Im Nordschwarzwald gibt es immer noch mehr freie Ausbildungsstellen als potenzielle BewerberFoto: Kahnert Foto: Schwarzwälder Bote

Statistik: Überraschend positive Entwicklung auf Arbeitsmarkt

Nordschwarzwald/Nagold. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald hat sich im Juli weiter verbessert", freut sich Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim ist von Juni auf Juli um 156 oder 1,1 Prozent auf 14 396 zurückgegangen. Noch erfreulicher ist der Vergleich mit dem Vorjahr: Im Juli 2020 waren noch 1719 oder 10,7 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 4,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,7 Prozent.

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim haben Horb und Mühlacker mit jeweils 3,4 Prozent den besten Wert. Es folgen Calw und Freudenstadt mit je 3,5 Prozent, Nagold mit 3,6 Prozent, Bad Wildbad mit 4,6 Prozent und Pforzheim mit 5,0 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung ist ungewöhnlich, einen Rückgang der Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli gab es zuletzt vor 14 Jahren. Arbeitslosmeldungen von Schulabsolventen und Auszubildenden ohne Anschlussbeschäftigung, Entlassungen zum Quartalsende sowie vor den Betriebsferien auslaufende befristete Verträge sind typisch für einen Juli und führten in den letzten Jahren immer zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

"Bei aller Freude über die positive Entwicklung dürfen wir nicht übersehen, dass dennoch noch gut 2300 Menschen mehr arbeitslos sind als vor der Corona-Pandemie und wir nach wie vor viele Arbeitsplätze mit Kurzarbeitergeld sichern müssen. Es liegt also noch ein hartes Stück Arbeit vor uns, bis wir am Arbeitsmarkt wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben werden", so Lehmann weiter. Auch die Arbeitskräftenachfrage war, für die Jahreszeit unüblich, höher als im Vormonat. Betriebe und Verwaltungen meldeten in den letzten vier Wochen 1413 zu besetzende Stellen, 310 oder 28,1 Prozent mehr als im Juni und 454 oder 47,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Freie Stellen gibt es in fast allen Branchen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Gastgewerbe.

Am Ausbildungsmarkt gibt es kurz vor Ferienbeginn noch mehr freie Ausbildungsstellen als junge Menschen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen. "Hier geht es jetzt in die heiße Phase", sagt Lehmann und ergänzt: "Wer noch unentschlossen ist, sollte die Ferien für die Berufswahl nutzen und sich auf freie Lehrstellen bewerben. Denn wer sich für eine betriebliche Ausbildung in unserer Region entscheidet, trifft eine gute Wahl und hat hervorragende Karrierechancen."

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