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Nagold Mit Passion, doch ohne Überschwang

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Die Monday-Jazzband trat auf der Terrasse des Restaurants Bahnhof 1872 auf.Foto: Maria Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold. Die spätsommerliche Aura belebt zusehends das Nagolder Musikleben, da die meisten Veranstaltungen im Freien stattfinden. Schließlich gibt es genügend geeignete Plätzchen in der Stadt, die man im Nu in eine Auftrittsbühne umfunktionieren kann.

Eins davon ist die Terrasse des Restaurants Bahnhof 1872. In dem denkmalgeschützten Gebäude, wo einst die Zugreisenden sich aufhielten und Fahrkarten kauften, werden jetzt die Spezialitäten des Steakhouse serviert. Vor den Eingängen zu ehemaliger Wartehalle stehen stilechte Klapptische- und Stühle, riesige Sonnenschirme beschatten den Freisitz.

In diesem einladenden Ambiente trat jetzt die Monday-Jazzband auf. Die Nagolder Kleinformation besteht aus den Jazz-Besessenen Hartwig Mayer (Saxofon), Bernd Gorenflo (Gitarre), Harald Bender (Bass) und Stefan Burr (Keyboard). Ihre musikalischen Grundlagen ergänzen und vertiefen sie jeden Montag nach den Anweisungen des musikalischen Leiters Michael Nessmann. Alles seit zwei Jahren und unter dem Patronat der Städtischen Musikschule.

Da die Altersspanne der Musiker zwischen 50 und 70 Jahren liegt, hieß das Quintett früher "Ü30". Nun behaupteten sich die Nichtprofi-Musiker als Monday-Jazzband mit dem erfahrenen Jazzer und Musikpädagogen Nessmann am Schlagzeug als ein souveränes Ensemble von spätjugendlicher Reife. Bescheiden in Erscheinung, interpretierten die Männer mehrere Standards frei, ehrlich und mit inniger Hingabe und unterhielten die Gäste mit nostalgischen Oldies bis hin nach Sonnenuntergang.

Auch Spaziergänger oder Radfahrer blieben stehen und lauschten den melancholischen Soli des Saxofons, der Gitarren und des Klaviers. In der ruhigen Szenerie wirkte die Musik entspannend und beruhigend, lediglich der Beifall nach den gut gelungenen Soli unterbrach kurzzeitig die irgendwo zwischen Kurpromenade, Biergarten und Jazzkeller liegende Stimmung.

Mit Leib und Seele dabei, spielten die Musiker mit Passion, doch ohne Überschwang ihr stilistisch vielfältiges Programm, in dem tänzelnder Swing und Blues dominierten. In "Corcovado" und "Blue Bossa" nahm ihr Hang zum Jazz die Züge einer echten Leidenschaft an, trotzdem blieb das stimmungsvolle Klangspektrum bis zum letzten Programmpunkt gleich angenehm ausbalanciert.

Selbstverständlich verlangte das verträumte Publikum nach einer Zugabe, somit endete die Begegnung mit heimischen Jazzmännern erst bei aufkommender Abendkühle.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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