Der seltene Feuersalamander im KreuzertalFoto: LEV Calw Foto: Schwarzwälder Bote

Biotop: Nagolder Gebiet mit feuchten und trockenen Bereichen ist bedeutender Lebensraum des seltenen Feuersalamanders

In diesen Tagen ist im Nagolder Kreuzertal eine der schönsten Lurch-Arten zu beobachten. Der Feuersalamander mit seiner auffällig gelb-schwarzen Musterung gehört in Deutschland zu den besonders geschützten und in Baden-Württemberg bedrohten Tierarten.

Nagold. Dieser zu den heimischen Amphibien zählende Schwanzlurch lebt üblicherweise in feuchten Laub- und Mischwäldern und benötigt für die Vermehrung nahegelegene Laichgewässer. Das Nagolder Kreuzertal stellt einen solchen Lebensraum für den Salamander dar. In verregneten, aber nicht zu kalten Nächten machen sich die Tiere alljährlich im Frühjahr auf die Wanderung von dem oberhalb gelegenen Wald zu den Fortpflanzungsgewässern des Kreuzertalbachs. Sie müssen bei ihrer Wanderung mehrere Straßenzüge und Wohnsiedlungen durchqueren. Ein Abschnitt des Kreuzertalwegs, der unmittelbar über dem Laichplatz liegt, wird daher vom städtischen Bauhof zeitweise für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ramona Quast vom Landschaftserhaltungsverband im Landratsamt Calw berichtet, dass in diesem Abschnitt des Kreuztalweges in den letzten Jahren in manchen Nächten bis zu 80 Tiere gleichzeitig auf der Straße, an Gartenmauern oder an Wegrändern gesichtet wurden. "Das ist ein Zeichen dafür, dass sich die Population vor Ort derzeit auf einem stabilen Niveau befindet. Leider führt andernorts die Zerstörung intakter Lebensräume zu einem starken Rückgang der Feuersalamander-Populationen."

Eingeschleppte Pilzerkrankung bedroht verbliebene Population

Hinzu komme eine aus Ost-Asien eingeschleppte Pilzerkrankung, die die verbliebenen Populationen bedrohen würde, so Quast. Umso wichtiger sei es, die seit vielen Jahren bekannte Salamander-Population im Kreuzertal besonders zu schützen und deren wertvollen Lebensraum zu erhalten.

Neben Nass- und Feuchtwiesen kommen im Kreuzertal auch trockene und magere Wiesenbereiche sowie Hecken und Gehölze vor. Besonders markant ist dort auch eine große alte Esche. Diese abwechslungsreiche kleinteilige Zusammensetzung bietet auch vielen anderen Tierarten, wie Blindschleichen, Teichmolchen oder Libellen einen geeigneten Lebensraum.

Was von ausgedehnten Nasswiesenübrig geblieben ist

Der Kreuzertalbach, der das Gelände von Ost nach West durchfließt, teilt sich stellenweise in mehrere Arme auf und durchflutet Teile der Wiesen temporär. Er folgt in diesem Talabschnitt seinem natürlichen Verlauf, bevor er in Richtung Innenstadt wieder größtenteils begradigt oder sogar verrohrt ist. Das Kreuzertal ist das letzte Überbleibsel ausgedehnter Nasswiesen, die sich einst über den ganzen unteren Talabschnitt erstreckten, der heute größtenteils bebaut ist. Örtliche Naturschutzvereine erkannten früh den Wert dieses Biotops und setzten sich für dessen Erhalt ein.

Seit mehr als 15 Jahren wird die Pflege in Zusammenarbeit zwischen den Naturschutzverbänden, dem Schwarzwaldverein, der Kreisjägervereinigung, dem Landratsamt Calw und der Stadt Nagold organisiert. Seit diesem Jahr nimmt die Stadt Nagold mit der Fläche auch am sogenannten Kreispflegeprogramm, einem Förderinstrument des Landes, teil. Dafür erhält die Stadt einen Zuschuss zu den Pflegekosten. Die notwendigen Pflegemaßnahmen werden jährlich gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband Calw festgelegt und mit den örtlichen Verbänden umgesetzt. Dadurch soll das Kreuzertal auch zukünftig ein wertvolles Habitat für eine der bedeutendsten Feuersalamander-Populationen im Landkreis Calw bleiben.

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