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Nagold Händler zufrieden mit Neustart nach Corona-Shutdown

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Auffällige Plakate mit den neuen Verhaltensregeln fallen sofort ins Auge. Foto: Fritsch

Nagold - "Die Menschen freuen sich, dass sie wieder Eis schlecken dürfen." Es ist diese kleine Beobachtung von Schuhhändler Helmut Raaf, die vielleicht am besten verdeutlicht, wie sehr diese ersten Tage nach dem totalen "Shutdown" des Einzelhandels von den Menschen herbeigesehnt wurden.

Gleich vis-a-vis seines eigenen Ladens in der Marktstraße befindet sich eine der Nagolder Eisdielen – die hatte Raaf am Montag gut im Blick. Selbst hatte er keine Zeit für ein Eis, nur für einen kurzen Rundgang durch die Stadt. "Mal beim Vorstadtplatz schauen, was da los ist." Insgesamt, so sein Resümee: "Die Resonanz gleich am ersten Tag war deutlich über unseren Erwartungen", gerade an Nachmittag. "Und nicht nur bei uns, auch bei den anderen Geschäften, was ich so mitbekommen habe."

"Das war ein etwas stärkerer Montag als sonst"

Das bestätigt Buchhändler Burhan Mutlugöz von "Zaiser": "Das war ein etwas stärkerer Montag als sonst." Die Leute hätten offensichtlich viel Nachholbedarf beim Lesestoff gehabt – "für sich und die Kinder". Aber, dass ist Mutlugöz sehr wichtig, Schlangen vor dem Laden oder der Kasse hätten sich deswegen nicht gebildet, obwohl es beim Zaiser eine klare Zutrittsbeschränkung gibt: Maximal 15 Personen dürfen – entsprechend der Verkaufsfläche und der Anzahl der Mitarbeiter – gleichzeitig in die Buchhandlung. Bereitgestellte und abgezählte (und stets akkurat desinfizierte) Einkaufskörbe regeln das zuverlässig: Nur mit Korb darf man rein beim Zaiser. Übrigens, auch nur von vorne über den Haupteingang von der Marktstraße her. Alleiniger Ausgang ist dann hinten im Bücherbereich zur Turmstraße. So vermeide man unnötigen "Begegnungsverkehr" an den Türen.

Die Disziplin und das Verständnis bei den Kunden sei vorbildlich – loben neben Raaf und Mutlugöz auch Matthias Menke, Chef der Nagolder Textilkette "Hosenshop-Madison". Sowie City-Managerin Anna Bierig. Auch wenn es "vereinzelt hier und da" mal größeren Erklärungsbedarf für die strengen Hygiene-Vorschriften, die die Geschäfte auch in Nagold einzuhalten hätten, gebe. Aber genau diese Hygiene-Vorschriften sind die "Achillesferse" der vorsichtigen Rückführung des kompletten Shutdowns des öffentlichen Lebens mit der jetzigen "vorsichtigen Öffnung" des Einzelhandels. Weshalb unter anderem wohl auch die Ordnungsämter gleich am Montag unterwegs waren, um die Umsetzung der verordnete Hygiene-Maßnahmen penibel zu kontrollieren.

Plexiglasaufsteller als "Spukschutz"

Matthias Menke berichtet für seine Läden: Bereits seit vergangenen Woche hatte man im Nagolder Hosenshop Plexiglasaufsteller als "Spukschutz" installiert und mit Bodenaufklebern, die von den Kunden einzuhaltenden Mindestabstände markiert. Am Montag kontrollierte dann auch sofort und unangemeldet das Ordnungsamt die Ausführung. Und "lobte die vorbildliche Umsetzung!"

Auch Menke berichtet von einem "sehr, sehr guten ersten Tag" nach der Wiedereröffnung seiner Läden. Das erste mal in der Geschichte des Unternehmens habe man aktuell – auch ausgelöst durch die Corona-Krise, wie Menke erläutert – sogar extra eine Radio-Werbung für die eigene Handelskette im Südwesten gestartet. Was viele Kunden in die Läden auch zum Beispiel in Horb, Freudenstadt oder Calw lockte. Umso wichtiger, dass das Hygiene-Konzept hier von der ersten Minute an reibungslos funktioniere.

