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Nagold "Quantensprung" geht richtig ins Geld

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Trotz gesteigerter Kosten: Die Entscheidung, mit der Jugendkunstschule in den Riedbrunnen umzuziehen, ist im Gemeinderat unumstritten. Foto: Fritsch

Nagold - Die Arbeiten am neuen Domizil der Jugendkunstschule neigen sich dem Ende. Doch finanziell lief bei dem Projekt nicht alles optimal. Der Nagolder Gemeinderat musste überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 70.000 Euro zustimmen. Nicht zum ersten Mal.

Die Suche nach dem Schuldigen scheint indes mühsam zu sein. Fehler wurden wohl an mehreren Stellen gemacht. Nagolds Gemeinderat jedenfalls blieb erneut nichts anderes übrig als die überplanmäßigen Ausgaben abzunicken. Ein Zurück kann es nicht mehr geben.

Wie groß der Ärger im Gremium indes ist, verdeutlichte das Abstimmungsverhalten. Sechs Stadträte verweigerten den überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 70.000 Euro ihre Zustimmung.

340.000 Euro – diese Summe stand einst im Haushaltsplan festgeschrieben für die neue Jugendkunstschule im Riedbrunnenpark. Bereits bei dieser Zahl ist der Verwaltung ein Fehler unterlaufen. Im Frühjahr jedenfalls wurde der Nagolder Gemeinderat mit neuen Kostenberechnungen konfrontiert. Überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von satten 170.000 Euro stimmte das Gremium zähneknirschend zu. Dabei ist offensichtlich bereits beim Übertrag der Gesamtkosten aus dem Vorjahr ein Fehler unterlaufen. 2012 waren etwa 406.000 Euro für die Jugendkunstschule berechnet worden. Warum dann nur 340.000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, ist nur noch schwer nachvollziehbar. "Es wurde ein Fehler gemacht", heißt es in der damaligen Drucksache zur Gemeinderatssitzung.

Damit ist freilich nur ein Teil der Kostenentwicklung zu erklären. Personelle Engpässe und Krankheitsvakanz führt die Stadt als Gründe an, dass die Kosten seit dem 30. März vergangenen Jahres nicht konsequent fortgeschrieben wurden. Dabei sei das Anforderungsprofil mit der Vergrößerung des Untergeschosses für Sanitär- und Technikbelange gestiegen, auch die Zugangs-, und Erschließungssituation hatte sich verändert und schließlich seien Anforderungen des E-Wärme-Gesetzes und Auflagen der Baugenehmigungsbehörde hinzugekommen. Summa summarum musste der Gemeinderat so bereits im April gut 170.000 Euro zusätzlich bereitstellen. In der jüngsten Ratssitzung folgte nun die nächste Tranche: Weitere 70.000 Euro fehlen für das Bauprojekt. Die von der Stadt Nagold bereitgestellten Mittel für den Jugendkunstschulbau vergrößerten sich damit von ursprünglich 340.000 Euro auf nunmehr 580.000 Euro. Diesmal wurden vom Architekturbüro beim Gewerk der Heizungsarbeiten 30.000 Euro zu wenig eingestellt. 7500 Euro zusätzlich müssen für die Außenanlagen bereitgestellt werden – hier ging man davon aus, dass mehr Flächen im Zuge des Rückbaus der Landesgartenschau mit erledigt werden könnten. Hinzu kommen mehr als 11.000 Euro, die nach der Abrechnung der Gewerke zusätzlich angefallen sind.

"Hier sind offensichtlich von einigen Akteuren Fehler gemacht worden", ließ FDP-Stadtrat Ulrich Mansfeld die Frage nach Regressansprüchen aufkommen. Eine Prüfung sagte Nagolds OB Jürgen Großmann zu. Er wehrte sich aber dagegen, die Sache nun "in ein falsches Licht zu rücken". Das neue Gebäude sei für die Jugendkunstschule ein echter "Quantensprung in Sachen Qualität und Angebot". Auch für das neue Wohngebiet sei der Standort der Jugendkunstschule wichtig.

"240.000 Euro mehr, das ist eine verrückte Größe", schimpfte Brigitte Loyal (Grüne), die sich wunderte, dass Kosten so derartig aus dem Ruder laufen können. "Ärgerlich, keine Frage", befand auch CDU-Rat Wolfgang Schäfer. Er machte aber deutlich, dass die Standortentscheidung richtig war, auch mit Hinblick auf die Nutzung der Forstkugel durch die Jugendkunstschule. "Damit kriegen wir eine einzigartige Jugendkunstschule."

"Man kann nicht nein sagen", ärgerte sich Rainer Schmid (SPD). Doch für die Zukunft müsse man daraus lernen. Von Anfang an habe man keine stimmige Kostenplanung gehabt.

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