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Nagold Gute Noten für das Verhalten der Schüler

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An der Zellerschule sitzen die Schüler mit großem Abstand im Klassenzimmer. Foto: Fritsch

Nagold - Vor gut einer Woche ist der Schulbetrieb wieder an den Start gegangen. Zumindest in Teilen. Die Leiter der Nagolder Schulen haben bereits erste positive Eindrücke gewonnen.

Masken tragen, Abstand halten, Hände waschen und desinfizieren. Die Sicherheitsmaßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus sind allseits bekannt. Nun mussten sich auch viele junge Menschen in der ersten Schulwoche an diese Regeln halten.

Ein normaler Alltag sieht auf dem OHG weit anders aus, als er es in der vergangenen Woche tat. Etwa 1100 Schüler werden auf dem Gymnasium unterrichtet. Doch mit nur etwa 200 Schülern der 11. und 12. Klasse, die in der ersten Woche den Unterricht besuchen durften, war die Schule vergleichsweise unbelebt.

"Es war leichter als erwartet"

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden umgesetzt, und die Schüler würden sich größtenteils daran halten. "Bisher lief alles sehr problemlos ab. Es war leichter als erwartet", teilt Ulrich Hamann, stellvertretender Schulleiter, im Gespräch unserer Zeitung mit. Wo sich die Schüler noch etwas schwer tun würden, sei die Einhaltung des Abstands in den Pausen. Bei Textaufgaben im Mathematikunterricht merke man, dass manche Schüler leichte Schwierigkeiten mit Größenverhältnissen haben, sagt Hamann scherzend zu den 1,5 Metern, die einzuhalten sind. Immer wieder müsse man appellieren. Innerhalb des Schulgebäudes werden die Abstände wiederum eingehalten. Auch die Desinfektionsspender werden vorbildlich genutzt.

Die Lehrer müssen zwischen Präsenzunterricht und digitalem Unterricht, der ebenfalls weiterlaufe, flexibel sein. Aktuell mache man sich Gedanken, "wie man das Ganze miteinander verzahnt", sagt Hamann. Lineares lernen, wodurch man Schritt für Schritt aufbauend dazulernt, sei "so gar nicht mehr möglich". Doch in Zeiten der Krisen gebe es immerhin noch positive Aspekte. Man lerne dabei andere Dinge dazu. Denn die Lehrkräfte des OHG seien nun "fit in Videokonferenzen".

CHR empfiehlt den Schülern, Masken zu tragen

Ähnlich beruhigende Worte kommen von Andreas Kuhn, Schulleiter der Christiane-Herzog-Realschule. "Bei mir kamen keine Beschwerden an. Ich gehe davon aus, dass sich die Schüler an die Regeln halten", erklärt er. Das, was er sehe, bestätige seine Annahme. Man versuche die Schüler der 9. und 10. Klasse allerdings stets an die Sicherheitsmaßnahmen zu erinnern. Was an Bushaltestellen und anderen Orten außerhalb der Schule geschehe, wisse der Schulleiter aber nicht.

Den etwa 250 Schülern – grob überschlagen – habe man "sehr stark empfohlen" Masken zu tragen. Mit finanzieller Unterstützung durch den Förderverein Netz und der Elternkasse erfolgte die Bestellung von 100 Masken bei einer Nagolder Schneiderin. Pausen und Unterrichtszeiten seien nicht zeitversetzt. Man richte sich laut Kuhn an den Bustransport. "In einer Stadt wie Stuttgart, wo alle fünf Minuten ein Bus fährt, wäre dies umsetzbar", meint er. Im "ländlichen Raum" sei dies erschwert.

Weiterhin gibt es Online-Unterricht

Was den Unterricht angeht, wurden die Schüler in Gruppen aufgeteilt und getrennt in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik unterrichtet. Die Schüler aller Klassen würden zudem weiterhin am Online-Unterricht partizipieren. Der Präsenzunterricht der vergangenen Woche sei laut Kuhn "eine ganz andere Art von Unterricht". Es sei ungewohnt, die Schüler nur zwei bis drei Tage in der Woche zu sehen. "Wir wünschen uns alle wieder ›richtig‹ zu unterrichten", sagt er. So, dass die Lehrkraft nicht dozierend unterrichten müsse, sondern auch modernere Methoden verwenden könne. Wohlwissend, dass man aktuell noch weit von diesem Wunsch entfernt sein könnte.

Auch Steffen Schneider, Konrektor der Zellerschule, hat positive Empfindungen nach der ersten Schulwoche. "Wir können sagen, dass es mit den Regeln sehr gut funktioniert", meint er. Die Schüler der 10. Klasse kamen montags, mittwochs und freitags zum Präsenzunterricht. Die Klassen wurden in drei Gruppen unterteilt. Der Unterricht habe von der ersten bis zur sechsten Stunde angedauert. Die drei Gruppen hatten in den drei Doppelstunden jeweils eine gegenseitige Anordnung der Kernfächer Mathematik, Englisch und Deutsch. Dadurch, dass eine Lehrkraft dieselbe Unterrichtseinheit dreimal gebe, sei es für diese zum Teil anstrengend.

