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Nagold Gemeinsames Fastenbrechen

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Fastenbrechen beim Flüchtlingsheim in Nagold. Der Schwarzwald-Bildungsverein lud dazu ein. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold. Aydin Karakum rührt in einer großen Grillpfanne, damit nichts anbrennt. Der Duft des Essens steigt ihm sicher schon eine Weile in die Nase. Aber er wartet, kostet nicht. Erst nach Sonnenuntergang wird er essen. Beim Fastenbrechen.

Unabhängig von Religion

Aydin Karakum ist Vorsitzender des Nagolder Schwarzwald-Bildungsvereins. Zusammen mit etwa sechs anderen kochte er an der Flüchtlingsunterkunft in Nagold, dem Haus Waldeck. Gemeinsam mit den dortigen Bewohnern – unabhängig von Religion und Herkunft – begingen sie das Fastenbrechen.

Fasten, das bedeutet nichts essen, nichts trinken und Enthaltsamkeit. Vor Sonnenaufgang beginnt die Zeitspanne, mit dem Sonnenuntergang endet sie. Und das für insgesamt vier Wochen. Noch bis zum 15. Juni dauert die Fastenzeit an.

In dieser Zeit gehe es unter anderem um Wohltätigkeit, darum, etwas zu spenden, etwas zurückzugeben, wie Kassenwart Sevket Sasmaz erklärt. Außerdem werde im Ramadan das Fastenbrechen gemeinsam begangen. In der Türkei werde vor Moscheen Essen ausgegeben, teils würden Zelte aufgebaut. Es sei ein Erlebnis für die Menschen, so Sasmaz.

Ein Erlebnis, das der Schwarzwald-Bildungsverein kostenfrei mit den Bewohnern des Hauses Waldeck teilte. Jeder konnte vorbeikommen und sich etwas von dem pikanten Fleischgericht nach türkischer Art, der Suppe, dem Salat, Reis und Fladenbrot abholen. Zum Nachtisch gab es Baklava.

150 Portionen

Etwa 150 Portionen hatte der Verein vorbereitet. Binnen Minuten waren sie ausgegeben. Eigentlich wäre es etwas gemütlicher zugegangen, hätte man gemeinsam im Hof zwischen den beiden Gebäuden gegessen. Leider machten heftige Regenschauer und Gewitter das unmöglich.

Trotz des schlechten Wetters kamen viele Menschen heraus, brachten Teller, Schüsseln und Töpfe und ließen sich ordentlich auftun. Männer, Frauen und Kinder strahlten, tauschten ein paar höfliche Worte aus, während sie warteten.

Auch wenn ein gemeinsames Essen nicht möglich war, hatte es doch für einen Moment etwas Gemeinschaftliches, etwas Freundliches und Offenes, wie die Menschen hier zusammenkamen.

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