Nagolder Sozialdemokraten statteten der Jugendkunstschule einen Besuch ab. Foto: Steinrode Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: SPD-Fraktion zu Besuch bei der Jugendkunstschule

Nagold. Modellieren, Zeichnen, Hämmern, Sägen, Malen und vieles mehr – in der Jugendkunstschule darf der Kreativität freien Lauf gelassen, Neues erprobt und die künstlerische Ader ausgelebt werden.

Auf Einladung von Dorothee Müller, der Leiterin der Jugendkunstschule im Oberen Nagoldtal, und von Angela Anding, der Leiterin der VHS, besuchten die Nagolder Sozialdemokraten die Jugendkunstschule in Nagold.

Die Jugendkunstschule in Trägerschaft des Zweckverbandes VHS Oberes Nagoldtal sei 2002 als etwas Besonderes gegründet worden und habe sich bis heute als öffentliche Einrichtung der außerschulischen Jugendbildung etabliert, betonte Angela Anding in ihrer Begrüßung.

Die Jugendkunstschule gebe Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, alle Formen des künstlerischen Ausdrucks kennen zu lernen und zu erproben, so Müller. Neben den Stadträten Marco Ackermann, Daniel Steinrode, Wolfgang Schleehauf, Rainer Schmid und Gert Streib waren Alanur Erdin, Muhammed Ali Öner, Carl Staud, Thomas Essig, Markus Strinz sowie Daniela Steinrode vom Kommunalpolitischen Arbeitskreis der Nagolder SPD der Einladung in die Jugendkunstschule gefolgt.

Lagermöglichkeiten über eine Containerlösung?

"Wir wollen uns ein Bild machen, sowohl von der Arbeit, aber auch von den Räumlichkeiten der Jugendkunstschule", äußerte sich Daniel Steinrode, der Fraktionsvorsitzende der Nagolder Sozialdemokraten, zu Beginn des Besuchs. Müller und Anding führten die Gäste von der SPD durch die Räumlichkeiten der Jugendkunstschule in der Lindachstraße. Der ehemalige Landkreispavillon auf der Landesgartenschau wurde durch einen Anbau ergänzt, sodass "hervorragende Räumlichkeiten für die Jugendkunstschule" geschaffen worden seien, freute sich Marco Ackermann. Für den Unterrichtsbetrieb seien die Räumlichkeiten sehr gut, berichtete Dorothee Müller, lediglich an Lagerkapazität fehle es. In der Bauphase wurde aber bewusst darauf geachtet, dass Platz für die Kinder und den Unterricht im Vordergrund stehe. Das sei schließlich der Zweck der Kunstschule.

Architekt Wolfgang Schleehauf regte an, zu prüfen, ob Lagermöglichkeiten über eine Containerlösung geschaffen werden könnten. Gert Streib schlug vor, dass ja ein weiterer Wagen auf die Gleise des benachbarten "Altensteigerles" gestellt werden könnte und dieser als Lagerraum genutzt werden könnte.

Nach dem Rundgang stellten Dorothee Müller und Angela Anding verschiedene Projekte der Jugendkunstschule vor. Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 18 Jahren besuchen aus unterschiedlichen Motivationen die Kurse der Jugendkunstschule. Im digitalen Zeitalter sei die direkte Sinneserfahrung durch Befühlen und Denken in der dreidimensionalen Ebene – das sinnliche Erleben – besonders wichtig.

Ein zentraler Bereich ist die Kooperation mit den Nagolder Schulen mit Ganztagesbetreuung. Insbesondere mit der Zellerschule und der Lembergschule kooperiere man schon seit vielen Jahren, so Müller.

Anding regt innovativen Schulversuch an

Politisch einig war man sich in der Runde, dass verbindliche Ganztagesschulen ein sinnvolles Modell der Zukunft seien, da in verbindlichen Angeboten im entzerrten, rhythmisierten Schulalltag pädagogisch sinnvoller gearbeitet werden könne.

Anding merkte in der Diskussion an, dass es zweifelsfrei lohnenswert wäre, wenn man sich in Nagold um einen innovativen Schulversuch bemühen würde. Daniel Steinrode unterstrich, dass Anding mit ihrem Vorschlag bei der SPD auf offene Ohren stoße, dass verbindliche Ganztagesangebote aber eben auch politisch umstritten seien und häufig vor allem von konservativer Seite abgelehnt würden.

Stolz ist man in der Jugendkunstschule des Oberen Nagoldtals auch auf die internationale Kooperation. Man tausche sich eng über das Erasmusprogramm der EU mit einer finnischen Volkshochschule aus, insbesondere im kreativ-künstlerischen Bereich. Dieser interkulturelle Austausch finde mit Besuch und Gegenbesuch und entsprechenden Ausstellungen in Nagold und Finnland statt. Aktuell beschäftigten sich Kinder in Nagold mit den "Moomins", einer finnischen Comicfigur, die den Nordschwarzwald besucht und erkundet.

Die Kinder in Finnland würden sich mit der deutschen Maus aus der "Sendung mit der Maus" auseinandersetzen, so Müller stolz.