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Nagold Kita Riedbrunnen nun preisgekrönt

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Die Erzieherinnen der Kita Riedbrunnen freuen sich über den KitaStar in Bronze (von links): Corinna Miodek, Isabel Stanzel, Silvia Schuster, Denise Böttcher, Patrizia Haag, Ellen Hinderjock, Birgit Gesk und Luisa Hufschmidt. Auf dem Bild fehlt Ursula Hartmann. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Axel H. Kunert

Nagold. Deutschlandweit wird aktuell eifrig die Qualität von Kindertagesstätten (Kitas) diskutiert. In Nagold wurde jetzt die Kita am Riedbrunnen von der "element-i-Bildungsstiftung" explizit für ihre Qualität mit dem KitaStar in Bronze ausgezeichnet.

"Wir hatten wirklich nicht damit gerechnet, bei diesem Wettbewerb auch tatsächlich einen Preis zu gewinnen", freut sich Birgit Gesk, Leiterin der Kita Riedbrunnen. Sie hatte im Frühsommer die Ausschreibung des KitaStar-Preises gelesen. Gesucht wurden Kindertageseinrichtungen, die Kinder im Alltag vorbildlich an Entscheidungsprozessen beteiligen und dafür entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen haben. Das Fachwort dafür: Partizipation.

"Da konnten wir einiges vorweisen", so Gesk, die das pädagogische und zugehörige raumgestalterische Konzept der erst im vergangenen Jahr eröffneten Kita Riedbrunnen entscheidend mit entwickelt hatte. Für die Bewerbung um den KitaStar wurden die auf Kooperation und Dialog auch mit den ganz kleinen Kindern aufbauenden Leitlinien der Einrichtung erstmals auf insgesamt zwölf Seiten ausformuliert und dann bei der Jury eingereicht. "Im Juli wurden wir dann informiert, dass wir von insgesamt 70 Bewerbungen unter die letzten zwölf gewählt wurden."

"In allen Kitas in unserer Stadt wird sehr gute Arbeit geleistet"

Was folgte, war der Besuch von zwei Juroren, die einen ganzen Tag lang das bunte Leben in der Kita Riedbrunnen mitverfolgten und bewerteten. Mit dem Erfolg, dass die Nagolder letztlich bundesweit den dritten Platz errangen. Wobei die Kita Riedbrunnen einzige Bewerberin aus Baden-Württemberg war. "Für uns war es daher umso erstaunlicher, dass wir soweit gekommen waren", erläutert Gesk. Denn die vor allem aus Schleswig-Holstein stammende Konkurrenz, wo die Kinderrechte bereits in die Landesverfassung mit aufgenommen wurden, sei zum Teil mit Hochschulunterstützung in dem Wettbewerb angetreten; viele Wissenschaftler, die sich viele Gedanken über die optimale Pädagogik für Kinder unter drei Jahren gemacht haben.

"All das hatten wir hier nicht", so Birgit Gesk. Aber dafür wurde doch in Nagold sehr viel richtig gemacht – "und das nicht nur in unserer Kita", unterstreicht Gesk, die früher schon in der Kita in der Marktstraße mitgearbeitet hat. "In allen Kitas in unserer Stadt wird sehr gute Arbeit geleistet." Aber trotzdem nimmt die Kita Riedbrunnen mit ihren sehr großzügigen Räumen im ehemaligen Baden-Württemberg-Pavillon der Landesgartenschau eine Sonderstellung ein.

Genau das fanden dann auch die Juroren der "element-i-Bildungsstiftung": "Das Kitateam hat Räumlichkeiten und den Tagesablauf so gestaltet, dass auch sehr junge Kinder entscheiden können, was sie trinken und essen oder wann sie schlafen wollen. Eine durchdachte Einrichtung macht es den Mädchen und Jungen möglich, vieles alleine zu tun: auf den Wickeltisch und wieder herunter klettern, sich an ihren Essplatz setzen, ihre Jacke vom Haken nehmen oder Anziehsachen zum Wechseln holen. Ein ›Parkplatz‹ für Trinkflaschen jeweils mit Foto des Kindes und Bild der zugehörigen Flasche war ein Detail, das der Jury besonders gefiel."

Das eigentliche Geheimnis der Kita Riedbrunnen, warum "Partizipation" der unter Dreijährigen hier so gut funktioniert, geht aber noch ein bisschen tiefer: "Partizipation beginnt in den Köpfen der Erwachsenen", erklärt Birgit Gesk. Sie sei die Grundlage dafür, die Kinder in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen. Und: "Partizipation ist das Recht jedes Kindes." Im Alltag mag sich das für die meisten Eltern noch ein wenig ungewohnt "anfühlen", aber: "Es lohnt sich, neugierig auf die Persönlichkeit der Kinder zu sein, ihnen in jeder Sekunde mit echter Wertschätzung zu begegnen. Denn eigentlich wollten Eltern immer ›funktionierende‹ Kinder. Aber Kinder dürfen unperfekt sein."

Wichtig sei allein, dass man sie als echte Persönlichkeiten wahrnehme und verstehe, dass jede ihrer Handlungsweisen auf einem echten Bedürfnis beruhe. "Dann", so Gesk, "entwickelt sich ein kooperativer Umgang und vor allem eine kooperative Sprache mit den Kindern fast von alleine."

Natürlich gebe es auch in der Kita Riedbrunnen strikte Regeln. Aber die seien nie Selbstzweck. "Wir geben zum Beispiel nie vor, was und wann die Kinder essen müssen; sondern nur wo."

Und wenn dann doch mal die Grenzen der Regeln ausgetestet würden von den Kindern, greift wieder diese ganz eigene Sprache der Erzieherinnen, die auch von den KitaStar-Juroren ausdrücklich als beispielhaft gelobt wurde: "Wir sagen den Kindern dann nicht, was wir nicht wollen – sondern wir formulieren so, dass wir klar vorgeben, welches Verhalten wir uns wünschen." Und Kinder erfüllten unglaublich gerne Wünsche.

 
 

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