Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Nagold Immer auf Unterstützung angewiesen

Von
Mit jeweils 10 000 Euro in den kommenden vier Jahren wird die Zellerstiftung das Nagolder Hospiz unterstützen. Dekan Ralf Albrecht (rechts) als Stiftungsratsvorsitzender überbrachte dem Förderverein und der Leitung die gute Nachricht persönlich. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Von Roland Buckenmaier

"Schaffen an dem, was bleibt" war ein Leitsatz von Gottlieb Heinrich Zeller (1794 bis 1864), Nagolds berühmtem Sohn. Die nach ihm benannte Zellerstiftung unterstützt nun eine Einrichtung für jene, die von dieser Welt gehen müssen.

Nagold. Für Ralf Albrecht, Nagolds evangelischen Dekan, ist es ein "wichtiges ökumenisches Zeichen", dass eine bürgerliche Stiftung mit evangelischer Prägung, der er Kraft Amtes vorsteht, ein Hospiz unter katholischer Trägerschaft unterstützt.

Strenggenommen wurde die Zellerstiftung im Jahr 1887 gegründet, um ledigen jungen Töchtern aus pietistischem Hause Wohnraum zu verschaffen. Aber zwischenzeitlich hat diese wohltätige Einrichtung, gerade in Albrechts Ägide, ein modernes Gesicht erhalten.

Das eigentliche Kapital der Stiftung ist das Zellerstift, das ganz im Sinne seines Gründers belegt ist: mit dem evangelischen Jugendwerk und dem CVJM, aber eben auch mit Räumen für Jugendsozialarbeit, für Hauaufgabenbetreuung, für Kinder mit Sprachbehinderungen und mit einer Wohnung, die sozial Schwachen vorbehalten ist.

Und obwohl dieses Zellerstift in den vergangenen Jahren komplett durchsaniert wurde, verfügt die Stiftung gleichwohl noch über einen stattlichen Betrag, der kirchlichen, gemeinnützigen und sozialen Zwecken zugute kommen soll. "Mit Geld Gutes tun", gab Ralf Albrecht als Losung aus. Der zwölfköpfige Stiftungsrat beschloss nun, in den nächsten vier Jahren dem erst vor wenigen Wochen eingeweihten Nagolder Hospiz St. Michael jeweils 10 000 Euro zukommen zu lassen. "Für uns ist es ein überschaubarer Betrag", erklärte Albrecht bei der Spendenübergabe. Der tiefere Sinn dieser Unterstützung liege vielmehr in dem Appell an andere, diesem Beispiel zu folgen: "Damit aus dem Ort, aus dem Menschen von dieser Welt gehen, weiterhin eine Herberge des Trostes wird."

"Ganz im Sinne des Nagolder Geistes", befand Bärbel Reichert-Fehrenbach, 2. Vorsitzende des Fördervereins. Die Vereinsvorsitzende Barbara Fischer hob bei dieser Gelegenheit die "gemeinschaftliche Verantwortung" für diese Einrichtung hervor: "Mein Ziel ist es, die Bevölkerung für dieses Haus zu begeistern. Jeder soll sich so einbringen, wie er es kann."

Diese Zusage der Zellerstiftung über insgesamt 40 000 Euro wertete Annette Köpfler, Geschäftsbereichsleiterin der Altenhilfe und Hospize der St. Elisabeth-Stiftung, als "große Verlässlichkeit. Das ist kein Tropfen auf den heißen Stein, sondern hält der Pflegeleitung den Rücken frei." Denn: "Wir sind immer auf Unterstützung angewiesen."

Auch in diesem ersten Jahr des Bestehens rechnet man mit einem Abmangel von 100 000 Euro. Und auch in den kommenden Jahren würden die Verluste in dieser Größenordnung bleiben. Der Bedarf sei zwar hoch, aber das Hospiz soll weniger nach wirtschaftlichen als vielmehr nach menschlichen Gesichtspunkten geführt werden. Bislang sind von den acht sogenannten Gästeplätzen fünf belegt.

"Das Team muss sich finden", betont Einrichtungsleiterin Jutta Benz. "Wir müssen schon genau hinschauen: Können wir das leisten? Unser Augenmerk ist, dass unsere Gäste gut versorgt sind. Unsere Kompetenzen wachsen mit jedem Gast."

Das bislang noch neunköpfige Team soll sukzessive auf 20 Pflegekräfte, die vornehmlich in Teilzeit arbeiten, aufgestockt werden.

Bislang sind im Nagolder Hospiz drei Gäste gestorben. Dass dieses Haus in der Trauer auch viel Trost und Kraft gibt, zeigt die Reaktion eines Angehörigen, der sich dieser Tage mit den Worten aus St. Michael verabschiedete: "Heute war so ein schöner Tag hier."

Gottlieb Heinrich Zeller (1794 bis 1864) war Apotheker, Forscher, Schriftsteller und pietistisch orientierter Wohltäter. Auf ihn gehen in Nagold Zellerstiftung, Feuerwehr, Gewerbeverein, Diakoniestation, CVJM und vieles mehr zurück. An sein Wirken erinnern auch der Förderverein Zeller-Mörike-Garten e.V. oder die Zellerschule.

Artikel bewerten
1
loading

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.