Unterricht ruhig und angenehm

Man müsse sich laut Schneider merken, was die Schüler einer Gruppe während des Unterrichts gefragt hatten, um Unklarheiten bei der folgenden Gruppe zu vermeiden. Andererseits sei der Unterricht an sich sehr ruhig und angenehm, dadurch dass eine Klasse, die aus 29 Schülern besteht in Gruppen mit höchstens zehn Personen aufgeteilt werde. "Dadurch kann der Lehrer viel besser auf die Fragen Einzelner eingehen", erklärt Schneider. Schüler der 9. Klasse hätten gestaffelte Anfangszeiten und würden sich von der zweiten bis zur fünften Stunde an der Schule befinden.

Auch die Schüler der Zellerschule würden vereinzelt die 1,5 Meter Abstand nicht beständig einhalten. In den Schulhausgängen und in den Pausen herrsche die Maskenpflicht. Während des Unterrichts könne man diese abnehmen. Vesper solle in den Klassenzimmern gegessen werden. Auf dem Pausengelände würde es hygienetechnisch schwer sein.

Kommunikation telefonisch oder per Mail

Lehrkräfte seien stets damit beschäftigt, sich mit allen Klassen in Kontakt zu setzen. Dabei nutze man verschiedene Kanäle. Größtenteils erfolge die Kommunikation per Mail oder am Telefon. Zudem werden regelmäßig Materialpakete zum Lernen ausgegeben.

Am Berufsschulzentrum Nagold (BSZ) verlief die erste Woche laut Reinhard Maier, Schulleiter der Rolf-Benz-Schule und Sprecher für alle Schulleiter des BSZ, sehr gut. "Wir sind ausgesprochen zufrieden über das Verhalten der Schüler", sagt er. Grundregeln wurden aufgestellt. An diese halte man sich weitgehend.

"Erste Routine" bereits entstanden

Am ersten Schultag hätten viele Schüler, bei der Begrüßung untereinander, das Bedürfnis nach Nähe gehabt, da sie sich wochenlang nicht gesehen hatten, erklärt Maier. An den Eingängen waren Lehrkräfte dafür zuständig, die Schüler einzuweisen und mit dem Hygienekonzept vertraut zu machen. Die Schüler hätten sich nun daran gewöhnt, und würden sich dementsprechend angemessen verhalten. Eine "erste Routine" sei laut Maier entstanden.

Innerhalb des Schulgebäudes gelte die Maskenpflicht. Während des Unterrichts könne diese abgenommen werden. Die vielen Zugänge des Gebäudes wurden markiert und mit Desinfektionsspendern ausgestattet. Somit sollen die Schüler der Rolf-Benz-Schule, der Annemarie-Lindner-Schule (ALS) und der Kaufmännischen Schule Nagold nur die für sie gekennzeichneten Eingänge nutzen. So könne man die Schüler auftrennen.

Gemeinsam mit den farblich markierten Wegen innerhalb des Gebäudes – auch hier haben Schüler der jeweiligen Schulen gesonderte Laufwege – sorge dies für eine Entzerrung des Verkehres. Innerhalb des Gebäudes seien alle Türen aufgekeilt worden, sodass die Schüler keine Türgriffe anfassen müssen.

Situation nicht ganz unkompliziert

Dadurch, dass sich im BSZ sehr viele Schüler bewegen, sei die Situation aus organisatorischer Sicht nicht ganz unkompliziert. In der ersten Woche besuchten 220 Schüler in vier Schularten die ALS. In der Kaufmännischen Schule waren es 300 in fünf Schularten, während rund 450 Schüler in zehn Schularten die Rolf-Benz-Schule besuchten. Die meisten Klassen wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Dies fordere laut Maier die Verfügbarkeit der Kollegen und der Räumlichkeiten sehr. Innerhalb eines Raumes würden sich demnach höchstens elf Schüler aufhalten können, um den Abstand von 1,5 Metern einhalten zu können.

Nichtsdestotrotz sei ein qualifiziertes Angebot zur Prüfungsvorbereitung gewährleistet, ist sich Maier sicher. Insgesamt gelte es nämlich, die Schüler auf eine große Vielzahl verschiedener Abschlussprüfungen vorzubereiten, unterstreicht er.

Unterrichtet werden nur die Kernfächer

Der Unterricht für die anderen Klassen finde weiterhin über das Internet statt. "Das sind wir unseren Schülern schuldig", so Maier. Beim Präsenzunterricht habe man die Anfangszeiten entzerrt, sodass nicht alle Klassen ab der ersten Stunde beginnen. Auch würden die aufgeteilten Gruppen die Schule nur ein bis zwei Tage in der Woche besuchen. Unterrichtet werden nur die Kernfächer, in denen die Schüler ihre mündliche, praktische oder auch schriftliche Prüfung absolvieren müssen.

Die Pausen seien ebenfalls situationsangepasst. Die Klingel wurde abgestellt. Damit werde vermieden, dass zu viele Schüler gleichzeitig die Räume verlassen. Die Lehrkräfte können individuell entscheiden, wann die Pausen stattfinden.

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Heiko Hofmann

Fax: 07452 837333

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