowenischen Kulturminister und Bildhauer Zoran Poznic gestaltete Skulptur soll die Verflechtung von Kulturen und Beziehungen symbolisieren – und sie wird abends auf dem Platz der Freundschaft beleuchtet.
Vier hochinteressante Tage
Weitere Programmpunkte waren eine gemeinsame Fotoausstellung der Fotoclubs aus Nagold und Jesenice, oder die Jubiläumsparade der Blaskapelle Jesenice-Kranjska Gora, an der auch die Nagolder Stadtkapelle mitwirkte – sowie gemeinsame Ausfahrten der Radfahrer aus den Partnerstädten.
Nach vier anstrengenden, aber auch hochinteressanten Tagen war es für Holger Ehnes als Präsident des Partnerschaftskomitees „super-großartig, wie sehr sich unsere Gastgeber angestrengt haben – und dass die Freundschaft gegenseitig ist“.
Auf der Rückfahrt lobte OB Großmann besonders den Nagolder Kulturamtschef Philipp Baudoin für die „Meisterleistung bei der Organisation“ des verlängerten Wochenendes mit vielen Höhepunkten. Erfreulich in seinen Augen aber ebenso, dass die Nagolder Ehrenbürger Rainer Prewo und Jean-Marc Fournel ebenfalls mit nach Jesenice gereist waren.