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Nagold Refill-Projekt: Geschäfte füllen Wasserflaschen auf

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Die engagierten Schüler freuen sich, dass ihre Idee vom Wiederbefüllen mitgebrachter Trinkflaschen auch in Nagolder Geschäften aufgegriffen wird. Foto: Guimouza

Nagold - Schüler der Kaufmännischen Schule Nagold verwandeln gemeinsam mit ihrer Lehrerin Katharina Kouniou Nagolder Geschäfte in sprudelnde Oasen.

Wenn der Sommer die Nagolder Innenstadt mal wieder zum Glühen bringt und in so manchem Mund und in so mancher Börse Dürre herrscht, kann es ratsam sein, sich in den Schaufenstern nach den großen blauen "Refill"-Aufklebern umzusehen.

Mit einem erfrischenden Projekt im Sinne der Nachhaltigkeit brillierten einige besonders engagierte Nagolder Berufsschüler in der vergangenen Woche. Mit Freundlichkeit, Sachlichkeit und Engagement konnten sie so manchen Händler von der Idee begeistern, Passanten ihre mitgebrachten Trinkgefäße vor Ort mit frischem Leitungswasser auffüllen zu lassen. Auf diese Weise soll überflüssiger Plastikmüll vermieden werden.

Die Idee zum Vorhaben kam nicht von ungefähr. Gestartet wurde das Projekt bereits im März 2017 in Hamburg. Von Erfolgen gekrönt, zog das Vorhaben seitdem über die sozialen Medien immer weitere Kreise. So erreichte die Idee schließlich auch Katharina Kouniou. Diese fand sehr schnell Gefallen an dem Konzept. Die griechischstämmige Lehrerin weiß zu berichten: "In Ländern wie Griechenland oder Kroatien ist es schon lange Normalität, dass hier und da Wasserspender oder Trinkbrunnen aufgestellt werden. Wieso also nicht auch in Deutschland?" Zudem solle niemand dazu genötigt werden, die Müllbestände der Stadt mit jeder kleinen Erfrischung um eine weitere Plastikflasche zu erweitern.

Kouniou weiß jedoch auch: Wirklich viel erreicht man nur gemeinsam. Doch dank der Klasse W2KG2T musste Kouniou nicht lange nach willigen Mitstreitern suchen. Die Schüler waren von der Idee sofort begeistert, denn vielen von ihnen ist Nachhaltigkeit ohnehin ein großes Anliegen.

"Auf Festivals fiel mir auf, wie schnell große Mengen Müll zusammenkommen. Gerade leere Flaschen findet man dort wie Sand am Meer", erzählt eine der Schülerinnen. "Aber auch dort schafft man mit Trinkstationen Abhilfe. Das ist ein ziemlich cooles Konzept, das auch in Nagold vieles besser machen könnte", so die Schülerin weiter.

"Wir wollten ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen und einen Teil dazu beitragen, dass unsere Stadt auch für zukünftige Generationen ein schöner Ort zum Leben bleibt", erklärt eine andere Schülerin ihre Motivation. "Ganz abgesehen davon haben wir ja auch selbst was davon, an heißen Tagen keinen Durst leiden zu müssen."

Den ersten Erfolg feierten die Schüler mit der Rosenapotheke. Lange mussten sie die Apothekerin Naciye Arslanoglu nicht von dem Vorhaben überzeugen. "Die Schüler haben ihr Anliegen mit einer solchen Überzeugung vorgestellt, da war ich sofort Feuer und Flamme."

Mit ihrem Einsatz sorgten die Berufsschüler auch dafür, dass Nagold in der digitalen Welt ein Stückchen an Bedeutung gewinnen konnte. Denn nun wird die Stadt auf der digitalen Karte der Refill-App als nachhaltige Stadt aufgelistet. Die teilnehmenden Geschäfte sind als Landmarke auf einer digitalen Karte einsehbar und sind vor Ort an einem großen blauen Sticker im Schaufenster zu erkennen.

Bei einem zweiten Rundgang konnten unter anderem auch Pro-Optik, Miss Lashes, der City-Friseur und der Tee-Kontor Unikum mit ins Boot geholt werden. Letzterer bietet seinen Kunden ohnehin bereits kostenloses Wasser an – sogar mit Kohlensäure. Aber nun auf einer digitalen Karte als Refill-Point vermerkt zu sein, ließ man sich dennoch nicht entgehen.

Die Lukrativität für die teilnehmenden Geschäfte liegt auf der Hand, denn "nach Kosten und ähnlichem hat uns keiner der Betreiber gefragt", wie einer der Schüler bemerkt. Für die teilnehmenden Geschäfte ist die Aktion in vielerlei Hinsicht positiv, denn wer auf ein erquickendes Schlückchen Wasser ins Geschäft kommt, der bleibt eventuell noch ein wenig zum Stöbern und Shoppen.

Letztlich ist die Aktion für alle Beteiligten ein Gewinn. "Die Schüler lernen so, sich für etwas einzusetzen, sich selbstständig zu organisieren, zu koordinieren und werden unmittelbar mit messbaren Erfolgen belohnt", erklärt Kouniou den pädagogischen Hintergedanken.

Die Klasse ist allen teilnehmenden Geschäften für ihre Kooperation dankbar. "Wir hoffen, der kleine Stein im Wasser zu sein, der nun seine konzentrischen Kreise zieht", so Kouniou.

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