Infektionszahlen sollen durch die Öffnung nicht wieder ansteigen

Denn: "Verheerend wäre, wenn die Infektionszahlen durch die Wiedereröffnung des Handels erneut ansteigen würden", unterstreicht City-Managerin Bierig. Nicht nur Helmut Raaf sagt über die Wochen der verordneten Zwangsschließung: "Ein finanzielles Desaster!" Das man nur "leidend überstanden" habe. Es gäbe durchaus Unternehmen, ergänzt City-Managerin Bierig, die allein Dank der so schnell verfügbaren staatlichen Hilfen die Zeit der Schließung überstanden hätten. Wobei es auch in dieser "Situation, die wir uns so nicht ausgesucht haben" (Raaf), durchaus aus unternehmerischer Sicht einen Lichtblick gab – zumindest bei einigen Nagolder Geschäften: "Das Online-Geschäft läuft" – verhältnismäßig – "richtig gut", es würde, so Schuhhändler Raaf, "übermäßig stark bestellt". Und das auch nach der Wiedereröffnung des Ladengeschäfts.

Das bestätigen wiederum auch Buchhändler Mutlugöz von Zaiser und Matthias Menke von "Hosenshop-Madison" – der auch am Montag "den ganzen Tag eigenhändig Päckchen für den Shop" verpackt und versendet hätte. Chef-Service, sozusagen. Worin alle Beteiligten vor allem auch eine große Solidarität der Bevölkerung mit "ihrem" regionalen Einzelhandel in Nagold sehen.

Online-Angebote sollen weiterhin angeboten werden

Ein toller Erfolg, nicht nur für die spontan vom City-Verein während des Shutdowns realisierte Aktion "Nagold bringt’s – dein Lieferservice!". Weshalb Anna Bierig ihren Geschäftsleuten auch dringend geraten habe, diese zusätzlichen Online-Angebote auch unbedingt weiterhin anzubieten. Und eventuell sogar auszubauen. Auch wenn dies "niemals das Einkaufserlebnis in der Nagolder Innenstadt ersetzen" könnte. Aber gerade aktuell könnten sie die Besucherfrequenz in der Innenstadt noch helfen soweit zu reduzieren, dass keine neuen Infektionsrisiken entstünden. Ganz abgesehen von der Gastronomie – die ja nach wie vor immer noch geschlossen bleiben muss. Und nur die Liefer- und Abholangebote hat, um überhaupt einen Umsatz in diesen Zeiten zu realisieren.

Wie es weitergeht? "Rumsitzen will keiner", sagt die City-Managerin. Gerade auch wiederum in der Gastronomie. Lethargie oder gar Resignation habe es diesbezüglich – hier in Nagold – zu keiner Zeit gegeben. "Eher das Gegenteil": Die Situation nutzen, um mit neuen Ideen aus der Not eine Tugend zu machen. Das gelte in den kommenden Wochen um so mehr gerade auch mit Blick auf die vielen abgesagten Veranstaltungen und Events, für die vor allem ja Nagold in den letzten Jahren immer stand. Zwar gebe es hinter den Kulissen auch da "vorsichtige Anzeichen" für eine Rückführung der geltenden Restriktionen durch die Landesregierung. Aber es sei dabei bereits klar, dass es um eher kleinere Veranstaltungen mit vielleicht bis zu tausend Besuchern gehe. "Damit fallen Aktionen wie unser Mittsommer auf jeden Fall aus."

Weshalb man sich derzeit hier darauf verlege, andere alternative Aktionen im neuen Nagolder Streaming-Kanal "Nagold Plus" zu realisieren. Um dem Ruf Nagolds als Event-Metropole der Region unbedingt auch in Corona-Zeiten weiterhin gerecht zu werden.

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