Daniela Wolfer ist Hauswirtschafterin für die Diakoniestation Nagold. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Corona-Helden: Daniela Wolfer findet in dieser Zeit Kraft in einem tollen Team

Die Politiker nennen sie systemrelevant. Dabei sind sie vor allem eines: unsere Helden in Corona-Zeiten, die durch ihre Arbeit das gesellschaftliche Leben aufrechterhalten oder sich um alte und kranke Menschen kümmern. Wie zum Beispiel Daniela Wolfer (48), die als Hauswirtschafterin seit zwei Jahren für die Diakoniestation Nagold tätig ist. Wir haben bei ihr nachgefragt.

Wie sieht Ihr Alltag in Corona-Zeiten aus?

Man kann nur noch für kurze Zeit planen. Zum Beispiel ist häufig unklar, wann Schule ist und wann nicht. Zum Glück sind meine Töchter in einem Alter, in dem sie auch allein zu Hause bleiben können. Ich versuche, mich immer zu erkundigen, welche Verordnungen und Vorschriften neu sind. Damit kann ich mich privat und im Beruf auf alle Neuerungen einstellen und sie zeitgerecht umsetzen.

Was ist seit Beginn der Pandemie anders geworden?

Die sozialen Kontakte beschränken sich auf einen ganz kleinen Kreis. Leider finden derzeit auch keine Präsenz-Dienstbesprechungen statt. Sie waren immer gut, um sich mit den Kolleginnen auszutauschen. Auch unsere Einsätze haben sich zum Teil etwas verändert. Neben den Arbeiten, die im Haushalt anfallen, wie Wohnungsreinigung oder Wäschepflege ist das Einkaufen-Gehen wichtiger geworden: Die älteren Menschen, denen wir bei der Bewältigung ihres Alltags helfen, können sich dadurch noch mehr vor Ansteckung schützen.

Bekommen Sie von anderen Menschen Lob für Ihren Einsatz?

Ja, von Seiten unserer Vorgesetzten kommt immer wieder ein Lob. Oder auch mal eine kleine Aufmerksamkeit in Form einer Karte, Süßigkeiten oder Ähnliches. Natürlich kommt auch viel Lob von den Menschen, die wir im Haushalt unterstützen. Sie freuen sich zum Beispiel, dass wir von der Diakonie auch und gerade in der Corona-Zeit "Essen auf Rädern" anbieten. Für viele ist das sehr wichtig, da das Kochen für sie sehr beschwerlich ist.

Das schönste Lob war...

Da kann ich mich nicht wirklich auf ein bestimmtes festlegen. Das schönste Lob ist für mich, wenn der Satz "Schön das sie kommen!" zur Begrüßung fällt.

Was gibt Ihnen besonders Kraft in diesen Zeiten?

Die Zeit mit meiner Familie. Und natürlich die Gespräche mit meinen tollen und netten Kolleginnen. An dieser Stelle ein Lob an unser super Team, ihr seid die Besten!

Und was stört sie am meisten?

Dass es so viele Menschen gibt, die sich einfach nicht an die bestehenden Verordnungen halten. Es ist doch nicht so schwer, mal zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Es ist einfach wichtig, dass jetzt alle zusammenhalten und wir uns alle an die Regeln halten.

Können Sie diesen Zeiten auch etwas Positives abgewinnen?

Ja, das kann ich. Wir verbringen als Familie wieder viel mehr Zeit zusammen, auch dadurch bedingt, dass sämtliche Freizeitaktivitäten der Mädels nicht stattfinden. Fast täglich gehen wir derzeit gemeinsam spazieren. Auch im Alltag ist jetzt vieles entschleunigt.

Gehen Sie mit der Politik im Umgang mit dieser Pandemie einig oder hätten sie etwas anders gemacht?

Puh, das ist schwer zu beantworten. Natürlich war es nötig, Maßnahmen zu ergreifen. Ob diese alle richtig waren, kann ich nicht beurteilen. Ich möchte auf jeden Fall nicht mit unseren Politikern tauschen.

Werden Sie sich impfen lassen?

Ja, ich denke, dass ich mich auch impfen lassen werde.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten ...

... dann wünsche ich mir, dass wir die Pandemie bald überstanden haben und möglichst wenige noch daran erkranken. Ich wünsche mir, dass bald wieder ein geregelter Unterricht in den Schulen stattfinden kann. Dass wieder mehr soziale Kontakte für Kinder, Teenies und ältere Menschen möglich sind. Meiner Meinung nach sind das diejenigen, die am meisten unter der Pandemie leiden. Ein großer Wunsch ist, dass sich möglichst alle an die Regelungen halten und wir zur Normalität zurückkehren.

Alter: 48 Jahre

Beruf/Ehrenamt: Hauswirtschaftliche Mitarbeiterin. Seit zwei Jahren tätig für die Diakoniestation Nagold im Bereich Hauswirtschaft

Hobbys: Stricken, Nähen, Bewegung in der Natur

Lebensmotto: Lebe jeden Moment, liebe unendlich, lache jeden Tag

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