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Nagold Startschuss für Millionenprojekt Tiefgarage Nord

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Wo Richard Kuon (links), stellvertretender Hoch- und Tiefbauamtschef, und Architekt Michael Stikel über den Plänen brüten, wird Nagolds nächste Großbaustelle entstehen. Foto: Fritsch

Nagold - Die politische Schlacht um das Parkhaus Nord ist geschlagen, ab Montag wird gebaut. Für Richard Kuon, Nagolds langjährigen Tiefbauamtschef, wird es das letzte Mammutprojekt vor seinem Ruhestand sein. Aber er weiß: "Diese Baustelle hat es in sich. Aber das sind wir Nagolder ja gewöhnt."

Eines ist dieses Millionenprojekt auf jeden Fall: sehr komplex. Noch nie in der jüngeren Stadtgeschichte waren von einer Baustelle so viele öffentliche Einrichtungen tangiert. In diesem Fall sind OHG-Schüler genauso betroffen wie Vereinssportler, Stadthallenbesucher oder Autofahrer.

Als erste Vorarbeiten sind die großen Bäume vor dem OHG bereits versetzt und der Spielplatz des Kindergartens Marktstraße vom Brosiusgarten vor der Stadthalle um gute 100 Meter Richtung Fluss an die Stadtmauer verlegt worden. Nun rücken die Bagger an. Am kommenden Montag fällt der offizielle Startschuss für das sieben Millionen Euro teure Großprojekt, mit dem die vorhandene Tiefgarage unterm OHG von bislang 67 auf dann 165 Stellplätze vergrößert und zudem ein völlig neuer Stadtraum geschaffen wird.

Zuerst der Zaun

Zuerst muss ein Bauzaun um die 4700 Quadratmeter große Fläche gezogen werden, unter dem die Großgarage entstehen wird. Für die OHG-Schüler heißt das: Sie werden für mehrere Monate ihren großen Pausenhof verlieren. Als Ersatz wird auf der anderen Seite des Gymnasiums, unten am Fluss, die Straße Unterm Wehr als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. "Wir sind täglich in enger Abstimmung mit der Schulleitung", sagt Kuon. Denn auch die Sammelplätze der Schüler für den Notfall müssen neu angeordnet oder Nottreppen, die bislang in den Pausenhof mündeten, übers Dach der Sporthalle Richtung Unteres Wehr verlegt werden. Auch das Vordach vor dem OHG muss dem Tiefgaragenbau weichen.

Schon nächste Woche wird die komplette 4700 Quadratmeter große Oberfläche zwischen OHG, Stadthalle, Jugendhaus und Calwer Straße abgetragen. Auch die bislang gut frequentierten 30 Pkw-Stellplätze an der Calwer Straße fallen der Spitzhacke zum Opfer, sollen teilweise jedoch neu entstehen. Laut Kuon sollen’s am Ende maximal zehn Stellplätze für Autos werden, dafür kommen aber auch 30 Fahrradstellplätze mit fünf Ladestationen dazu.

2500 Lkw-Fuhren

Die Tiefgarage selbst wird in konventioneller Stahlbetonmassivbauweise erstellt. Bis zu fünf Meter tief wird die Baugrube sein, die mit Bohrpfahlwänden nach allen Seiten abgesichert wird. Mehr als 15 000 Kubikmeter Erde müssen dafür ausgebaggert und abtransportiert werden. Kuon rechnet mit 2500 Lastwagenfuhren, die voraussichtlich im März bis Ende April über die Calwer Straße abgewickelt werden. Dafür wird die Straße in dieser Zeit für den restlichen Verkehr gesperrt bleiben. Die Rohbauarbeiten will man im April beginnen und laut Kuon schon im Herbst abschließen. Im Oktober soll auf die Großgarage der "Deckel drauf".

Weil die Tiefgarage sehr eng an die alte Stadthalle heranrückt, muss auch der bisherige Eingangsbereich der Halle abgerissen werden. Während der Bauzeit wird der Eingang zur Halle in den Bereich der Garderobe verlegt. Dafür wird ein Durchbruch in die Wand an der Westseite geschaffen. Sobald der Rohbau der Tiefgarage fertiggestellt ist, entsteht für die Stadthalle an alter Stelle ein filigraner Haupteingang aus Glas. Im Zuge dessen soll die betagte Stadthalle auch gleich einen neuen Farbanstrich bekommen.

Für die Vereinssportler, die abends die OHG-Halle benutzen, ändert sich nicht viel. Lediglich der Zugang der Halle, der bisher vom alten Pausenhof aus erfolgte, wird als Provisorium auf die Rückseite des Gebäudes am Unteren Wehr verlegt.

Klein-Stuttgart 21

Autofahrer auf Parkplatzsuche müssen sich indes teilweise völlig neu orientieren. Die ersten vier, fünf Monate der etwa anderthalbjährigen Bauphase wird die OHG-Tiefgarage noch in Betrieb sein, dann aber für den Rest der Bauzeit geschlossen werden. Eine neue Einfahrt entsteht dann von der Calwer Straße aus. Am Unteren Wehr bleibt auf Wunsch der Nutzer, die bislang von der Rohrdorfer Steige aus die Garage ansteuern, die Ein- und Ausfahrtmöglichkeit indes bestehen. Dafür muss hier aber eine neue Lärmschutzwand zum Schutz der Anlieger hochgezogen werden.

Auf dem zukünftigen Parkhaus Nord entsteht am Ende ein völlig neuer Stadtraum mit neuem öffentlichen WC, mit direktem barrierefreiem Zugang in die Stadthalle und einem Aufzug in die Tiefgarage. Mit den Pflanzinseln und Lichtöffnungen erinnern die Pläne für diese Freianlagen ein bisschen an Stuttgart 21 en miniature.

1,3 Millionen Euro wird dieser neue Stadtraum kosten, dafür fließen 700.000 Euro an Fördermitteln. Für die nahezu sechs Millionen Euro teure Tiefgarage gibt es derweil staatliche Subventionen in Höhe von 873.000 Euro.

Mit der Fertigstellung des Projekts rechnet Richard Kuon, heute stellvertretender Hoch- und Tiefbauamtschef, im Frühsommer 2021. Bis dorthin wird er aber schon längst seinen Ruhestand genießen.

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