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Nagold Mahnwache in Baisingen

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Eine kleine Gruppe der Nagolder Omas gegen Rechts, verstärkt durch drei Opas, hielt eine Mahnwache vor der ehemaligen Synagoge in Baisingen.Foto: OGR Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold. Zum ersten Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle traf sich eine kleine Gruppe der Nagolder Omas gegen Rechts, verstärkt durch drei Opas, zu einer Mahnwache vor der ehemaligen Synagoge in Baisingen.

Anna Ohnweiler, Initiatorin und Mitbegründerin von Omas gegen Rechts in Deutschland, erinnerte an das schreckliche Ereignis vor exakt einem Jahr, als ein verwirrter rechtsradikaler Attentäter in Halle während des Gottesdienstes zum Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, die Synagoge stürmte und dabei zwei Menschen erschoss. Da die massive Tür dem Kugelhagel standhielt, konnte wie fast durch ein Wunder eine noch größere Katastrophe verhindert werden.

Bernhard Utters trug einen tagesaktuellen Artikel aus der "Süddeutschen Zeitung" vor und stellte damit den Bezug zur Situation ein Jahr nach dem Anschlag her. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit seien politische Denkmuster, die von rechtsradikalen Bewegungen und Parteien nach wie vor bedient würden.

Im stillen Gedenken

Im Mittelpunkt der knapp halbstündigen Veranstaltung standen jedoch das stille Gedenken an die Opfer des Anschlags von Halle sowie die Verpflichtung, sich gegen jede Form von Fremdenhass und Antisemitismus zur Wehr zu setzen.

Statt weiterer Reden wurden Texte aus der hebräischen Bibel, die als Altes Testament Teil der christlichen Bibel geworden ist, vorgetragen. Anna Ohnweiler las den 121. Psalm, der auch beim jüdischen Totengebet zitiert wird. Helmut Luckert erläuterte kurz den ursprünglichen Zusammenhang dieses Psalms, der als Wallfahrtslied zu verstehen sei, mit dem sich Pilger auf dem Weg zum Tempel nach Jerusalem gegenseitig Mut zusprachen und sich der Hilfe Gottes versicherten. Dazu verlas er den Text in der hebräischen Originalsprache.

Abschließend sprach er – auf deutsch und hebräisch – den so genannten Aaronitischen Segen, mit dem auch jeder christliche Gottesdienst beendet wird. Dieser Segen ist Bestandteil der Liturgie zum Jom-Kippur-Fest, dem Tag des Anschlags von Halle im vorigen Jahr.

Die behördlich genehmigte Veranstaltung fand unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln sowie unter Anwesenheit zweier freundlicher Beamter der Polizeidienststelle Rottenburg statt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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