Der Kabarettist Klaus Birk brachte die Nagolder wieder einmal zum Schmunzeln. In gemütlich, schwäbischem Akzent erzählte er von den Highlights seiner Heimatstadt in diesem Jahr. Foto: Walter Fingerhut

Die Vor-Weihnachtszeit in der Seminarturnhalle braucht neben Liv Kristine unbedingt Klaus Birk. An zwei Abenden hintereinander bringt er Nagold zum Schmunzeln. Ein Ehepaar meinte sogar, ohne Klaus Birk fehlt richtig was vor Weihnachten.

Wie immer trat er mit seinem VfB-Schal auf. Er ist ja bekannterweise schon lange Fan und Mitglied beim VfB. Schwierig machen’s nur die Heidenheimer, die mag er nämlich auch.

 

Sanft in einen gemütlichen schwäbischen Akzent gehüllt, aber keinesfalls langweilig, führte er den Nagoldern vor, was im vergangenen Jahr alles so passiert ist. Schlag auf Schlag ging das, und er kennt sich in den Nagolder Highlights wirklich aus. Das fing bei den „herrlichen“ neuen Radarfallen an, ging über die endlich abgerissene Zellerschule: „Wenn de da warschst, bischt froh, wenn’s endlich wegkommt!“.

Dass die begrünten Löcher in der OHG-Tiefgarage gar einen Architekturpreis gewonnen haben, wundert nicht: Kann man doch dort Schneemänner bauen ohne rauszugehen.

Die „Bebber“ dürfen auch nicht fehlen

Die Baustelle im Kleb hat es ihm auch angetan. Da gibt es riesengroße Rohre, so groß, „das haste noch nicht gesehen“. Die sind so groß, da könnte man eine heimliche Treppe auf die Burg reinbauen. Muss ja nicht jeder sehen.

Seit einiger Zeit „bebben“ Vandalen unzählige „Bebber“ an alles Mögliche. Vorschlag für die Stadtverwaltung, Bebber zu bebben mit dem Text: „Bebber bebben verboten. Wer Bebber bebbt, wird ins Gefängnis gebebbt.“

Der aufmerksame Besucher merkt dabei, dass Klaus Birk seine Heimatstadt nicht nur mag, sondern auch viel Hochachtung vor den Leistungen der Bürger der Stadt hat. „Nagolder Geist“ eben!

Vor Weihnachten gibt’s natürlich auch Gedanken zum Fest. Eine Frage ist, was der Jesus eigentlich zu seinem Geburtstag kriegt. Die arme Maria kriegt seit 2000 Jahren jedes Jahr ein Kind. Und der Judas will nicht jedes Jahr wieder der Verräter sein. Könnte doch auch mal ein anderer machen! Dass Jesus übers Wasser laufen kann, hat damit zu tun, „dass er keine Zeit zum Schwimma hat“, muss er doch seine ganzen 33 Jahre von Weihnachten bis Pfingsten unterbringen.

Männer haben es schwer bei den Weihnachtsgeschenken

Geschenke zum Fest sind schwierig, besonders für Männer. Wenn sie auf die Frage. „Was wünschst du dir zu Weihnachten“ antwortet: „Ooch, nix“, ist der schwäbische Mann zunächst glücklich. Männersprache eben! Leider stellt sich heraus, dass Frauen das „Ooch nix“ sehr anders meinen könnten. Zum Beispiel könnte das heißen: „Wenn du mich liebst, hast du die tollen Ohrringe, die ich dir neulich im Schaufenster gezeigt habe, längst gekauft!“ Und ein großer Wunsch von Frauen ist, „Quality-Time“ zusammen zu verbringen. Das bringt für Männer nix, es sei denn bei einem Spiel des VfB.

Und Klamotten kaufen ist sowieso sehr schwierig für die unterschiedlichen Geschlechter. Frauen haben angeboren guten Geschmack und Männer müssen es dann anziehen. Ein idealer Männereinkauf besteht dagegen aus zwei Wörtern: „Hos“, Verkäuferin zieht sie aus dem Regal, darauf „zahlen“. Zu Hause schlüpft man rein, ist sie bequem, wird sie getragen. Wenn nicht, dann ab in den Schrank.

Der Beifall war groß und alle Besucher machten sich lächelnd auf den Heimweg.