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Nagold Gasalarm: Krankenhaus muss improvisieren

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72 Verletzte kamen ins Nagolder Krankenhaus. Foto: Bernklau

Nagold - Unter Blaulicht erreichten 72 Schüler und Lehrer bis Mittwochmittag das Nagolder Krankenhaus: Austretendes Gas im Berufsschulzentrum sorgte für Atemwegsbeschwerden. Das medizinische Personal improvisierte ein Feldlazarett in der Cafeteria.

Am Nachmittag kurz nach 15 Uhr war vom geschäftigen Treiben im Krankenhaus um die Mittagszeit nichts mehr zu spüren: Der Eingangsbereich vermittelte eher entspannte Ruhe als gespannte Hektik. Zuvor lieferten die Rettungsdienste insgesamt 72 Schüler und Lehrer des Berufsschulzentrums ins Krankenhaus ein. Sie klagten über Atemwegsbeschwerden, Augenreizungen, Übelkeit und Erbrechen. Hubert Mörk, ärztlicher Direktor: "Das hatten wir noch nie." Doch er betonte, dass "alles unglaublich ruhig, geordnet und souverän abgelaufen ist". Etwa ein Viertel des gesamten Krankenhauspersonals sei an diesem Großeinsatz beteiligt gewesen. Dieser wirbelte den Krankenhausalltag ordentlich durcheinander: Planbare Eingriffe wurden, wenn möglich, verschoben. Patienten, die etwa einen Nachsorgetermin hatten, mussten wieder gehen. Um über den großen Andrang Herr zu werden, musste das Krankenhauspersonal improvisieren: ­"Es musste schnell eine Art Auffanglager eingerichtet werden", sagt Ingo Matheus, Pressesprecher beim Klinikverbund. Weil die Räume entsprechend groß sind, fiel die Wahl spontan auf die Cafeteria.

Dort wurden Feldbetten aufgestellt und medizinische Ausrüstung herangeschafft. Waren die Patienten in der umfunktionierten Cafeteria angekommen, ermittelten die Ärzte zuerst, wer wann welche Behandlung benötigte, um sie danach in die Notaufnahme zu verweisen. Die Symptome behandelten die Ärzte unter anderem mit Infusionen und externer Sauerstoffzufuhr.

Um das Nagolder Krankenhaus zu entlasten, wurden sechs Patienten nach Herrenberg verlegt und 13 nach Calw. Inzwischen seien sie alle wieder entlassen.

Im Krankenhaus Nagold verblieben 18 Schüler und zwei Lehrer, die stationär behandelt werden und zur Beo­bachtung über Nacht bleiben. "Wir gehen davon aus, dass wir morgen alle entlassen können", zeigte sich Mörk optimistisch. Alle übrigen Betroffenen konnten nach kurzer ambulanter Behandlung wieder nach Hause. Um sein Leben musste niemand bangen. Bleibende Schäden verursacht das Gas nicht.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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