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Nagold Rekorde in fast allen Bereichen

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Wer möchte, kann sich in den Hauptstellen der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg wie hier in Nagold seinen Bankberater über ein Display quasi "per Knopfdruck" herbeirufen. Im Foto von links: Vorstandssprecher Jörg Stahl sowie seine Vorstandskollegen Maximilian Binzer und Axel Lekies. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

So ein bisschen gehen der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg (Voba HNR) allmählich die Superlative aus. Wobei der Vorstand auch ein wenig überrascht ist, dass trotz "dramatischem Rückgang beim Zinsüberschuss" ein Rekord nach dem anderen eingefahren wird.

Nagold. Schon das Plus in der Bilanzsumme für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 fiel mit 5,5 Prozent oder 123 Millionen Euro auf jetzt 2,3 Milliarden Euro außerordentlich beeindruckend aus. Und dass, obwohl wie erwähnt die klassische Finanzierungsbasis der Genossenschaftsbank aus Zinsüberschüssen (Differenz aus gewährten Zinsen auf Spareinlagen und erzielten Zinsen aus Kreditgeschäft) wegen der anhaltenden Nullzinsphase an den europäischen Finanzmärkten "weiterhin rückläufig" sei, so Vorstandssprecher Jörg Stahl bei der Vorstellung der Zahlen Anfang der Woche in der Nagolder Hauptstelle der Voba HNR.

So gut wie keine Kreditausfälle

Was bei den Zinsüberschüssen fehlt, konnte durch das Provisionsgeschäft in anderen Bereichen und das schiere Wachstum etwa im Kreditgeschäft mehr als ausgeglichen werden – sogar weit über Plan. Dazu eine "entspannte Risikolage" mit so gut wie keinen Kreditausfällen, hoher Liquidi- und Bonität der Kunden und "stabilen Kosten" führen denn auch zu einem mehr als "ordentlichen Betriebsergebnis", wobei die Bank 5,5 Millionen Euro den Rücklagen zuführen könnte – was wiederum eine Eigenkapitalausstattung "deutlich über den regulatorischen Anforderungen der Bankenaufsicht" ermöglicht; Basis für auch künftig mögliches, überdurchschnittliches (Kredit-)Wachstum.

Auch die Ausweisung eines (formalen) Bilanzgewinns von rund drei Millionen Euro ist bei solchen Zahlen ungefährdet, wobei den 55 831 Mitgliedern (+ 239) der Voba HNR auf die gehaltenen Geschäftsanteile im Wert von 34 Millionen Euro eine dreiprozentige Rendite (rund eine Millionen Euro insgesamt) ausgezahlt werden könne – sobald die anstehende Vertreterversammlung einem entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt habe. Ergänzende Notiz in der Bilanz: Rund 4,1 Millionen Euro zahlte die Voba HNR 2018 an Steuern, wobei 1,9 Millionen Euro als Gewerbesteuern an die Kommunen im Geschäftsgebiet flossen.

Doch zu den Rekorden: Die Summe der neu zugesagten Firmenkredite zum Beispiel. Die lag am Jahresende bei 190 Millionen Euro – nochmal 18 Millionen Euro mehr als 2017; und damit das "bisher höchste Wachstum seit Bestehen der Bank". Da gleichzeitig auch aufgrund der guten Liquidität der Unternehmen auch viele Firmenkredite getilgt wurden, legte das Kreditvolumen in diesem Bereich um "nur" 40 Millionen Euro auf insgesamt 615 Millionen Euro zu.

Der nächste Rekord: Auch die privaten (Bau-)Finanzierungen legten kräftig zu, sprangen erstmals über die 200-Millionen-Euro-Marke bei den Neuzusagen. Jeden Monat machte das rund 100 Kreditzusagen, 1200 im Jahr 2018 – womit auch hier das Rekordjahr 2017 noch einmal übertrumpft werden konnte. Insgesamt liegt das Kreditvolumen (nach Abzug der getilgten Kredite auch in diesem Bereich) hier jetzt bei 1,2 Milliarden Euro, was unterm Strich einem Plus von 87 Millionen Euro absolut entspricht. Fazit eines extrem stolzen Vorstands auf diese Entwicklung: "Die Voba HNR hat sich somit im Geschäftsfeld Baufinanzierungen zu einem der führenden Anbieter in der Region entwickelt und sieht in diesem Bereich auch für die Zukunft einen entscheidenden Wachstumsfaktor."

Nicht von Ungefähr: Denn im wachsenden Dienstleistungsbereich der Bank konnte gerade der Immobilien-Sektor überdurchschnittlich zulegen. So wuchs die Zahl der vermittelten Immobilienverkäufe der Tochtergesellschaft Gäu Neckar Immobilien auf 143 Objekte; macht ein Volumen von 44 Millionen Euro – der nächste Rekord. Kehrseite der Entwicklung: Die guten Zahlen seien Ausdruck "einer enormen Wohnraumnot in allen drei regionalen Bereichen" der Voba HNR. Was die Kunden übrigens auch unter anderem in Bausparverträge investieren lasse: 107 Millionen Euro betrug hier das Abschlussvolumen bei den Neuverträgen – was einem (weiteren rekordverdächtigen) Plus von 16 Prozent entspricht. Treiber dieser Entwicklung auch: eine vermehrte Zahl von Firmen-Kunden, die in klassische Bausparverträge investierten.

Der einzige echte Wermutstropfen

Bleibt noch der Blick auf die Kundeneinlagen, also das angelegte Sparvermögen. Auch hier legte die Voba HNR um rund 97 Millionen Euro zu auf insgesamt jetzt 2,8 Milliarden Euro – trotz Nullzinsphase. Was insgesamt zwar "nur" einem Plus von 3,6 Prozent entspricht. Allerdings legten die "traditionellen Bankanlagen" (also etwa Sparkonten) tatsächlich um acht Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu, während die "außerbilanziellen Kundeneinlagen" (zum Beispiel Aktien- und Renten-Depots) aufgrund rückläufiger Börsenwerte (18 Prozent Verlust etwa beim Dax in 2018) um 2,4 Prozent (entspricht rund 26 Millionen Euro) schrumpften – auf 1,07 Milliarden Euro. Was aber am Ende des Jahres der einzige echte Wermutstropfen in der Bilanz der Voba HNR bleiben sollte.

"Wir haben unsere Hausaufgaben in der Filialpolitik gemacht." Sagte Axel Lekies, Vorstand der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg (Voba HNR) anlässlich der Bilanzpressekonferenz – und meint damit: Weitere Filialschließungen wird es bei der Genossenschaftsbank in absehbarer Zeit nicht gehen. Aktuell betreibe man neben den drei Hauptstellen insgesamt zwölf Filialen und 32 SB-Filialen. Allerdings "beschäftigen wir uns intern damit", so Vorstandssprecher Jörg Stahl ergänzend, "an einigen Stellen geringfügige Anpassungen bei den Öffnungszeiten" vorzunehmen. Wo und ob überhaupt – das werde noch diskutiert. Massiv ausgebaut werde aber durch die Genossenschaftsgruppe das digitale Angebot der Bank. So konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 100 Prozesse neu digitalisiert abgebildet werden – Beispiel: in den Hauptstellen der Bank ist es nun möglich, direkt über ein Display (siehe Foto) seinen Berater "per Knopfdruck" zum Empfang zu bestellen – was Wartezeiten verkürzt und die Service-Mitarbeiter am Bankschalter entlastet.

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