Am Hütchen ist bereits zu erkennen: Hier am Eingang zum neu gestalteten Longwyplatz kommt später mal ein Poller hin. Der Grund: Ehemalige Landesgartenschauflächen werden verstärkt von Autofahrern entdeckt – verbotenerweise. Foto: Hofmann

Nach der Öffnung des Landesgartenschau-Areals nutzt auch mancher Autofahrer die neuen Wege.

Nagold - Die Nagolder konnten es kaum erwarten, das einstige Landesgartenschaugelände wieder in Besitz zu nehmen. Selbst an tristen Wintertagen sieht man nun ungewöhnlich viele Passanten auf den Wegen durch den Stadtpark schlendern. Doch nicht jeder Besucher ist willkommen.

Es ist das alte Lied: Kaum werden in Nagold Flächen geöffnet, stürzen sich einzelne Autofahrer darauf. Sei es nun als Parkplatz oder auch als geschickte Abkürzung. Man mag es kaum glauben, doch selbst neue Fußwege auf den Landesgartenschauarealen sind vor Fahrzeugverkehr nicht sicher.

Noch sind es Einzelfälle: Einer hat ein Fahrzeug durch den Riedbrunnenpark fahren sehen, ein anderer wiederum auf dem ehemaligen Longwyparkplatz. Doch wer weiß, wie schnell sich bei manchen Autofahrern neue Schleichwege und vermeintliche geheime Parkplatz-Tipps herumsprechen und etablieren, ist gewarnt. Und so wird wohl auch die Stadt Nagold an den neu geschaffenen Wegen und Plätzen nachbessern müssen – mit Schildern und zur Not auch mit Pollern.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses wurde unterdessen auch deutlich, dass sich die besagten Einzelfälle summieren. Im Riedbrunnenpark wird immer wieder beobachtet, wie der Hauptweg, der zum künftigen Kinderhaus führt, immer wieder von Autofahrern als Durchfahrt in das Einkaufsgebiet im Iselshauser Tal genutzt wird.

Schilder würden nicht ausreichen

Ein weiterer schon dreisterer Vorgang wurde am neuen Krautbühlpark beobachtet: Autos fahren dort den nun wirklich nicht sehr breiten Weg unterhalb der Baustelle für die Stadthäuser entlang und folgen dem Weg, machen selbst am Krautbühl nicht halt, sondern fahren einfach herum.

Und schließlich sind auch schon wieder einzelne parkende Autos am neu gestalteten Longwyplatz gesichtet worden. "Ich dachte, der dort ausgestellte Elektro-Smart während der Landesgartenschau wäre das letzte Auto, das ich dort sehen würde, doch ich habe mich geirrt", berichtete Finanzbürgermeister Hagen Breitling. Der muss es wissen, die Kämmerei liegt schließlich direkt neben dem Gelände.

"Wir werden in nächster Zeit eh eine größere Bestellung an Pollern aufgeben", deutete Hagen Breitling die Lösung an. Denn Schilder allein reichen offensichtlich nicht aus, um allen Autofahrren deutlich zu machen, dass sie auf diesem Gelände nichts zu suchen haben. "Ich bin eigentlich kein Freund von Pollern, doch es gibt letztendlich fast keine andere Lösung", stimmte auch Tiefbauamtsleiter Richard Kuon zu.