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Nagold Mehr über eigene Produkte erzählen

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Machen sich zusammen für regionale Lebensmittels stark (von links): Landfrauen-Präsidentin Juliane Vees, Moderator Carl Christian Hirsch, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch; Metzgermeister Herbert Reinhardt und Gastgeberin Margret Raible. Foto: Walz Foto: Schwarzwälder Bote

"Eine Lehre aus Corona? Regionale Lebensmittel gefragt wie lange nicht!?!". Zu diesem Thema lud der CDU-Stadtverband Nagold auf den Hof der Familie Raible in Nagold-Vollmaringen.

Nagold-Vollmaringen. 50 Besucher waren gekommen und weit mehr hätten gerne teilgenommen, doch das Corona-Hygienekonzept ließ nicht mehr zu. "Gesundheit und Sicherheit gehen vor und wir bitten um Verständnis, dass wir mehreren Interessierten leider absagen mussten", begrüßte Carl Christian Hirsch, die Besucher.

Gemeinsam mit Margret Raible, die zusammen mit ihrer Familie den Hofladen betreibt, Juliane Vees, Präsidentin des Landfrauenverbands Württemberg-Hohenzollern, Herbert Reinhardt, selbstständiger Metzgermeister aus Iselshausen und Friedlinde Gurr-Hirsch, Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, begrüßte Hirsch unter den Gästen auch Oberbürgermeister Jürgen Großmann und einen ganz besonderen Gast: Waldemar Dombek, Landrat des Calwer Partnerlandkreises Gleiwitz in Polen. "Die europäische Freundschaft und auch der freie Warenverkehr verbinden unsere Länder innig. Gleichwohl sollte bei Lebensmitteln der Regionalität übergeordnete Bedeutung zukommen – für kürzere Transportwege und im Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz", so Staatssekretärin Gurr-Hirsch.

Waldemar Dombek war beeindruckt vom Konzept des Hofladens sowie der betrieblichen Organisation von Familie Raible. Margret Raible baute vor 29 Jahren ihren Hofladen auf. "Damals war Regionalität bei Lebensmitteln ein unbekanntes Thema. Vielleicht auch weil für viele damals noch selbstverständlicher", so Raible. Landrat Dombek lobte das Veranstaltungskonzept, das er gerne als Erfahrung mit nach Gleiwitz nehme.

Die anschließende Diskussion machte deutlich: Dass es frische und qualitativ hochwertige Lebensmittel gibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Produzenten und Verbraucher nehmen entscheidende Rollen ein. "Die Veranstaltung soll daher auch über die Zusammenhänge aufklären – ohne belehren zu wollen", so Hirsch.

"Das Thema ist ganzheitlich zu betrachten", führte Raible aus. "Wir müssen, wie wir es mit der Landesinitiative ‚BeKi‘ tun, bei der Elternberatung zur bewussten Ernährung starten, in den Kinderbetreuungseinrichtungen das Thema Regionalität von Lebensmitteln mit Bezügen zur Heimat der Kinder vorleben und die Bedeutung dieses Themas auch noch stärker in der Lehrerausbildung gewichten", so die zuständige Staatssekretärin. "Und das geht bis zum Thema Vermeidung von Lebensmittelverschwendung", so Gurr-Hirsch weiter, die dabei auch ihr Projekt im Zusammenhang mit der App "To good to go" mit verschiedenen baden-württembergischen Kommunen vorstellte. Von großer Bedeutung sei schlicht auch die bessere Information über die regionalen Angebote, waren sich alle Diskutanten einig.

"In den Reihen der LandFrauen treffen sich Erzeugerinnen und Verbraucherinnen. Wir machen uns stark für regionale Lebensmittel und bewerben mit unseren Botschafterinnen für heimische Agrarprodukte auch die App ‚Natürlich von Daheim‘, in der man neben Direktvermarktern und Ferienhöfen auch Gasthöfe mit Produkten aus Baden-Württemberg findet. Im Kreis Calw sind es immerhin bereits 44", so Juliane Vees. Die Landfrauenpräsidentin wies zusammen mit Gurr-Hirsch auch auf die Rolle der europäischen Agrarpolitik hin. "Ohne die Direktzahlungen aus der so genannten ersten Säule hätten wir heute noch weniger als die nur noch 41 000 Betriebe in Baden-Württemberg. Diese Ausgleichsgelder sollten gerade unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe stärken, um so unseren Verbrauchern regionale Lebensmittel bei hohen Umweltstandards zu sichern", so Vees.

"Für mich ist wichtig, für die Kaufentscheidung nicht nur mit dem Finger auf Verbraucher zu zeigen, sondern zuerst mich als Produzent zu fragen: Was kann ich noch tun?‘. Ich denke, wir müssen über unsere Produkte noch mehr erzählen und die Vorzüge von Regionalität herausstellen. Ich weiß bei unseren regionalen Produkten, welcher Bauer in den Nachbardörfern das Tier wie gefüttert und aufgezogen hat. Ich beende beim Schlachten immerhin das Leben eines Tieres. Das Tierwohl muss auch während des Tötens die entscheidende Rolle spielen. Das muss doch auch der Verbraucher so wollen; aber ich muss aktiv informieren", ergänzte Herbert Reinhardt, der in Gündringen ausschließlich Schweine und Rinder aus maximal 30 Kilometer Entfernung selbst schlachtet und in Iselshausen als Metzger direkt verkauft und sich in der Fleischerinnung im Kreis Calw umfangreich engagiert.

"Dem stimme ich absolut zu, gleichwohl haben wir großen Nachbesserungsbedarf bei der Kennzeichnung aller Lebensmittel. Mehr Klarheit und Ehrlichkeit bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln würden bei vielen Verbrauchern ein Umdenken befördern. Klare Angaben zu Zuckergehalt, Salzgehalt und – vor allem – wo das Produkt unter welchen Umständen entstanden ist, brauchen mehr Platz und Verständlichkeit bei der Produktinformation", so die Landfrauen-Kreisvorsitzende Margret Raible an die Bundes- und europäische Politik gerichtet. "Ganz klar, das ist ausbaufähig. Wir brauchen noch mehr Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln für eine entsprechende Konsequenz bei der Kaufentscheidung der Verbraucher Und wir werden als CDU das weiter forcieren", so Moderator Carl Christian Hirsch abschließend.

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