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Nagold Hasenbrunnen als Modell-Projekt

Von
Foto: Fritsch

Nagold - Nagold will intelligenter werden – zumindest was die Nutzung seiner elektrischen Infrastruktur für die Straßenbeleuchtung angeht. Das Neubaugebiet Hasenbrunnen könnte dafür der Modell-Fall werden. Was alles möglich ist, darüber ließ sich der TA des Gemeinderats informieren.

Große Überschrift für dieses Thema: "smart city", was das eben "intelligente" Zusammenführen verschiedenster Technologien und Anwendungen meint – ähnlich wie beim "smart home" mit einer automatisierten Steuerung der Haustechnik. Experte dafür ist Andreas Graf, "Projekt Consultant LED" des Nagolder Unternehmens "Euro Ligthing", das zur Endrich-Firmengruppe gehört. Graf erläuterte in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) am Beispiel Hasenbrunnen, was an Funktionen man – zumindest theoretisch – alles in die dort zu errichtende Straßenbeleuchtung einbringen könnte.

LED-Leuchten der neuesten Generation

Insgesamt 51 LED-Leuchten der neuesten Generation sollen künftig im Bereich Hasenbrunnen zwischen Waldach und Bundesstraße als Straßenlaternen für optimales Licht sorgen – Modell "Dalya S" des Herstellers "oms" aus Doj in der Slowakei, mit dem als Hersteller der "Hardware" Euro Lighting kooperiert. Verbunden sein werden die einzelnen Leuchten über ein eigenes Stromleitungsnetz, das sogenannte "Powerline-System" – das sehr viel mehr kann, als nur Strom zu den Laternen zu bringen. Über das Leitungsnetz können zum Beispiel Anwendungen zur Beleuchtungssteuerung (Steuerung Helligkeit, Beleuchtungsszenarien nach Tages- und Jahreszeit), Verkehrslenkung, Parkraumbewirtschaftung, E-Mobilität (Management von Ladestationen), Energiemanagement und so weiter betrieben werden – zentral gesteuert, automatisiert und überwacht, zum Beispiel vom Rathaus oder Bauhof aus.

Unendlich viele weitere Anwendungen der insgesamt "CitySys System" getauften Technik sind möglich, etwa für die Steuerung und Überwachung von Umwelt-Aspekten (Stichworte: Abfallbewirtschaftung, Luftqualität, Wetter, Klima, Trinkwasser, Kanalisation, Energie), der Schaffung von Service-Angeboten für die Bürger (zum Beispiel Gesundheit/Notrufe, bei Krisensituationen, Sicherheit/Kameras) bis hin zum Aufbau von aufwendigen, interaktiven Kommunikations-Möglichkeiten, die im Bereich Kultur, Freizeit, Unterhaltung, Gastronomie oder Handel zum Einsatz kämen. Auch der Betrieb eines "Bürgerportals" mit der sicheren Lieferung von elektronischen Dienstleistungen ("digitale Unterschrift") sind denkbar.

Doch nicht alles, was kann, muss auch – darüber waren sich auch die TA-Räte einig. Das "CitySys System" ist modular aufgebaut, man kann also klar definieren, was man braucht und einsetzen will – und was nicht. Für Rainer Schmid (SPD) etwa würde sich aus Datenschutzgründen der Einsatz von Überwachungstechnik in öffentlichen Bereichen (des Hasenbrunnens) über das "Powerline-System" verbieten – was auch nicht geplant sei, so Oberbürgermeister Jürgen Großmann in seiner Stellungnahme. "Das wäre eher eine Option für soziale Brennpunkte."

Management von E-Ladestationen

Insgesamt wolle die Stadt am Hasenbrunnen drei mögliche Themen aus dem "smart city"-Angebot angehen: Beleuchtungssteuerung, das Management von E-Ladestationen (insgesamt acht Stück davon sind am Hasenbrunnen fest eingeplant) und "eventuell das Angebot eines öffentlichen W-Lans" – das sich ebenfalls über die kombinierten Strom- und Datenleitungen der "Powerline" als Einspeisungs-Punkt realisieren ließe, beispielsweise auch als Ersatz für ein eigenes "Breitband"-Kabelnetz.

Auch für Daniel Steinrode (SPD-Fraktionssprecher) geht "dieses interessante Konzept in die richtige Richtung". Für ihn lägen die zu realisierenden Vorzüge vor allem in der intelligenten Steuerungstechnik für die Straßenbeleuchtung, die man möglicherweise ja zum Beispiel auch mit Bewegungsmeldern oder einer flexiblen Nachtabschaltung mit individuellen Beleuchtungsprofilen koppeln könnte. Allerdings interessiere ihn dabei vor allem auch "der ökologische Benefit", den der Einsatz der neuen Technik realisieren könnte – "und welche Einsparpotenziale wir damit erreichen".

Laut Andreas Graf könnten mit dem neuen System "gegenüber konventioneller Technik" Kostenvorteile im laufenden Betrieb von 80 bis 90 Prozent erreicht werden – wobei neben Strom vor allem Wartungsaufwand eingespart würde; außerdem seien die neuen Leuchtmittel extrem langlebig.

Stadträtin Bärbel Reichert-Fehrenbach (FDP) sah in der neuen Technik vor allem auch Optionen, "die nicht nur für den Hasenbrunnen interessant" seien, sondern eigentlich in allen Bereichen der Stadt zum Einsatz kommen könnten und sollten. Was auch ganz der Intention von OB und Verwaltung entspricht: "Das Thema heute Abend sollte Sie erst einmal über die neuen Möglichkeiten informieren", so Großmann. Damit die Fraktionen und Parteien im Gemeinderat nun jeweils intern über eigene Ideen und Vorschläge dazu beraten könnten. "Wir als Stadt haben eine relativ klare Haltung", welche Themen am Hasenbrunnen (und auch sonst) umgesetzt werden sollten, und mit denen man sich im Rat künftig auf jeden Fall wieder auseinandersetzen werde. Der OB abschließend: "Wir sehen uns dazu wieder."

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