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Nagold Hermann Künert schickt seine Kunst per Post auf Reisen

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Der Haiterbacher Künstler Hermann Künert stellt von ihm geschaffene Postkarten in den Räumen der VHS aus. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Nagold. Drei Stile, unzählige Werke, ein Künstler: Hermann Künert präsentiert in seiner ersten Ausstellung seit sieben Jahren verschickte Kunst, kleinformatige Papierschichtungen und haarfein gemalte Landschaften in Miniaturformat.

Vorsichtig, mit spitzen Fingern, um nichts zu beschädigen, nahmen die Besucher der Vernissage verschiedene Postkarten in die Hand. Diese ungewöhnlichen Kunstwerke hängen an den Wänden im Obergeschoss des Volkshochschulgebäudes, neben manchen baumelt eine kleine Taschenlampe. Gekauft sind die Karten keineswegs, Hermann Künert hat sie entworfen. Es sind Einzelstücke, die er für Bekannte und Verwandte, zugeschnitten auf ein bestimmtes, manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbares Thema, gestaltet und mit der Post verschickt hat – wie normale Postkarten.

Viele von ihnen sind nicht nur bemalt, beschriftet oder mit dreidimensionalen Elementen verziert. Sie enthalten kleine Fenster, deren Inhalt nur richtig zur Geltung kommt, wenn er von hinten beleuchtet wird – weswegen neben manchen der Karten Taschenlampen hängen.

Da sich diese Mail-Art eigentlich nicht mehr im Besitz von Künert befindet, hat er die damit Beschenkten um Leihgaben für seine Ausstellung im Nagolder VHS-Gebäude gebeten. 49 Stücke kamen auf diesem Wege zusammen, alle mit einem Bezug zum Thema Reisen, wie es bekannte Künstler und Schriftsteller erlebten oder in ihren Werken zum Leben erweckten. Diese Postkarten geben der Ausstellung auch ihren Titel: "Ks Reisen".

Besondere Beziehung zu Ausstellungsräumen

Das VHS-Gebäude als Ausstellungsraum hat eine besondere Bedeutung für Künert und einen ganz eigenen Bezug zu seiner per Post versendeten Kunst: In der ehemaligen Post absolvierte er nämlich 1964 seine Ausbildung zum Postjungboten, wie er mit einem Lachen erzählte.

Das Prinzip des von hinten Beleuchtens verwendet der Künstler aus Haiterbach außerdem, um Landschaften darzustellen, reale wie selbst erdachte. Die Papyrografien von Bergen und Burgen, weiß oder farbig-bunt, brachten die Vernissage-Besucher zum Staunen. Nur wenige Zentimeter hoch und breit, zeigte sich in den dreidimensionalen Werken doch deutlich die Bildtiefe, die durch diese Technik des Schichtens von Papier mit unterschiedlichen Texturen erzeugt wird. Das warmgelbe, von hinten durchscheinende Licht, machte die Illusion einer Gebirgskette oder einer Burg zum Anfassen im Kleinformat perfekt. Nur ein genauer Blick von oben in die kleinen Holzkästen offenbarte, wie viele hauchdünne Schichten und wie viel Fingerfertigkeit hierfür nötig gewesen sein dürften.

Derzeit bereitet Künert in Zusammenarbeit mit dem Papiermuseum in Düren eine Ausstellung vor.

Im Kleinformat gemalt sind auch die Miniaturen, welche den dritten Teil der Ausstellung bilden. Mit Pinselstärke eins und zwei hat der 67-jährige die Haiterbacher Landschaft eingefangen – mit solcher Liebe zum Detail, dass die Aquarelle wirken wie die Fotos, nach denen Künert die Bilder angefertigt hat.

Mit "realistischer Akkuratesse"

Mit "realistischer Akkuratesse" habe der Künstler hier gearbeitet, wie Dorothee Müller, Leiterin der Nagolder Jugendkunstschule, ausführte. Gemeinsam mit Künert erklärte sie bei der Vernissage die wichtigsten Eckdaten zu den unterschiedlichen Techniken. Die beiden kennen sich seit fast zehn Jahren – seit Künert das erste Mal Kunstprojekte zusammen mit der Jugendkunstschule, der Nagolder Lembergschule sowie der Haiterbacher Burgschule durchführte.

Die Begrüßung der zahlreichen Gäste übernahm VHS-Geschäftsführerin Angela Anding. Für die musikalische Umrahmung sorgte ein Trio aus Haiterbach: Judith Gutekunst (Klarinette), Justin Werner (Trompete) und Laurin Werner (Saxophon).

Die Ausstellung kann bis zum 16. Dezember im VHS-Gebäude in der Bahnhofstraße 41 besichtigt werden.

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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