Dagmar Weber empfindet ihre ehrenamtliche Arbeit als "großes Glück".Foto: St. Elisabeth-Stiftung Foto: Schwarzwälder Bote

Ehrenamt: Das Stationäre Hospiz St. Michael kann auf ein Dutzend ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zurückgreifen

Sie schenken Zeit, haben ein mitfühlendes Herz, und sie versuchen stets ein offenes Ohr zu haben. Im Stationären Hospiz St. Michael in Nagold sind ehernamtliche Mitarbeiter ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte.

Nagold. Manchmal bekommt Dagmar Weber Sätze zu hören, wie "Dass du das kannst" oder "Ist das nicht zu belastend?" Die ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz St. Michael empfindet ganz anders: Für sie sei die gemeinsame Zeit mit unheilbar kranken Menschen am Ende ihres Lebenswegs ein "großes Glück". Denn im Hospiz kann sie sich Zeit nehmen "für wirklich Wichtiges im menschlichen Dasein".

Für Dagmar Weber beginnt die Freude an ihrem ehrenamtlichen Engagement schon bei den hellen und modernen Räumen: Wenn sie im Hospiz ankommt, das es jetzt seit gut einem Jahr in Nagold gibt, fühlt es sich für sie an, als würde sie ihre alltäglichen Sorgen an der Tür abgeben. "Die Uhr bleibt stehen", sagt sie, "und es zählt nur noch das Jetzt, die Momente freundlicher Begegnung".

Immer wieder erlebt die ehrenamtliche Mitarbeiterin die unendliche Dankbarkeit der Gäste im Hospiz – für die geschenkte Zeit, für offene Ohren und für ein mitfühlendes Herz. "Eingebunden in ein tolles Team, kann ich mich den Menschen zuwenden, die manchmal einsam, resigniert oder verzweifelt versuchen, ihr Schicksal auszuhalten."

Das Seminar sei "sehr intensiv, informativ und hilfreich"

Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sind im Hospiz St. Michael aktiv. Gemeinsam besucht die bunt gemischte Gruppe den "Basiskurs Hospiz" für die palliative Begleitung. In drei Einheiten zu je zwei Tagen geht es um Themen, wie die Phasen des Sterbeprozesses, die Begleitung der Angehörigen oder die Spiritualität in der Sterbebegleitung.

Eva Großpietsch, ebenfalls eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Hospiz St. Michael in Nagold, lobt das Seminar als "sehr intensiv, informativ und hilfreich".

Die Aufgaben der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Hospiz sind abwechslungsreich und vielfältig: Vom Frühstück-Zubereiten über kleine Spaziergänge oder Zusammensitzen im Garten bis zum Zeitung-Vorlesen, Zuhören oder einfach nur Da-Sein. Eine näht gern Herzkissen, eine andere spielt Klavier, wieder eine andere geht gern zwischendurch mal in den Garten und schneidet die Rosen.

Für die Gäste im Hospiz ist die Anwesenheit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sehr wertvoll: "Sie bringen Zeit mit, die wir in der Pflege oft nicht in dem Ausmaß haben. Sie bringen Ruhe mit, die man braucht, um gut zuhören zu können. Und sie bringen das Alltagsleben mit ins Hospiz, so dass nicht immer nur die Krankheiten im Mittelpunkt stehen", sagt Hospizleiterin Jutta Benz.

St. Michael bietet seinen Gästen acht helle und freundliche Einzelzimmer

Das Hospiz St. Michael der St. Elisabeth-Stiftung bietet seinen Gästen acht helle und freundliche Einzelzimmer mit Bad, WC, Fernseh-, Telefon- und Internetanschluss sowie Zugang zur eigenen Terrasse und dem schön angelegten Garten. Die Grundkosten für die Hospiz-Betreuung trägt die Krankenversicherung. Gleichzeitig sind Hospize gesetzlich verpflichtet, einen Teil der anfallenden Kosten über Spenden zu decken.

Wer sich im Hospiz St. Michael ehrenamtlich engagieren möchten, kann sich an Hospizleiterin Jutta Benz wenden, Hospiz St. Michael, Kernenstraße 95, 72202 Nagold, Telefon: 07452/93207-10, E-Mail: Jutta.Benz@st-elisabeth-stiftung.de.

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