Judith Bruckner verfasst Nachschlagewerk zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten Nagolds. Mehr als 100 Bilder.
Nagold - Bücher über Nagold gibt es viele. Ein Nachschlagewerk, das einen Überblick über die Geschichte der Stadt und deren Sehenswürdigkeiten bietet – von den ersten Siedlungsspuren der Kelten bis hin zur Landesgartenschau – allerdings nicht. Bis jetzt. Diese Stelle nimmt ab sofort der "Historische Stadtführer" ein.
Schon auf den ersten Blick wird bei diesem Buch deutlich, wie viel Herzblut, Fleiß und Mühe die Autorin Judith Bruckner investiert haben muss. "Mein ganzes Wissen steckt da drin", erklärt sie mit glänzenden Augen und fügt hinzu: "Das ist mein Vermächtnis."
Kaum eine Beschreibung könnte es besser treffen. Denn bereits seit rund 20 Jahren beschäftigt sich die gebürtige Amerikanerin, die seit dem Jahr 2000 auch Vorsitzende des Nagolder Vereins für Heimatgeschichte ist, mit der Stadt. "Meine Neugier und mein Wissen sind dabei stets gewachsen", erzählt die Autorin. Der Stadtführer, der zunächst in einer Auflage von 3000 Exemplaren von der Stadt Nagold herausgegeben wird, ist nun das Ergebnis mehrerer Jahre ehrenamtlicher Arbeit.
Die verarbeiteten Kenntnisse hat Bruckner dabei aus vielen verschiedenen Quellen bezogen. So wälzte sie etliche literarische Werke zum Thema Nagold, egal ob Bücher, Zeitungen oder archivierte Unterlagen. "Einfach alles, was bisher gedruckt wurde", erklärt die Autorin.
Nicht zuletzt stammen die Informationen aber auch von Zeitzeugen oder den Besitzern und Bewohnern historischer Gebäude, von denen sie bei ihrer Recherche häufig zum Kaffee eingeladen wurde. Freundschaft, Offenheit und Interesse an der Stadt seien ihr dabei meist begegnet.
Ganz bewusst wollte sie mit ihrer Arbeit übrigens ein Nachschlagewerk schaffen, kein Buch, das durchgehend gelesen wird. "Und es gibt natürlich zu allen Themen auch tiefer gehende Informationen", räumt Bruckner ein. Dies sei allerdings auch nicht der Anspruch des Stadtführers. Dieser solle vielmehr einen Überblick bieten.
"Wir haben hier in einer komprimierten Form alles Wesentliche", schwärmte OB Jürgen Großmann gestern bei der Vorstellung des Buches. An dessen Erfolg glaubt er bereits jetzt. "Ich habe keine Zweifel: Das wird einschlagen", äußerte er sich zuversichtlich.
Dazu hat der OB auch allen Grund – umfasst das Buch doch Kenntnisse zu Stadt-, Land-, Personen-, Kultur- und Architekturgeschichte der Stadt. Rund 150 Seiten stark ist der Stadtführer. Mehr als 100 Abbildungen veranschaulichen das gesammelte Wissen. Sechs Stadtpläne, ein ausführliches Inhaltsverzeichnis sowie sechs farblich gekennzeichnete Abschnitte sorgen indes dafür, dass das Nachschlagewerk übersichtlich bleibt.
Zudem beinhaltet der Führer nicht nur Informationen zu den klassischen Sehenswürdigkeiten Nagolds, sondern auch solche, "die langsam verschütt gehen", wie Großmann betonte. Deshalb sei er selbst für Kenner der Stadt geeignet. "Eine wunderbare Leistung", würdigte Großmann Bruckners Arbeit, "das adelt ihr Ehrenamt und ihr Engagement für die Stadt."
Die Autorin selbst bleibt bescheiden. Denn sowohl Kulturamtsleiterin Dorothee Must, als auch Herma Klar, die Leiterin des Museums im Steinhaus, Förster Klaus Kälber, Tourismusbeauftragte Helena Österle und nicht zuletzt die Stadt Nagold hätten schließlich auch einen Beitrag zu diesem Werk geleistet.
Erhältlich ist der Historische Stadtführer ab sofort für 12,80 Euro an der Infotheke im Nagolder Rathaus, in der Buchhandlung Zaiser sowie im Museum im Steinhaus.