Der neue Löschwassertank wird im vorbereiteten Erdreich versenkt. Foto: Fritsch

Er ist rund 14,50 Meter lang, hat einen Durchmesser von 3,10 Metern und ist mit 16 Tonnen ein echtes Schwergewicht: der neue Löschwassertank, der dieser Tage zum Rohbau des Seniorenzentrums in Hochdorf geliefert wurde. 100.000 Liter passen in den Mega-Tank.

Nagold-Hochdorf - Es handle sich dabei um die maximale Größe, die an einem Stück transportiert werden kann, erklärt Gerhard Weigert von der Mörk GmbH & Co. KG aus Leonberg, die den Auftrag koordiniert hat.

Bauherr ist das Diakoniewerk Martha-Maria aus Nürnberg, welches in dem Hochdorfer Neubau quasi als Erweiterung des Stammhauses in Nagold ein weiteres Pflegeheim und Betreutes Wohnen mit Tagespflege, Diakoniestation und einer Arztpraxis realisiert.

Der riesige Stahlbehälter wurde als Sondertransport mit einem Tieflader aus der Nähe von Bruchsal über Nacht angeliefert. Vor Ort wurde der Tank dann mit einem Autokran aus Rottenburg in das vorbereitete Sandbett in fünf Metern Tiefe versetzt. Auch wenn dieser Vorgang schnell erledigt war – die Vorbereitung sei sehr zeitintensiv gewesen, berichtet Weigert. Es habe viel zu beachten gegeben: "Kommt Wasser rein, schwimmen 16 Tonnen", erklärt Weigert die Folgen, sollte der Tank aufschwimmen. Die gegebene Topographie habe man geschickt ausgenutzt – so sei der Tank seitlich neben das Gebäude unter den künftigen Bewohnerparkplätzen platziert worden. Zudem habe man die zugehörigen Füll- und Saugstutzen geschickt in den Grünanlagen versteckt.

Der Grund für diese aufwendige Baumaßnahme? "Die Gemeinden haben an immer mehr Stellen Schwierigkeiten, die von der Feuerwehr geforderte Löschwassermenge sicherzustellen", erzählt Weigert. Die Menge, die über das örtliche Wassernetz mit Hydranten zur Verfügung gestellt werde, reiche oftmals nicht aus. Deshalb müsse auch vom Bauherren eine gewisse Menge untergebracht werden – in diesem Fall ganze 100 Kubikmeter.

"Diese Gelder waren früher nicht notwendig"

Es gebe immer höhere Sicherheitsstandards und Regularien, weshalb neben dem Bauen auch der Brandschutz immer teurer werde, erklärt Weigert: "Diese Gelder waren früher nicht notwendig." Die Gesamtkosten der Aktion würden sich demnach auf schätzungsweise 100.000 Euro belaufen und müssen komplett vom Bauherren getragen werden, sagt Weigert.

Das Diakoniewerk Martha-Maria sei von dieser Maßnahme dementsprechend "nicht begeistert" gewesen. Immerhin: Für ausreichend Löschwasser ist am Seniorenzentrum künftig gesorgt.

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