Der Zweckverband ING-Park hat 21 Millionen Euro für die Resterschließung des Gewerbegebiets freigegeben.   Foto: Fritsch

Zweckverband investiert 21 Millionen Euro in Resterschließung des Gewerbegebietes auf Nagolds Anhöhen.

Nagold - Es gibt historische Beschlüsse, die erst nach langwierigen Verhandlungen zustande kommen oder aber ratzfatz über die Bühne gehen – wie die Entscheidung über die Resterschließung des Industrieparks Nagold Gäu (ING-Park). Kaum 15 Minuten Beratung brauchte die Zweckverbandsversammlung, um sich auf die Rekordinvestition von 21 Millionen Euro zu einigen.

Damit geht die Umwandlung des einstigen Bundeswehrareals in ein Industrie- und Gewerbegebiet seiner Vollendung entgegen. Das 25 Hektar große ehemalige Kasernengelände ist längst komplett vermarktet. Auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen sind seit der Gründung des Zweckverbandes 2003 bis heute weitere 40 Hektar erschlossen worden, die bereits von Firmen bebaut oder aber für ansiedlungswillige Unternehmen reserviert worden sind.

Nun also kommt der letzte Schritt: die Resterschließung auf Nagolder und Jettinger Gemarkung mit einer Fläche von 23 Hektar.

Anfragen über neun Hektar liegen im Haus

Und der Zweckverband muss nicht einmal groß die Werbetrommel rühren, um Firmen auf den Höhenzug anzulocken. Entsprechende Marketingmaßnahmen spart man sich ganz ein. Es gebe jetzt schon sehr viele Anfragen aus der Region und zunehmend auch aus dem Stuttgarter Raum, erklärte der Zweckverbandsvorsitzende, Nagolds OB Jürgen Großmann, in der Sitzung: "Anfragen über neun Hektar liegen im Haus. Das ist eine ausgesprochen gute Situation."

Geschuldet sei dies den "massiven Problemen" der Region Stuttgart, dort geeignete Industrieflächen anzubieten – und wenn, dann zu Preisen, die "mit unseren nicht zu vergleichen sind".

Die Anforderungen der Unternehmen seien freilich hoch: "Heute kaufen und in einem Jahr produzieren. So sind die Abläufe." Das sei kein Einzelfall, wie auch ein erfolgreich umgesetztes Beispiel auf dem Wolfsberg gezeigt habe.

Innerhalb von zwei Jahren, so ING-Park-Geschäftsführerin Simone Hurtz, sollen auf diesen neuen 23 Hektar großen Flächen die Erschließungsstraßen und zwei neue Grünzüge entstehen. Was die Erschließungsmaßnahme noch verteuert, ist die notwendige Verlegung von Teilen der Gäuwasserversorgung, die bislang quer durchs Gebiet verläuft und direkt an die Bundesstraße verlegt werden soll. Zudem soll noch ein Geh- und Radweg gebaut werden, der zu 50 Prozent aus Landesmitteln gefördert wird.

Zupass kommt dem Zweckverband bei diesen millionenschweren Investitionen ein historisches Zinstief. Ein "Malus", so Großmann, sei die Entwicklung der Baupreise: "Die Bauwirtschaft ist völlig überhitzt." So könnte der Zinsvorteil womöglich wieder egalisiert werden.

Nur die Baupreise ziehen mächtig an

Schon im September sollen die Arbeiten ausgeschrieben und im November vergeben werden. Die Fertigstellung ist Anfang 2022 geplant.

Jürgen Großmann schaute, nachdem dieser aus seiner Sicht "historische Beschluss" einstimmig gefasst worden war, schon wieder in die Zukunft. Wenn auch die letzten Flächen des ING-Parks erschlossen worden sind, sieht er weiteres Potenziel Richtung Süden entlang der Eisbergstraße. Hier könnten nach seinen Angaben weitere neun Hektar Industriefläche entstehen.

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