Klaus Mack (links) suchte den Austausch mit dem Nagolder Mediziner und Gemeinderat Oliver Mayer.Foto: CDU Foto: Schwarzwälder Bote

Medizin: Klaus Mack im Gespräch mit Hausarzt Oliver Mayer

Nagold. Die hausärztliche Versorgung der Region war Thema beim Besuch in der Praxis von Oliver Mayer. Der Stadtrat im Nagolder Gemeinderat sprach mit dem CDU-Bundestagskandidaten Klaus Mack über die Herausforderungen des Gesundheitssystems und die Frage, wie der Arztberuf wieder attraktiver gestaltet werden kann.

Die Sorge um die medizinische Versorgung des Ländlichen Raumes treibt viele Menschen um. "Verlässt der letzte Landarzt den Ort, ist kaum mehr ein Nachfolger in Sicht", heißt es in einer Pressemitteilung von Mack. "Die Region braucht daher mehr Hausärzte", sind sich Oliver Mayer und Klaus Mack einig. Als ein Instrument sieht Mayer den Zugang zum Medizinstudium an. Würde man den Numerus Clausus abschaffen und mehr Gewicht auf die Sozialkompetenz und die Freude an der Arbeit mit Menschen legen, wäre man einen entscheidenden Schritt weiter: "Nur wer gute Noten schreibt, ist nicht automatisch ein guter Arzt", sagt der mehrfache Familienvater. Klaus Mack sieht eine weitere Möglichkeit in der Schaffung medizinischer Versorgungszentren. Diese könnten mit telemedizinischen Angeboten in die Region strahlen, gerade dorthin, wo sich kein Hausarzt mehr findet. "Mit dem Projekt ›Ambigoal‹ sind wir mit dem Regionalverband Nordschwarzwald genau in diese Richtung gestartet", sagt Mack und ergänzt, dass in Calw eine Genossenschaft gegründet wurde, die das Ziel verfolge, solche Zentren zu betreiben. Ambigoal (Ambulante integrierte Gesundheitszentren zur Optimierung der ärztlichen Versorgung und Pflege im ländlichen Raum) wird vom Institut für Public Health der Medizinischen Fakultät Mannheim und der Universität Heidelberg koordiniert. Mayer gibt zu bedenken, dass der ganzheitliche Ansatz eines Landarztes nicht zu unterschätzen sei. Hausärzte würden ihre Patienten über Jahre begleiten und damit intensiv kennen. Doch gerade für kleine Orte könnten diese Zentren eine Lösung bieten.

Von Maßnahmen, die Studienabgänger zum Verbleib im Ländlichen Raum verpflichten, hält Mayer indes nichts. Jungmediziner müssten ihr Handwerkszeug erst einmal erlernen: "Das geht am besten als Assistenzarzt in einem Krankenhaus." Er selbst sei dann auch wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Am Ende liege es immer an der Attraktivität des Arztberufes. Dann würden sich auch wieder mehr junge Menschen für ein Medizinstudium entscheiden. Die hohe Bürokratie und Dokumentationspflichten lähmten das System. Die Gefahr möglicher Regressforderungen schrecke zudem potenzielle Nachwuchsärzte ab. "Hier sind die Krankenkassen und die Politik gefragt", gibt Mayer dem Bundestagskandidaten mit auf den Weg.

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