Stadtoberhaupt Jürgen Großmann (rechts) besucht den Metallkünstler Lothar Hudy. Foto: Zabota

Straßenkunstfestival: "Street’N Art" zieht Besucher in Strömen an / OB denkt schon an Wiederholung

Künstler, Musiker, Pantomime – alles was die Straße zur Bühne macht, versammelte sich am Sonntag auf dem Longwy-Platz und verzückte große und kleine Besucher. Das vom Kulturamt der Stadt organisierte Straßenkunstfest "Street’N Art" hat voll eingeschlagen.

Nagold. Warteschlangen, wohin man sah. Das Kleinkunstfestival "Street’N Art" am Sonntag auf dem Longwy-Platz war so gut besucht, dass sich die Besucher an der einen oder anderen Stelle gedulden mussten. Von 11 bis knapp 18 Uhr erwartete die Besucher ein aufregendes Programm. Oscar war besonders begehrt. Gut ein Dutzend Leute wartete ständig darauf, schnell gezeichnet zu werden. Oscar M. Barrientos ist Schnellzeichner aus Leidenschaft, sein Stand war voll mit "Arbeitsproben", Karikaturen, die Humor ausstrahlen, für Lebensläufe aber eher ungeeignet sind. "Street’N Art", frei übersetzt "Straße und Kunst", hat rund ein Dutzend Kreative nach Nagold gebracht. Besonders charakteristisch für Straßenkunst ist wohl der Mann, der die Straße mit der Kunst verbindet: Manfred Stader. Er malt 3-D-Bilder auf Asphalt und Pflaster und das extrem realistisch. Sein Bild schmückt auch die Programm-Webseite der Stadt – die Darstellung eines aufgebrochenen Pflasters, die einen Blick in einen tiefen Ozean erlaubt. Wo nicht die Straße selbst zum Kunstwerk wird, kommen unter anderem Gummi, Stahl, Holz oder Sand zum Einsatz. Tamara Fritz alias "Ballonina" fertigt aus Luftballons bunte Figuren, was besonders die Kinder in Scharen anzog. Lothar Hudy verwandelt Metallschrott in Plastiken und kinetische Objekte. Und das vor Augen der Besucher.

Bei Rainer Günther kommt die Motorsäge zum Einsatz. Damit und mit feinerem Werkzeug macht er aus einem Baumstamm einen Kopf. Uwe Bürkle hat rund 350 Kilo Sand mitgebracht. Sand Carving nennt sich seine Kunst (geht gleichfalls mit Eis oder Schnee), aus der in vielen Stunden die faszinierendsten Objekte entstehen.

Mit Humor und Magie

"Und was machen Sie?", fragen wir schließlich Andréa Ferraz. Sie beherrscht den Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien. Zu "Street’N Art" hat sie Beton mitgebracht, aus der sie im Laufe des Tages eine Figur fertigt. Daneben sind auf zwei Bühnen noch die Künstler aufgetreten, deren "Material" der Humor oder die Magie ist. Oder zumindest ein paar Bälle und Kegel, wie bei Klikusch, dem Clown, wie bei Arnd Röhm, dem Zauberer oder bei Jonas Kerner, der mit Diabolo Jonglage immer einen großen Kreis von Kindern begeistert hat. Durch das Programm führte Elisabeth Golonska von Studio 8 in Nagold.

Wenn Liebe durch den Magen gehen soll, warum nicht auch Kunst. Jedenfalls haben sich bei den vielen Ständen mit Essen und Trinken, von Hamburger bis Hochdorfer, ebenfalls Schlangen gebildet. Mitten in der Menge: Oberbürgermeister Jürgen Großmann mit seiner Frau Simone. Großmann, das Sakko locker über der Schulter, zeigte sich ganz begeistert von der Veranstaltung. "Die Zuschauer kommen in Strömen und zwar genau die Leute, die wir haben wollen: Familien mit Kindern". Mit diesem Erfolg, gleich bei der Premiere, könne er sich vorstellen, daraus eine Dauerveranstaltung zu machen – und das gleich in der gesamten Innenstadt.

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