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Nagold Kein Sonderweg für die Nagolder Kirchen

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Leer bleiben die Kirchenbänke an Weihnachten unter anderem auch in St. Petrus und Paulus in Nagold. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Der 7-Tages-Inzidenzwert im Landkreis Calw liegt seit vergangenem Donnerstag über 300. Die Kirchengemeinden in Nagold sagen ihre Weihnachtsgottesdienste in den Kirchen und im Freien ab. Stattdessen werden sie auf Online-Angebote ausweichen.

Nagold. Aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens im Kreis Calw sagen die Nagolder Kirchengemeinden ihre Präsenzgottesdienste an Weihnachten ab. "Es ist bedauerlich, aber die Gesundheit der Menschen geht vor. Wir unterstützen alle Bemühungen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern", sagt Detlev Börries von der evangelischen Kirchengemeinde Nagold.

Die Vorbereitung der Präsenzgottesdienste an Weihnachten waren bereits weit fortgeschritten. Mehrere Gottesdienste waren geplant, um die Kirchgänger über einen längeren Zeitraum zu verteilen und so einen zu großen Andrang zu verhindern. Zudem waren auch Gottesdienste im Freien geplant, beispielsweise im Stadtpark oder vor dem Alten Turm. Doch nicht alle Mühe war umsonst. Denn ein Online-Angebot war ebenfalls von vornherein geplant, erklärt Börries.

Bereits im ersten Lockdown habe man Gottesdienste online auf dem Youtube-Kanal der Kirchengemeinde angeboten. "Das ist auch eine Chance, Menschen zu erreichen, die schon seit Jahren nicht mehr im Gottesdienst waren", sagt er und verweist auf die vergleichsweise hohen Klickzahlen oder Rückmeldungen, die Zuschauer per Mail gegeben haben. Und auch an Weihnachten werden Gottesdienste aus der Stadtkirche in Echtzeit auf Youtube übertragen. Eigentlich waren auch Online-Gottesdienste aus der Remigiuskirche und der Jakobuskirche in Iselshausen geplant. Doch wegen Lieferschwierigkeiten fehlt dort noch die nötige technische Ausrüstung.

"Wir konnten das in den vergangenen Wochen einüben"

Die katholische Kirche hatte ähnliche Pläne für ihre Präsenzgottesdienste. Die Besucher sollten auf mehrere Gottesdienste verteilt werden und Krippenfeiern sollten auf dem Kirchenvorplatz stattfinden, erklärt Holger Winterholer, Dekan der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal. Auch hier plante man mit zusätzlichen Online-Gottesdiensten. Seit Anfang Dezember wurden die Adventsgottesdienste auf dem eigenen Youtube-Kanal live übertragen. Für die Weihnachtsgottesdienste ist man daher vorbereitet: "Wir konnten das in den vergangenen Wochen einüben. Wir sind gut gefeit", so Winterholer. Da solch ein Online-Angebot mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, haben sich die Vorbereitungen in die Länge gezogen. Daher konnte man erst im Dezember mit Live-Übertragungen anfangen.

Dieser erhebliche Aufwand stellt auch die evangelisch-methodistische Kirche in Nagold vor eine große Herausforderung. "Man muss die Leute dazu haben, um solch ein Angebot auf die Beine zu stellen", sagt Pastor Matthias Walter. Da es sich um eine vergleichsweise kleine Gemeinde handelt, sei das personell nicht zu stemmen. Man überlege sich aber für die Zukunft mit der Gemeinde Herrenberg zusammen zu arbeiten und möglicherweise von dort Gottesdienste im Internet zu übertragen. Ansonsten sieht er seine Kerngemeinde "geistlich gut versorgt", zumal es zahlreiche Online-Angebote gibt. Ganz ohne Online-Angebot geht es aber auch hier nicht. Zudem wird Pastor Matthias Walter eine Newsletter-Andacht per Mail an die Gemeindemitglieder schicken.

Bei der evangelisch-methodistischen Kirche waren zwei reine Präsenzgottesdienste an Heiligabend vorgesehen. Der erste war bereits voll ausgebucht, beim zweiten waren nur noch wenige Plätze frei. Walter bedauert den Ausfall. "Traurig aber vernünftig", so der Pastor. "Als Kirche sind wir ebenso in der Verantwortung. Es ist wichtig, dass wir nicht abseits der Gesellschaft stehen." Er möchte in dieser Situation keinen Sonderweg gehen.

Die Evangelische Verbundkirchengemeinde Hochdorf-Schietingen-Vollmaringen plante von vornherein nur mit Online-Übertragungen und hatte die Präsenzgottesdienste an Weihnachten bereits im Vorfeld abgesagt. "Die Entscheidung fiel uns nicht leicht", sagt Pfarrer Fabian Keller. Aber die Gesundheit gehe vor. Bereits seit einigen Wochen habe man Gottesdienste im Internet übertragen. Obwohl es zusätzlich einen Gottesdienst in der Kirche gab, schauten die meisten lieber im Internet zu. "Die Kirchenbesucher haben sich selbst dazu entschieden zu Hause zu bleiben", erzählt Keller. Informationen zu den Online-Angeboten, gibt es auf den Webseiten der jeweiligen Kirchengemeinden zu finden.

Auch wenn die Weihnachtsgottesdienste nicht ganz ausfallen müssen. Die Online-Angebote seien kein vollwertiger Ersatz. "Es ist nicht nur die Predigt und das Beten, was die Leute suchen. Es sind auch die Gemeinschaftserlebnisse. Das gemeinsame Singen, das Beieinanderstehen und miteinander Reden, der Kaffeetreff nach dem Gottesdienst", erzählt Börries. Dieser Gemeinschaftsaspekt ist seit März bereits eingeschränkt und fehlt bei den Online-Angeboten. Doch in diesem außergewöhnlichen Weihnachtsfest sieht er auch eine Chance: "Es sind zwar nur Begegnungen im kleinen Kreis möglich, doch dadurch kann ein intensiveres Miteinander erlebt werden."

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