Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Nagold S-Bahn-Variante bekommt gute Noten

Von
Die mögliche Anbindung von Nagold ans Stuttgarter S-Bahn-Netz soll über Herrenberg erfolgen. Foto: Fritsch

Kreis Calw - Bisher beherrschte beim Thema S-Bahn-Anbindung des Kreises Calw die Strecke zwischen Calw und Weil der Stadt die Schlagzeilen. Jetzt hat eine Studie einer Anbindung von Nagold an die S 1 in Herrenberg über die Gäubahntrasse ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Lange Zeit suchten die Experten eine Lösung für die direkte S-Bahn-Anbindung von Nagold an Herrenberg. Doch die stellte sich mit geschätzten Baukosten von 153 Millionen Euro als nicht finanzierbar heraus.

Doch das war beileibe nicht das Ende der Nagolder Hoffnungen auf einen S-Bahn-Anschluss. Denn Nagolds Stadtoberhaupt Jürgen Großmann ging mit dem im Landratsamt Calw für ÖPNV zuständigen Abteilungsleiter Michael Stierle und einem Verkehrsplaner in Klausur. Dabei wurde eine Alternativlösung geboren, die bereits vorhandene Bahntrassen nutzt: Man könnte die S-Bahnlinie 1 von Herrenberg auf der Gäubahntrasse über Gäufelden und Bondorf und dann über die Kulturbahntrasse nach Nagold führen.

Kulturbahn müsste geteilt werden

Dass diese Alternativlösung technisch und betrieblich machbar ist, bestätigte nun eine Studie des Beratungsunternehmens TTK, die gestern im Calwer Kreistag vorgestellt wurde. Die Studie hatten der Landkreis und die Stadt Nagold gemeinsam in Auftrag gegeben.

Die Experten der TTK kommen zu dem Schluss, dass diese Streckenvariante mehr Nutzen – für Nagold und besonders für die Gemeinden an der Gäubahn – bringt als Kosten verursacht. Dieses positive Nutzen-Kosten-Verhältnis ist Vorbedingung dafür, dass das Projekt über Zuschüsse finanziert werden kann.

Ein Nutzen ist der erwartete Fahrgastzuwachs, den die Experten allein für Nagold und seine Teilorte auf 900 Fahrgäste am Tag beziffern. Dazu geht die TTK von zusätzlich 330 Fahrtgästen aus, die vom Bus auf die S-Bahn umsteigen. Für die Gäugemeinden Bondorf, Gäufelden und Eutingen rechnen sie mit einem Zuwachs von rund 1400 Fahrgästen täglich. Allerdings ist bei dieser Variante damit zu rechnen, dass auf der Strecke der Kulturbahn Richtung Horb 300 Fahrgäste täglich verloren gehen. Das hat seinen Grund in der nötigen Aufteilung der Kulturbahnstrecke in zwei Äste. Ein Ast würde von Pforzheim nach Nagold führen, der zweite von Tübingen nach Eutingen. Die Verbindung der beiden Äste würde die S-Bahn übernehmen.

Nach derzeitigem Planungsstand stehen Investitionskosten von 30 Millionen Euro im Raum. Doch trotz einer großen Streckenlänge von 31 Kilometern wäre diese Verlängerung aus Sicht der TTK kostengünstig. Während die Investitionskosten pro Kilometer bei dieser Variante mit einer Million beziffert werden, liegt der Wert bei der S 60 (Böblingen – Renningen) bei 8,6 Millionen.

Diese Ergebnisse sorgten bei den Kreisräten und Landrat Helmut Riegger gestern Abend für zufriedene Gesichter. "Das ist ein starkes Licht am Ende des Tunnels", freute sich SPD-Kreisrat Rainer Prewo, der von der Landkreisverwaltung nun einen straffen Zeitplan in Sachen Nagolder S-Bahn-Anbindung verlangte, allerdings im gleichen Atemzug betonte, dass man jetzt beide S-Bahn-Anschlüsse – den für Calw und den für Nagold – "mit Volldampf" vorantreiben müsse. Eine Einschätzung, die Landrat Helmut Riegger ausdrücklich teilte.

Auch Volker Schuler von den Freien Wählern ("Das ist eine sehr große Chance. Wir wollen, dass die S1 kommt") und Nagolds Stadtoberhaupt und CDU-Kreisrat Jürgen Großmann ("Wir brauchen die S 1 und die S 6. Das hat allerhöchste Priorität") unterstrichen die Meinung von Kreischef Riegger, für den beide S-Bahn-Projekte von "elementarer Wichtigkeit für den Kreis Calw" sind.

Was im Falle Nagolds jetzt schnell folgen soll, ist die Kontaktaufnahme mit den betroffenen Kreisen Böblingen, Tübingen und Freudenstadt, sowie mit der Region Stuttgart und dem zuständigen Ministerium in Stuttgart, die laut Landrat in den nächsten drei Monaten erfolgen soll. Für dieses Vorgehen gab der Kreistag mit einem einstimmigen Votum sein Einverständnis.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading