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Nagold Soll die D-Mark wieder eingeführt werden?

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Foto: Blessmann Foto: Schwarzwälder-Bote

50 Prozent aller Deutschen wünschen sich die Rückkehr zur D-Mark. Welche Vor- und Nachteile wären für Deutschland zu erwarten?

Am 1. Januar 1999 wurde in Deutschland der Euro eingeführt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa!" Was ist von dieser Aussage zu halten? Diese Frage kann nicht ohne eine Analyse der Auswirkungen auf den deutschen Wirtschaftsmarkt beantwortet werden.

Experten erwarten, dass falls die D-Mark eingeführt werden würde, hätte diese ungefähr 50 Prozent mehr Wert als der Euro, 30 Prozen mehr als der US-Dollar und 30 Prozent mehr als die chinesische Währung Yuan.

Deutsche Verbraucher sind also scheinbar die Gewinner, falls die D-Mark wieder kommen sollte. Dadurch lassen sich viele Deutsche täuschen. Kurzfristig erscheint dies äußerst toll.

Doch langfristig würde eine Wiedereinführung der D-Mark unter anderem bedeuten, dass Deutschland viel weniger exportieren könnte, was speziell für die Automobilbranche und den Maschinenbau schwerwiegende Nachteile mit sich brächte. Außerdem würden Probleme für den Export entstehen, da deutsche Hersteller gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten nach der Wiedereinführung der D-Mark ihre Güter teurer als bisher verkaufen müssten und dann kaum noch konkurrenzfähig wären.

Damit würde sich das Exportland Deutschland selbst in Gefahr bringen. Ulrich Grillo, Präsident des BDI (Bund deutscher Industrieller) meinte hierzu: "In der Euro-Krise solle die Bundeskanzlerin hart bleiben!" Zwar würden die Preise in Deutschland sinken und dadurch wiederum auch die Lebenshaltungskosten. Doch gleichzeitig würde die Arbeitslosenquote steigen. Denn Arbeitgeber müssten durch den Einbruch des Exportmarktes ihre Kosten senken, um weiterhin wirtschaftlich agieren zu können. Das würde unweigerlich zu einer Verkleinerung der Belegschaft führen oder zu Verdiensteinbrüchen der Mitarbeiter durch angeordnete Kurzarbeit.

Käme die D-Mark wieder, könnte Deutschland seine Geldmenge ohne Einfluss anderer Euro-Länder selbst bestimmen und auch die eigenverantwortliche Steuerung des Geldwertes wäre ohne Weiteres möglich. Jedoch entstünden Probleme durch die geänderten technischen Herausforderungen, da neue Münzen geprägt werden müssten und fälschungssicheres Papiergeld gedruckt werden müsste. Eine komplette Umstellung der Bargeldversorgung an Bankautomaten und die Anpassung alter Verträge an das neue Geld wäre in den meisten Fällen nicht ohne Weiteres möglich und mit großen Problemen verbunden. Schließlich ist nicht kalkulierbar, wie sich nach einer Rückkehr Deutschlands zur D-Mark die Wirtschaft der übrigen Euro-Länder entwickeln wird. Der Schuldenerlass und die Abwertung der anderen nationalen Währungen dürften jedoch ohne Zweifel einen Neustart Deutschlands mit der D-Mark erleichtern.

Ein weiterer nicht unerheblicher Aspekt in dieser Diskussion ist der Immobilienmarkt. Häuser und Wohnungen würden durch die Wiedereinführung der D-Mark zu Investitionsobjekten, da die Einlagerung von ausländischem Geld in ein Land mit steigender Währung ein lukratives Geschäftsmodell darstellt.

Die momentan in den Medien heiß diskutierte Wohnungsknappheit würde sich noch um ein Vielfaches erhöhen und bezahlbarer Wohnraum noch knapper.

Renteneinkommen würde im Falle einer Wiedereinführung erheblich sinken

Durch die Wiedereinführung der D-Mark würde noch eine weitere große Bevölkerungsgruppe mit ungeahnten Problemen und massiven finanziellen Auswirkungen zu kämpfen haben. Rentner fürchten zu Recht um ihr Erspartes.

Das Renteneinkommen würde im Falle einer Wiedereinführung der D-Mark erheblich sinken – um gut ein Drittel. In den letzten Jahren konnten Berufstätige sich nicht mehr auf die staatliche Rentenversorgung verlassen und es wurden vermehrt private Rentenverträge abgeschlossen. Käme die D-Mark zurück müssten alle privaten Verträge, die selbstverständlich in Euro abgeschlossen wurden, monatlich umgerechnet werden. Das würde bedeuten, dass Rentner in Folge dessen jeden Monat immer weniger Geld zu Verfügung hätten.

Durch Griechenlands Schuldenkrise aber auch durch den Brexit kommt es innerhalb der EU vermehrt zu Diskussionen über die Zukunft Europas und ob es noch sinnvoll ist eine gemeinsame Währung zu haben. Durch die Betrachtung der innerdeutschen Problematik erübrigt sich hier jedoch jede Kritik.   Der Autor ist Schüler der Klasse 9a des OHG Nagold

 
 

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