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Nagold "Lärm ist nicht kompensierbar"

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Die Informationsveranstaltung der "Aktionsgruppe gegen den Militärflugplatz" im Naturfreundehaus war gut besucht. Foto: Herrling Foto: Schwarzwälder Bote

Nachdem die "Aktionsgruppe Nagold gegen den Militärflugplatz" in Gündringen, Hochdorf und Jettingen Informationsveranstaltungen durchgeführt hat, wurde nun auch in Nagold im Naturfreundehaus eine öffentliche Veranstaltung angeboten. Der Veranstaltungsraum war mit etwa 120 Teilnehmern bis auf den letzten Platz besetzt.

Nagold. Anlass für die Veranstaltung war nach Information der Aktionsgruppe, dass bisher weder von der Stadt Nagold noch vom Regierungspräsidium eine öffentliche Veranstaltung in Nagold angeboten wurde – "obwohl die Nagolder Bürger bei Verwirklichung der Planungen mit erheblichen Belastungen rechnen müssten", so die Gruppe. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung der Aktionsgruppe: "Da Nagolds Oberbürgermeister anscheinend schon über Kompensationsgelder verhandelt hat, ist davon auszugehen, dass er den Flugplatz befürwortet." Bedenklich sei, dass das Thema noch nicht einmal im Gemeinderat beraten worden sei.

Begrüßt wurden die Anwesenden von der Vorsitzenden der Naturfreunde Nagold Monika Walz. Sie führte dabei aus, dass sich die Naturfreunde Nagold gegen den Militärflugplatz aussprechen, da sie direkt von den Auswirkungen betroffen seien, da zum Beispiel das Naturfreundehaus direkt in der Einflugschneise liege.

Im weiteren Verlauf wurde die Veranstaltung dann moderiert von Martin Hampp. Nach einer Bildpräsentation von Tilo Martin, die die Ausmaße des Geländes verdeutlichte, sowie die dort vorhandenen Schutzgüter und Auswirkungen des Übungsbetriebes zum Inhalt hatte, wurden Fragen zum Verfahren und Standort erörtert. Die Aktionsgruppe bezog sich dabei nach eigenen Angaben auf die im Begleitportal abrufbaren Informationen.

Die Entfernung zu Calw ist für die Aktionsgruppe nur ein vorgeschobenes Kriterium

Martin Hampp stellte fest, dass der Eindruck entstehe, die Suchkriterien seien mehrmals so abgeändert worden, dass entgegen früherer Bewertungen schließlich Haiterbach/Nagold als das geeignetste Gelände herauskam. Dies betraf zum Beispiel die Entfernungvorgabe der Bundeswehr zum KSK Calw, die von ursprünglich 15 auf 37 Kilometer angepasst wurde, sodass "plötzlich" Haiterbach/Nagold in das Suchraster gepasst habe. Dabei seien bisher "unverbindlich" etwa 60 Tage Übungsbetrieb für die Bundeswehr vorgesehen und 60 Tage für die amerikanische Armee. Das KSK Calw sei damit nur mit einem Bruchteil der 60 bisher vorgesehenen Übungstage der Bundeswehr beteiligt. Die Entfernung zu Calw ist für die Aktionsgruppe deshalb nur ein vorgeschobenes Kriterium.

Auch wurde von ihm als kritisch betrachtet, dass es im Falle von Einsätzen des Rettungshubschraubers beim Krankenhaus Nagold zu Konflikten mit dem Übungsbetrieb kommen könne, da das Krankenhaus direkt in der Anflugschneise und anderen Flugkorridoren liege.

In der anschließenden Gesprächsrunde legte Moderator Hampp Wert darauf, dass jeder seine Beiträge in sachlicher Atmosphäre vortragen konnte. Angesprochen wurde dabei, dass sich auch für die Segelflieger ein Konflikt eröffne, da gerade während guten Flugwetters im Sommerhalbjahr die militärischen Übungen stattfinden. Damit verbunden sei, dass auch die Überflüge über Nagold und die Teilorte und die damit verbundene Lärmbelastung aller Wahrscheinlichkeit nach vorwiegend während des Sommerhalbjahres stattfinden werden, wobei Hubschrauber und Flugzeuge durch die geringe direkte Entfernung zum Militärflugplatz in niedriger Höhe fliegen würden.

Auch wurde angesprochen, dass die auf Grund der Kuppenlage von Verkehrslärm verschonte, strukturreiche Kulturlandschaft auf der Gündringer Höhe ihre "herausragende Naherholungsfunktion" verlieren würde.

Man war sich einig, dass als Ersatz für das bisherige Absprunggelände in Renningen ein bestehendes militärisches Übungsgelände genutzt werden müsste beziehungsweise auf Flächen eingerichtet, die dem Land gehörten. Damit müssten keine Landwirte enteignet werden.

"Wer den Flugplatz in Renningen an Bosch verkauft, muss vorher auch wissen, wo in Zukunft das Kommando Streitkräfte Calw, Bundeswehr und Amerikaner üben sollen", so der Tenor der Veranstaltung, heißt es in der Pressemitteilung. Lärm und der Verlust eines ruhigen und strukturreichen und naturnahen Naherholungsgebietes seien nicht kompensierbar. Das bisherige Vorgehen produziere Unmut und Politikverdrossenheit.

Bedauert wurde seitens der Initiative auch, dass kein Gemeinderat der CDU, Freien Wähler und der FDP anwesend war, "obwohl sie persönlich eingeladen waren".

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