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Nagold Gündringen: 1200-Jahr-Feier wird nächstes Jahr nachgeholt

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Die Trachtenkapelle zieht durch Gündringen - allerdings nicht diesen Sommer. Foto: Kunert

Nagold-Gündringen - Die Absage war erwartet worden – aber die Enttäuschung ist trotzdem sehr groß: Auch Nagolds Ortsteil Gündringen muss sein eigentlich für Juni geplantes großes Fest zur 1200-Jahr-Feier des Ortes streichen. Es soll im kommenden Jahr – voraussichtlich Mitte Juli 2021 – nachgeholt werden.

Seit Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die Honoratioren von Oberbürgermeister bis Landrat waren längst eingeladen, das Festzelt war bestellt – und die Freude der Gündringer auf ihre 1200-Jahr-Feier kannte eigentlich kaum Grenzen. Daher ist jetzt die Enttäuschung schon ziemlich groß: Wie so viele Events und große Feste allerorten, muss auch das große Dorf-Jubiläum in Gündringen komplett abgesagt werden.

"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben"

Das teilte Ortsvorsteher Markus Geißler nach Rücksprachen mit allen Beteiligten in einer E-Mail an diese Zeitung mit. Eigentlich sollte das bunte Treiben vom 19. bis 21. Juni die Besuchermassen und alle Gündringer auf den Festplatz rund um Festhalle, Festzelt und Schule locken. Offizieller Festakt, Böllerschüsse, die Gündringer Dorfmeisterschaften, die riesige Steinach-Party – und schließlich der historische Handwerkermarkt samt Ausstellung zur Ortsgeschichte hätten vor allem ein riesen Spaß für alle werden sollen. Doch – ›aufgeschoben ist nicht aufgehoben‹: Im kommenden Jahr – nach den Wünschen der Organisatoren am besten Mitte Juli – soll die große Sause in Gündringen nachgeholt werden. Auch wenn man dann eigentlich den 1201. Geburtstag des heutigen Nagolder Ortsteils feiern müsste.

Die erste urkundliche Erwähnung von Gündringen war erst 1987 im sogenannten Lorscher Codex entdeckt worden – und lautet ins heutige Deutsch übersetzt: "Ein gewisser Giselfrit schenkt an das Kloster zwei Leibeigene, den vierten Teil der dortigen Kirche, 30 Joch Ackerland und eine Wiese mit 20 Fuder Heu Ertrag im Nagoldgau im Dorf Gündringen"; im Original: "in pago Naglachgouue in uilla Gundirichinga".

820 gilt offiziell als Gründungsjahr

Die erwähnte Kirche war mutmaßlich eine Eigenkirche des Ortsherrn und stand wahrscheinlich auf dem selben Platz auf dem Bergsporn wie heute die Ölbergkapelle. Der im vergangenem Jahr verstorbene Nagolder Historiker Hans Peter Köpf, in der Fachwelt als "blitzgescheiter Spezialist bei schwierigen Datierung" gerühmt, kam nach eingehenden Untersuchungen und Abwägungen aller Möglichkeiten auf das Jahr 820 als Zeitpunkt der im Lorscher Codex genannten Schenkung – das seitdem auch offiziell als Gründungsjahr von Gündringen gilt.

Insofern ist es vielleicht verzeihlich, dass anstatt in diesem Jahr erst kommendes Jahr das große Orts-Jubiläum so richtig gefeiert werden kann. Am eigentlichen Festprogramm soll sich – nach Möglichkeit – nicht sehr viel ändern, so Ortsvorsteher Geißler. Wobei man noch nicht mit allen beteiligten Personen und Gruppen habe klären können, ob diese tatsächlich auch zum neuen Termin Zeit für eine Teilnahme am großen Festgeschehen in Gündringen hätten. Gerade der historische Markt mit der Präsentation alter Handwerkskunst von Schuster über Zimmermann bis Schmied war sehr aufwändig zu organisieren gewesen. Wie auch die Vorführungen zur historischen Landwirtschaft oder ein Treffen befreundeter Oldtimer-Liebhaber.

Sonderprägung in 999er-Feinsilber

Ein Highlight der historischen Handwerkerschau hätte auch die Firma Simm aus Renningen (Kreis Böblingen) werden sollen, die sich unter anderem aufs Schauprägen von Münzen und Medaillen spezialisiert hat. Teil ihrer öffentlichen Vorführungen ist stets ein großer, spektakulärer Fallhammer, mit dem die Besucher ihre ganz eigene Gedenkmünze zum 1200-jährigen Ortsjubiläum von Gündringen hätten prägen können. Der drei Meter hohe und rund 500 Kilo schwere Fallhammer wird nun hoffentlich auch im kommenden Jahr einer der optischen – und wenn der Hammer in Aktion tritt – auch der akustischen Höhepunkte der Handwerkerschau werden.

Bis dahin müssen nun die Gündringer und ihre Gäste warten, wenn sie sich einen der eigens für Jubiläum gestalteten, prächtigen Gündringer Gedenktaler in Zinn selber prägen lassen wollen. Eine für das Jubiläum in diesem Jahr eigens aufgesetzte Sonderprägung in 999er-Feinsilber (nummerierte Auflage, limitiert auf 300 Exemplare; Preis: je 32 Euro) ist jedoch trotzdem auch schon jetzt erhältlich, wie Ortsvorsteher Markus Geißler mitteilt. Sie kann über die Gündringer Ortsverwaltung bezogen werden. Gestaltet ist der Gündringer Gedenktaler zum 1200-jährigen Orts-Jubiläum auf der Vorderseite mit einer Abbildung des Ortswappens. Die Rückseite bildet eine schmucke Darstellung des Gündringer Ölbergs samt Kapelle und Kreuzweg.

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