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Nagold Neues Seniorenzentrum in Planung

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Andreas Cramer, geschäftsführender Vorstand des Diakoniewerks Martha-Maria, Elena Schweizer, Leiterin des Nagolder Seniorenzentrums Martha-Maria, und Oberbürgermeister Jürgen Großmann (von links). Foto: Kunert

Nagold - Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, aber das Ziel aller Beteiligten ist klar: Im Herzen von Nagolds größtem Ortsteil Hochdorf soll ein neues Seniorenzentrum samt betreutem Wohnen entstehen – als Dependance des bestehenden Seniorenzentrums Martha-Maria in der Kernstadt.

Für die Stadt Nagold das Einlösen eines Versprechens: Seit rund einem Jahr gibt es die Überlegungen, so Oberbürgermeister Jürgen Großmann während eines Pressegesprächs, "im Süden der Stadt" ein solches neues Angebot für die Seniorenbetreuung zu schaffen. Vor allem nach der anstehenden Schließung des Gertrud-Teufel-Seniorenzentrums (GTSZ) war dieses Projekt immer wieder als mögliche Alternative für die wegfallenden Betreuungsplätze genannt worden.

Aus der Idee sollen jetzt konkrete Planungen werden, wie Andreas Cramer, geschäftsführender Vorstand des Diakoniewerks Martha-Maria, ergänzend erläutert. Wobei man ganz aktuell erst einmal "eine Verzögerung" zu verkraften habe – aber eine, die aus Sicht des OBs "eigentlich ganz erfreulich" sei: "Unsere Machbarkeitsstudien haben gezeigt, dass die Kombination aus Seniorenzentrum und betreutem Wohnen in der notwendigen Mindestgröße am bisher favorisierten Standort allein nicht funktionieren", erläutert Cramer. "Das hat uns zeitlich etwas zurückgeworfen".

Mögliche Lösung ist mit Stadt abgestimmt

Mögliche, mit der Stadt bereits abgestimmte Lösung: Der avisierte Standort im Neubaugebiet "Reesengarten" – direkt zur Böblinger Straße / B 463 hin – soll vor allem für die stationäre Pflege (40 bis 45 Plätze) ausgelegt werden, ergänzt um den Bereich Tagespflege (zehn bis 15 Plätze). Das betreute Wohnen (mindestens 30 Wohneinheiten für je zwei Bewohner) soll in einem zweiten Bau untergebracht werden – der im rückwärtigen (westlichen) Bereich des geplanten, neuen Dorfplatzes errichtet werden könnte. Der Dorfplatz würde sich später einmal südlich des Hauptbaus des neuen Seniorenzentrums zum Gasthaus Krone hin erstrecken.

Würde heißen: "Das neue Zentrum für Hochdorf würde eine nachhaltige Belebung erfahren", ist sich OB Großmann sicher.

Auch in der jetzt "vergrößerten Planung" würde das geplante zweite Martha-Maria-Seniorenzentrum in Nagold (inklusive der Angebote für betreutes Wohnen) gerade so "eine Mindestgröße für eine solche Einrichtung" erreichen, in der sie wirtschaftlich geführt werden könnte. "Stationäre Altenpflege ist immer eine Nullnummer", rechnet Andreas Cramer vor – bestätigt von Elena Schweizer, der Leiterin des bestehenden Seniorenzentrums Martha-Maria am Nagoldufer. "Man ist immer gerade so kostendeckend."

Dabei sei es für die geplante Hochdorfer Einrichtung "existenziell wichtig", dass man später möglichst weitreichende Synergien mit dem Haupthaus in der Kernstadt umsetzen könne – etwa im Bereich der Versorgung der Bewohner mit Speisen. Das letzte Wort hier habe aber das Landratsamt Calw als zuständige Heimaufsicht, die einem solchen übergreifenden Versorgungskonzept als Genehmigungsbehörde zustimmen müsste.

Kostenschätzung muss noch konkretisiert werden

Für kommenden Juli, so Cramer weiter, stehe ein Grundsatzbeschluss seines Verwaltungsrats zu den geplanten Neubauten in Hochdorf an – bis dahin muss auch die Kostenschätzung konkretisiert sein. Im Augenblick stehe man bei den Baukosten für den Hauptbau in Hochdorf (stationäre und Tagespflege) bei "etwa sieben bis neun Millionen Euro" – was übrigens mit den Schätzungen für den ursprünglich mal angedachten, letztlich aber verworfenen Neubau des GTSZ in identischer Größenordnung korreliere, so der Hinweis von Großmann. Hinzu kämen jetzt für Hochdorf die Kosten für das zweite Gebäude für das betreute Wohnen. Was die Investitionssumme insgesamt zu einem "deutlich zweistellig Millionenbetrag" anheben werde.

Liegt der Grundsatzbeschluss von Diakoniewerk Martha-Maria vor, soll "im Laufe des Jahres auch alles Übrige fest gemacht" werden, so OB Großmann.

Die Schließung des Gertrud-Teufel-Seniorenzentrums hat die Gemüter erhitzt. Wirtschaftlich sicher notwendig, war der Entscheid des Gemeinderats schmerzlich. Aber soziale Aufgaben gehören in die Hände sozialer Träger – da macht es Sinn, dass nun mit dem Diakoniewerk Martha-Maria ein solcher sozialer Träger jenes Neubauprojekt in anderer Form stemmen will, an der die Zukunft des GTSZ final scheitern musste. Und auch Martha-Maria wird es nur schaffen, wenn es reichlich Synergien ziehen kann zu ihrem bestehenden Haus. Auch das belegt, dass der Gemeinderat recht hatte mit seinem unbequemen Entscheid: Allein war das GTSZ nicht überlebensfähig. Bleibt zu hoffen, dass nun – mit der neuen Perspektive für Senioren in der Stadt – Frieden einkehrt in Nagold. Und die Bürger diese sinnvolle Neuausrichtung der Seniorenbetreuung mittragen.

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