Landrat Helmut Riegger (links) suchte beim Business-Frühstück auf der Gartenschau den Kontakt zu Unternehmern. Foto: Bernklau

Landrat Helmut Riegger gibt sich bei Unternehmerfrühstück auf der Gartenschau optimistisch.

Nagold - Da passte sich Helmut Riegger den äußeren Umständen an. Beim Unternehmerfrühstück auf der Landesgartenschau zeigte sich der Landrat in Sachen S-Bahn sehr optimistisch. Ein Baubeginn der Hermann-Hesse-Bahn Calw-Renningen sei in zwei Jahren möglich, so Riegger.Bei strahlendem Sonnenschein hatte Landrat Helmut Riegger Firmenchefs zu einem Unternehmerfrühstück am Landkreispavillon auf der Landesgartenschau eingeladen, um das Netzwerk zwischen, Verwaltung, Politik und Wirtschaft weiter zu knüpfen. Und um den Unternehmen zu zeigen, was der Landkreis für den Standort Kreis Calw unternimmt und zu unternehmen gedenkt.

"Für hohe Hürden braucht man lange Anläufe"

Das wichtigste Stichwort lautet für Riegger in diesem Zusammenhang stets "Infrastruktur". Da habe man bei der S-Bahn in den vergangenen Monaten einen großen Schritt vorwärts getan. Die neue Kosten-Nutzen-Analyse für die S-Bahn-Anbindung von Calw Richtung Renningen – Riegger bezeichnete sie als "Stresstest" – habe zwar sehr viel Zeit gekostet. "Doch für hohe Hürden braucht man eben einen langen Anlauf", verteidigte er das Vorgehen des Kreises. Jetzt sei die Hürde genommen. Und schon im Herbst könne man die nächste nehmen, kündigte der Kreischef an. Denn dann starten die Verhandlungen mit dem Bund über die Zuschüsse für das Millionenprojekt Hermann-Hesse-Bahn von Calw nach Renningen. Und in diese Verhandlungen geht Riegger mit großem Optimismus. "Bis in zwei Jahren ist da ein Baubeginn möglich", sagte Riegger den Unternehmern aus dem Kreis.

Dass zur Infrastruktur des Kreises auch die Straßen gehören, liegt für den Kreischef auf der Hand. Besonders die Landesstraßen sind für ihn da ein großes Ärgernis. In den besonders von Unionspolitikern angestimmten Chor, der für den schlechten Zustand der Landesstraßen vor allem die neue Landesregierung aus Grünen und SPD verantwortlich macht, wollte Riegger nicht einstimmen. "Das hängt nicht mit Grün-Rot zusammen. Da gibt es langfristige Versäumnisse", sagte Riegger mit Blick auf die CDU.

In diesen Tagen kam der Kreischef nicht umhin, zur Debatte um die Kliniken im Kreis Calw Stellung zu beziehen. Angesichts der Probleme dürfe man die Sache an den Kliniken nicht einfach laufen lassen. Er wolle nicht um die Probleme herumreden und scheue sich auch nicht vor einer sachlichen Debatte. "Wir müssen aber Mut zur Klarheit haben." Festgelegt auf einen Lösungsweg sei er nicht: "Ich bin für alles offen."

Tourismus GmbH: Widerstand bei Bürgermeistern

Mut zur Klarheit bewies Riegger auch in Sachen Tourismus GmbH. In ihr soll die Tourismusarbeit aller Kreiskommunen zusammengefasst und optimiert werden. Geplant ist die Gründung der GmbH zwar 2012, doch offensichtlich gibt es bei manchen Bürgermeistern noch Widerstände, wie Riegger durchblicken ließ. Und die Widerstände sind offenbar so eklatant, dass der Kreischef auch ein Scheitern der Pläne nicht mehr ausschließt: "Wenn die Leute nicht mitziehen, dann lassen wir es", machte er in Nagold unmissverständlich klar. Dann sei sogar die Zukunft der Stelle des Tourismusbeauftragten durchaus offen.