Der Posaunenchor Hochdorf/ Schietingen zeigte nach dem Probewochenende sein Können. Foto: Renz Foto: Schwarzwälder-Bote

Musiker zeigen im Gottesdienst ihr bei Angi Hunter frisch erlerntes Können

Nagold-Hochdorf (huha). Einen etwas anderen "Kirchgang" erlebten die zahlreichen Besucher "Sonntags um elf" in der Michaelskirche. Zum Abschluss ihres Probewochenendes gestalteten die Bläser des Posaunenchors Hochdorf/Schietingen unter der Leitung von Berufsmusikerin Angi Hunter den Gottesdienst.

Seit mittlerweile 25 Jahren lebt sie nun in Deutschland und gibt ihr musikalisches Können in Konzerten, Seminaren, Probenabenden oder Workshops mit großem Engagement weiter. Was den professionellen Musikern allesamt anhaftet, ist ihr scheinbar feinstes Gehör, das – einem jagenden Wildtier gleich – die kleinsten Ungereimtheiten im Zusammenspiel der Bläser aufspürt und zumindest versucht, diese abzustellen.

Bereichert mit geistlichen Impulsen laufen Hunters Übungseinheiten zuverlässig und diszipliniert wie die Produkte eines großen Stuttgarter Motorenbauers: aus dem Startvorgang heraus mit Rhythmus- und Dehnübungen, springt nach einer kurzen Warmlaufphase aus Tonleitern und Einblasetüden der Funk(e) über und der Chor lässt sich fast unter Volllast steuern, um wie aus dem Nichts und unerwartet zur Kaffeepause gebremst zu werden. Ihre Leidenschaft gilt groovigen Popsongs und so waren es schwerpunktmäßig die modern eingespielten Lobpreislieder und Kompositionen zeitgenössischer Arrangeure wie Michael Schütz oder Chris Hazell, die erklangen. Die ausgewählte Literatur stellte nicht nur die zum ersten Mal im großen Chor mitspielende Jungbläsertruppe um Dirigent Andreas Schittenhelm vor echte Herausforderungen. "Halb so schlimm", kommentierte der zwölfjährige Mattis: "Mir hat’s voll Spaß gemacht! Morgen in der Schule wird’s weniger cool!".

In seinen Dankesworten griff Schittenhelm das Thema "Wahrheit" aus Pfarrer Fabian Kellers Predigt nochmals humorig auf: "Um es mit der Wahrheit ernst zu nehmen: jeder im Gottesdienst hat heute unsere Fehler gehört; und deswegen brauchen wir den Input von Menschen wie Angi Hunter, die uns in unserem Spiel weiterbringen."