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Nagold/Jettingen INGpark rüstet sich für weitere Unternehmen

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Projekt mit Zukunft: Der INGpark rüstet sich für weitere Unternehmen. Foto: Fritsch

Nagold/Jettingen - Die Sonne lacht an diesem Vormittag über dem INGpark. Die Bagger brummen zufrieden um die Wette – trotz oder gerade wegen "Corona". "Wir werden länger brauchen als nach der Finanzkrise, um uns wirtschaftlich zu erholen", sagt Nagolds OB Großmann. "Aber wir sehen die Vorbereitungen der Betriebe für die Zeit danach."

Da wird auch Zweckoptimismus beim Nagolder Oberbürgermeister und Vorsitzenden des Zweckverbands Interkommunaler Industrie- und Gewerbepark Nagold Gäu (INGpark) dabei sein. Denn – wie berichtet – brechen durch die Corona-Krise gerade auch seiner Stadt die Gewerbesteuereinnahmen in dramatischen Dimensionen weg. Aber die Resterschließung des riesigen Industrie-Areals im Anschluss an den Nagolder Eisberg wurde bereits vor der Krise auf den Weg gebracht. Weshalb die Arbeiten hier unbeirrt weiter gehen.

Mit schwerem Gerät am Werk

Wo die Bagger-Führer Marco und Jochen von der Firma Strohäker (aus Jettingen) sich gerade mit ihren schweren Gerät in den Boden mit seinen massiven Muschelkalkschichten arbeiten, wird ein Regenrückhaltebecken entstehen. Nicht irgendeins – 16.500 Kubikmeter Volumen wird es haben – "für Jahrhundert-Ereignisse" bei den Niederschlägen, wie Chef-Planer Thomas Zektwanger vom Büro "ISTW Planungsgesellschaft" (Ludwigsburg, Calw) beim Pressetermin vor Ort erläutert. "Das Gelände wird insgesamt auf einen sehr hohen Standard der Technik erschlossen." Denn die Höhenlage des INGparks ist erschließungstechnisch "kompliziert", die normalen Abwässer müssen über den Eisberg ins Nagoldtal gepumpt werden, das Oberflächenwasser – zumindest jenes außerhalb des ehemaligen Kasernengeländes – muss teilweise vorgereinigt werden, bevor es über das neue Regenrückhaltebecken in Richtung Rötenbachgraben und über diesen wiederum Richtung Nagoldtal abgeleitet wird.

Was die augenblickliche Erschließungsmaßnahme rund um den Ausbau der künftigen Dekan-Stockmayer-Straße nicht eben billig macht: Knapp 4,4 Millionen Euro müssen der Zweckverband (Straßenbau; 1,3 Millionen Euro) sowie die Stadtwerke Nagold (Wasserversorgung; über 471.000 Euro) und Nagolds Eigenbetriebe Abwasser (Kanalisation und Regenwasserbehandlung; über 2,6 Millionen Euro) dafür aufbringen. Investitionen in die Zukunft. Und ein stückweit in die Gegenwart – um zumindest einige Betriebe der Region (bis zum Abschluss der Maßnahme im Herbst 2021) mit ordentlich Arbeit zu versorgen. Und die hiesigen Wirtschaftskreisläufe am Leben zu erhalten.

Mehrere neue Betriebe werden sich ansiedeln

Denn ganz so rosig wie zuletzt scheint auch die Zukunft des INGparks heuer wegen Corona nicht mehr zu sein. Die Nachfrage nach Expansionsflächen hier oben sei "etwas ruhiger" als sonst – formuliert es der OB. "Der Standort leidet nicht, auch wenn die Entwicklung nicht mehr ganz so rasant fortschreitet", schreibt INGpark-Geschäftsführerin Simone Hurtz in einem Pressetext zum Pressetermin. Wobei Großmann – wieder mit dem Zweckoptimismus des Zweckverbandsvorsitzenden auch sagt: "Wir sind überhaupt nicht pessimistisch!" Und schon auch mit ordentlich Chuzpe auf die aktuell 10,7 Hektar seines INGparks verweist, die (nördlich des neues Endrich-Logistikzentrums gelegen) fix reserviert seien und als nächstes den Besitzer wechseln würden. Singular oder Plural – also an ein oder mehrere Unternehmen gehen? Wirkliche Details will Großmann noch nicht nennen. Aber "es stecken mehrere Fähnchen" in dem Gelände – also werden sich dort mehrere neue Betriebe ansiedeln.

Wobei Großmann irgendwie nie müde wird, auf den "starken Metaller" zu verweisen, der ihm im nicht nur Nagolder Branchen-Mix noch fehlt. Denn "wo geschweißt und gelötet wird, findet eine hohe Wertschöpfung statt". Allerdings – und das lässt auch irgendwie aufhorchen – spannt Großmann diesmal den Bogen ein bisschen weiter als sonst, wenn er ausdrücklich (und ungefragt) das Calwer interkommunale Gewerbegebiet "Lindenrain" in seine allgemeine Betrachtung der regionalen Wirtschaftsentwicklung mit einbezieht. "Wir sind sehr zufrieden, dass auch Calw vorankommt", und damit helfe, den Expansionsdruck der Unternehmen vor allem aus der Region Stuttgart abzufangen. Weshalb man nun doch nachfragen muss: Woher diese Freundlichkeit in Richtung des regionalen Städte-Rivalen im gleichen Landkreis? Gerade in Zeiten, die ja nicht eben einfacher geworden sind.

Multiple Arbeitsplatzangebote für Familien

"Es gibt da mehr Synergien als Konkurrenz", hört man den OB antworten. Unternehmen – die großen, die sich Großmann wohl für seinen INGpark wünscht – "ziehen andere Betriebe nach", um ihre eigenen Lieferketten möglichst effizient zu bedienen. Was insgesamt multiple Arbeitsplatzangebote für Familien schaffen würde. Und die Infrastrukturen und Dienstleistungen – wie sie Nagold der Region insgesamt anbiete – immer besser auslaste. Was vielleicht im Umkehrschluss heißen soll: der erhoffte Wiederaufbau-Boom nach Corona werde groß genug für alle sein. Was angesichts der aktuellen Kurzarbeit und der expandierenden Arbeitslosigkeit wieder aber auch nach Zweckoptimismus klingt.

Das allerdings ordnet wiederum Simone Hurtz vorauseilend in ihrem Pressetext ein: Der "INGpark ist nicht auf kurzfristigen Verkauf, sondern auf langfristige Perspektive für die Region angelegt". Die Corona-Krise sei ausdrücklich kein Rückschlag. Der "Standort leidet nicht". Für die Zeit nach Corona stehe der INGpark als gut entwickelter Standort bereit. Investitionen in die Erschließung seien jetzt um so wichtiger, um Unternehmen nach der Krise eine Perspektive bieten zu können. Und einigen von ihnen eben auch in der Krise – wie wohl die Bagger-Führer Marco und Jochen bestätigen würden. Denen ihre Arbeit an diesem Vormittag, während sich die honorigen Damen und Herren zum Foto postieren, sichtlich einen Heidenspaß bereitet.

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