Vielleicht kann die fahrbare Wüstenpraxis der "Helfenden Hände" – hier ein Archivfoto – jetzt wieder zum Einsatz kommen, nachdem sich die Sicherheitslage in Mauretanien zumindest in und um die Hauptstadt zu stabilisieren scheint. Foto: Schabert

Es geht wieder nach Mauretanien. Unterstützung durch französisch sprechende Menschen gesucht. 

Nordschwarzwald - Die Arbeit der "Helfenden Hände" ist fruchtbar. So plant der Verein wieder medizinische Hilfseinsätze in Mauretanien. Neu hinzu kommt ein Engagement im Senegal.

Eine sehr positive Bilanz zog der Vorstand des Vereins "Helfende Hände" bei seiner jüngsten Sitzung in Nagold. Von einer Fülle zu bewältigender Aufgaben berichtete der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Henne aus Nagold.

Laut seinem Bericht konnten im Rahmen der über die "Helfenden Hände" initiierten Krankenhaus-Partnerschaft allein am Südwest-Klinikum in diesem Geschäftsjahr vier Delegationen von mauretanischen Ärzten weitergebildet werden. Jüngst kam es zu einer mehrwöchigen Weiterbildung in der Kieferchirurgie bei der Zahnarztpraxis Dirlewanger (wir berichteten).

Aufgrund der Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes für Mauretanien war die Hilfsorganisation im vergangenen Jahr verstärkt in der Weiterbildung medizinischer Hilfskräfte und Mediziner in Deutschland engagiert. Neben anderen Aktivitäten stach hier vor allem im Bericht des gerade auch für die Partnerschaft zuständigen Wolfgang Henne das Engagement des Klinikums Südwest und seiner Ärzte hervor. Vom positiven Ergebnis zeugen Dankesbriefe der mauretanischen Ärzte, die im Schwarzwald eine Weiterbildung bekamen.

Hilsbereite Menschen gesucht

Was der Verein brauche, so die Geschäftsführerin Monika Siedner, seien noch mehr hilfsbereite Menschen, die der französischen Sprache mächtig seien. Oftmals benötige man an Abenden oder Wochenenden eine Unterstützung für die Gäste, damit diese auch Land und Leute kennenlernten. Die Besucher aus Westafrika wollten zwar möglichst viele medizinische Kenntnisse aufnehmen und hielten sich deswegen die meiste Zeit im klinischen Bereich auf, aber es gäbe natürlich auch Interesse, sich etwas in der Gegend umzuschauen.

Dafür würden noch Menschen gesucht, die bei dieser Aufgabe den gemeinnützigen Hilfsverein mit Sitz im Kreis Calw unterstützen wollten. Der Aufwand sei überschaubar, aber die Hilfe für den Verein groß, weil bisher nur eine kleine Gruppe und deshalb häufig die gleichen Mitglieder in diesem Feld aktiv werden müssten.

Besprochen wurde von den Vorstandsmitgliedern die Anfrage, künftig auch bei der Betreuung eines von Bundespräsident Heinrich Lübke initiierten und nach ihm benannten Hospitals im Senegal zu helfen. Nachdem der Bericht einer Delegation, die vor Ort war, positiv ausgefallen ist, soll diese Aufgabe angegangen werden.

Gleichzeitig eröffnet sich in Mauretanien wieder die Möglichkeit, die Arbeit fortzusetzen. Zwischenzeitlich gibt es nur noch eine Reisewarnung für die tieferen Zonen der Sahara, sodass das positive Wirken in der Hauptstadt und ihrer engeren Umgebung im medizinischen Bereich und anderen Feldern wieder aufgenommen werden könne, berichtete der Gründungs-Initiator und Vorstandsberater des Vereins, der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Die Vorstandsmitglieder gaben grünes Licht für einen Einsatz dort im kommenden Januar. Ziel ist, die vor allem durch Freudenstädter Zimmerleute erbaute Krankenstation zu beleben und vielleicht auch wieder die Wüstenpraxis auf Rädern zum Einsatz zu bringen. Die Hauptversammlung der "Helfenden Hände" ist am 22. Oktober geplant. Dann werden die Aktivitäten für das Jahr 2012 weiter konkretisiert.

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