So soll die Berufsschule in Ugwaku einmal aussehen Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Aktiver Förderverein will in Nigeria eine Berufsschule aufbauen

Nagold. Über das Schulprojekt Ugwaku in Nigeria und den Verein Kinderhilfe Ugwaku wurde schon öfters berichtet, deshalb nur kurz: Innerhalb von zehn Jahren plante und finanzierte der Verein: ein Gymnasium für 320 Kinder, schaffte drei Schulbusse an und baute ein Schlafhaus für 126 Mädchen. 2018 wurde eine dreistöckige Grundschule für 220 Kinder und 60 Vorschulkinder realisiert. Zur gleichen Zeit wurde mit dem Bau eines Sport-Komplexes begonnen, der demnächst eingeweiht wird.

Auch im außergewöhnlichen Corona-Jahr war der Verein aktiv und organisierte die Aktion "Hungerhilfe". Durch die Einnahme von Sonderspenden in Höhe von 36 800 Euro konnten laut Vereinsangaben etwa "160 arme Familien in der Umgebung von Ugwaku vor dem Verhungern gerettet werden".

Selbst die Lehrer, welche für drei Monate – ohne Lohn – nach Hause geschickt wurden, unterstütze man durch die Zahlung eines Monats-Gehaltes.

Gespendete Waren im Wert von 14 000 Euro

Im November wurde bei einer Biberacher Spedition ein 40-Fuß-Container beladen, der gespendete Waren im Wert von rund 14 000 Euro beinhaltete. Unter anderem: medizinische Gerätschaft aus einer Nagolder Praxis-Auflösung. Auch Schulmöbel, EDV-Material, Werkzeuge, 92 Stoff-Ballen für die Berufssparte "Näherin" und 650 Schulkappen für die Schulkinder.

Die derzeitige Hauptaufgabe vom Vereinsausschuss ist die Verwirklichung der lang geplanten Vision vom Bau einer Berufsschule und der Erstellung einer Photovoltaikanlage.

Und warum eigentlich eine Berufsschule? "Im Laufe der Jahre wurde festgestellt, dass bei weitem nicht alle Kinder, welche die Grundschule oder das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen haben, auch die Möglichkeit haben, weiter zu studieren. Deshalb entstand die Idee die Kinder nach Beendigung der Grundschule zu einer Berufsausbildung zu animieren", heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Das Ziel: die Jugendlichen sollen sich – nach dem Berufsschulabschluss – selbstständig machen oder eine Festanstellung suchen. "Somit verbleiben sie in der Heimat und kommen nicht auf die Idee, nach Europa zu immigrieren", heißt es weiter. In der Berufsschule sollen Frisörinnen, Schneiderinnen, Elektriker, Maurer, Schlosser und vor allem Landwirte ausgebildet werden.

Die Vision von Paul Odeome und Vorstand Hans Wycisk ist nun soweit gereift, dass die Grundstücke gekauft sind, die Baupläne vorliegen und auch der Kostenplan steht. Was fehlt ist noch weiteres Geld. "45 Prozent der Bausumme konnte der Verein bereits durch viele Aktivitäten und Spenden aus Biberach und Wellendigen (Paul Odeomes neue Gemeinde) zusammenbringen. Dennoch fehlt noch ein Sümmchen", schreibt der Verein. Dazu beitragen soll die Aktion 5000 x 50, bei der "liebenswerte Menschen gesucht werden, die 50 Euro zur Finanzierung spenden". Flyer liegen in allen Sparkassenfilialen aus.

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