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Nagold Stadtarchiv zieht in ehemaligen Supermarkt

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Das Nagolder Stadtarchiv bekommt einen neuen Platz. Foto: Fritsch

Nagold - Fast 30 Jahre lang hat man im Nagolder Rathaus das Thema Stadtarchiv hinan gestellt. Doch OB Jürgen Großmann weiß: "Das brennt uns unter den Nägeln." Jetzt zieht das "komplette Wissen dieser Stadt", wie Großmann die in vielen Gebäuden gelagerten Archivalien nennt, um – in einen ehemaligen Supermarkt.

Gute zwei Jahre ist es schon her, dass die 1000 Quadratmeter große Fläche im Traubezentrum, wo einst der CAP-Markt untergebracht war, ihren Besitzer wechselte: von der Trossinger Familie Hohner zur Stadt Nagold. Das Ziel dieses Immobilienerwerbs war damals schon klar: Hier sollte das Nagolder Archiv unterkommen. Das Problem: Es fehlte ein kompetenter Fachplaner.

Und solche Fachleute, sagt Bürgermeister Hagen Breitling, seien "dünn gesät". Doch über ein interkommunales Netzwerk wurde man bei der Suche nach einem Archivspezialisten doch noch fündig. "Jetzt geht’s los", verkündete dieser Tage Ute Schönmetzler, im Hauptamt zuständig für Zentrale Verwaltungsangelegenheiten und gemeinsam mit Hagen Breitling verantwortlich für dieses Archiv- Projekt. Derweil war eine Firma schon damit beschäftigt, die 1000 Quadratmeter-Immobilie zu entkernen.

400.000 Euro kosten Umbau und Einrichtung

Den Platz wird man brauchen: Denn noch sind Nagolds alte Dokumente, Urkunden, Verträge, Gemeinderatsprototolle und ungeahnte Mengen an sonstigem Papier auf zig städtische Gebäude verteilt. Sie türmen sich im Keller des Steinhauses, in den Ortsverwaltungen und anderen Verwaltungsgebäuden. Ute Schönmetzler taxiert Nagolds weit verstreute Dokumentensammlung auf 770 laufende Meter Archivakten und 3100 laufende Meter Registraturakten. Das würde selbst den ehemaligen Supermarkt im Traubezentrum sprengen. Deswegen hat Bürgermeister Breitling auch gleich die Losung ausgegeben: "Strukturieren, registrieren, aussortieren und archivieren." Will heißen: Manche Akte, die nicht mehr gebraucht wird, zieht nicht mit um, sondern landet gleich im Schredder.

Bevor das "Wissen dieser Stadt" sich in dem ehemaligen Supermarkt konzentrieren wird, müssen zuerst die Bauarbeiter anrücken. Etwa 400.000 Euro kosten Umbau und die Einrichtung des neuen Stadtarchivs, schätzt Finanzbürgermeister Hagen Breitling – wenn man bautechnisch nicht noch irgendwelche Überraschungen erlebt. Aber OB Großmann ist überzeugt: "Das Gebäude ist ideal." Schon, weil es auf einer kleinen Anhöhe in der Altstadt liegt und damit gegen Hochwasser gefeit wäre.

Umbau noch 2020 abgeschlossen

Mehr als 50 Prozent aller Investitionen in dieses Projekt würden über die Städtebauförderung wieder zurückfließen. Noch in diesem Jahr soll der Umbau abgeschlossen sein, im kommenden Jahr dann die Registratur folgen. Im Jahr 2021 soll dann auch die Archivarstelle ausgeschrieben werden.

Nagolds neues großes Stadtarchiv soll dann für die Forschung zugänglich werden – auch für private Recherechen in der eigenen Familien- oder Hausgeschichte. Dafür werden in einem Bereich eigens Leseräume eingerichtet, wo man unter Aufsicht die Akten studieren kann.

Auf den neuen Archivar wartet dann schon eine weitere Mammutaufgabe: die Digitalisierung des Aktenberges. OB Großmann: "Das wird gehörig viel Arbeit sein, bis wir einigermaßen auf einem Level sind." Wenn, dann mache man es gleich richtig, pflichtete Bürgermeister Breitling dem Stadtoberhaupt bei: "Das sollte dann aber auch 100 Jahre oder länger überdauern."

Nebenbei löst man mit diesem Projekt aber noch eine zweite städtische Schwachstelle. Bislang gibt es nämlich nur einen Rechnerraum, in dem alle städtischen Daten gesichert werden. In dem neuen Stadtarchiv kommt nun ein zweiter Rechnerraum unter, um auch das komplette digitale Wissen dieser Stadt künftig doppelt zu hinterlegen und damit vor möglichen Verlusten zu schützen.

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