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Nagold Parkhäuser haben neue Technik bekommen

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Foto: Buckenmaier

Die gute Nachricht für den Kunden zuerst: Obgleich die Nagolder Stadtwerke mehr als eine halbe Million Euro in eine neue Technik und ein neues Leitsystem für die städtischen Parkierungsanlagen investieren, bleiben die Parkgebühren unverändert. Und doch gibt es Neuerungen, auf die sich der Kunde einstellen muss.

Nagold. Eine dieser Veränderungen ist vielen Autofahrern gleich aufgefallen. Die rot-weißen Schranken an den Einfahrten gehen neuerdings langsamer rauf und runter als früher. Stephan Müller (29), neben Michael Schwirkus im neu gebildeten Team für die Betreuung der Parkierungsanlagen verantwortlich, erklärt auch warum: "Das ist gesetzlich so vorgeschrieben." "Das hätte mich auch gewundert, wenn’s in Deutschland nicht so wär’", kommentiert Bürgermeister Hagen Breitling die schärferen Vorschriften, die auch den Einbau einer Lichtschranke vorsehen. So soll vermieden werden, dass – wie in der Vergangenheit mitunter geschehen – eine sich senkende Schranke ein Auto oder gar einen Passanten touchiert. Bis aufs Parkhaus Traube sind alle fünf Anlagen schrankentechnisch schon auf dem neuesten Stand. In dieser Woche will man auch im "Traube"- Parkhaus gleichziehen.

Für kleine Schummeleien wird’s schwer

Apropos Schranke: Die bleibt sonntags künftig unten. Parken ist am Sonntag zwar weiterhin kostenlos, aber mit dieser Neuerung will man den Missbrauch in den Parkhäusern eindämmen. Mancher Autofahrer nutzte diese Lücke in Nagolds Parkierordnung, um sein Heilix Blechle in den Parkhäusern abzustellen und an einem Sonntag – ohne etwas bezahlen zu müssen – sich mit dem Auto von dannen zu machen. Mit solchen Schummeleien ist jetzt genauso Schluss wie mit der Mär, die mancher Kunde in der Vergangenheit den Stadtwerke-Mitarbeitern auftischte, die auf Notrufbereitschaft waren. Von wegen die Schranke funktioniere nicht oder gehe nicht hoch, obwohl man doch bezahlt habe. Stephan Müller – die neue Technik macht’s möglich – sieht schon mit dem Blick auf Handy oder Tablet, ob besagter Kunde sein Parkticket vorher überhaupt in den Kassenautomaten gesteckt hat.

Auch ein Nagolder Alleinstellungsmerkmal gehört bald der Vergangenheit an: Welche Stadt hat schon eine Stadtausfahrt, die über ein Parkhaus führt?

Einheimische nutzen die "Abkürzung" durchs Parkhaus Innenstadt Ost, besser bekannt als Weihergässle, schon seit Jahren, weil die Herrenberger Straße durch diverse Baustellen in der Vergangenheit stadtauswärts gesperrt war. Doch mit dieser Behelfsausfahrt ist bald Schluss. "Ein Parkhaus ist zum Parken da", sagt Bürgermeister Breitling, zudem konterkariere diese missbräuchliche Nutzung "in dieser Massivität unser Angebot." Künftig hebt sich die Schranke im Parkhaus Ost bei der Ausfahrt erst nach einer vorgegebenen Parkzeit.

Dabei geht man aber behutsam vor, um die Kunden nicht zu überfordern. Denn ein erster Versuch, die Nagolder von ihrer speziellen Stadtausfahrt abzunabeln, endete im Chaos. Hagen Breitling: "Das führte zu irrationalen Handlungen, auch verkehrstechnisch." Autofahrer fuhren die Einbahnstraße rückwärts, stellten sich mit dem Heck zur Ausfahrt und blockierten damit anderen Kunden die Einfahrt. Also will man mit den Neuerungen abwarten, bis die Baustellen in der Herrenberger Straße abgeschlossen sind.

Sie können per Ferndiagnose eingreifen

Für Nagolds Finanzbürgermeister macht die Investition von 450.000 Euro in die neue Technik gleich mehrfach Sinn: durch mehr Ordnung und mehr Kontrolle. Schon jetzt können das Duo Müller und Schwirkus mit dem Handy oder dem Tablet in einer Ferndiagnose eingreifen, wenn’s an einer der fünf Schranken klemmt. Das spart vor allem Zeit.

Und künftig verfälschen auch keine findigen Sonntags-"Ausfahrer" oder durchs Weihergässle abkürzende Karossen mehr die Parkbilanz, wenn sich hinter ihnen die Schranke hebt oder senkt. Gezählt wird nur noch, wenn auch tatsächlich geparkt wird.

Und das wiederum ist Grundlage für die nächste Innovation auf dem Parksektor: Im neuen Jahr soll an den Stadteingängen das Parkleitsystem erneuert werden, dessen Zahlen auf den Anzeigetafeln – aufgrund der veralteten analogen Technik – schon seit geraumer Zeit nicht mehr gestimmt haben.

Kostenpunkt fürs neue Leitsystem: 370.000 Euro. Man rechnet mit staatlichen Subventionen aus GVFG-Mitteln in Höhe von 200 .000 Euro. Mit der Baumaßnahme beginnen will man freilich erst, wenn der Förderbescheid vorliegt, sonst – "ganz wichtige Förderregel", sagt Breitling – gibt’s auch kein Geld. Bis spätestens im Spätsommer 2020 soll das neue Leitsystem stehen. Alle Neuerungen für die Kunden aufgrund der neuen Parkierungstechnik sollen spätestens zum 1. Januar 2020 gelten.

Neues Rabattsystem für Nagolds Kunden?

Mit dem Nagolder Einzelhandel will die Stadt zudem aufgrund der dann gegebenen technischen Möglichkeiten über ein neues Rabattierungssystem reden, mit dem den Kunden ein Teil ihrer Parkgebühren zurückerstattet werden könnte. An dem Tarifsystem von einem Euro für jede Stunde Parken und der ersten freien Parkstunde soll aber nicht gerüttelt werden.

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