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Nagold Gartenschau mit dem Nagolder Geist

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Klaus Birk führte bei der Gartenschau in Bad Herrenalb durch das Nagolder Programm. Unter anderem zeigte der Tanzkreis sein Können. Fotos: Fritsch Foto: Schwarzwälder-Bote

"Alle Gruppen bringen den Nagolder Geist mit", sagte Finanzbürgermeister Hagen Breitling bei der Begrüßung auf der Gartenschau in Bad Herrenalb. Dort fand am Freitag der "Nagold-Tag" statt, an dem sich viele Musik- und Tanzformationen beteiligten.

Nagold. Breitling beschwor in seinem kurzen Grußwort nicht nur den Nagolder Geist, den alle Gruppen hier verkörpern würden. Dieser Geist, also "sich mit seinen Gaben für die Stadt einzusetzen", wie es Breitling ausdrückte, habe sich sehr stark während der eigenen Landesgartenschau vor fünf Jahren entwickelt. Dort wurde auch der Begriff vom "Nagoldwetter" geprägt, einem Begriff, den der Bürgermeister auch in Bad Herrenalb wieder bemühte, als die Auftritte der verschiedensten Gruppen, von der Emminger Trachtenkapelle bis hin zur Kindertanzgruppe "Firehearts" bei herrlichsten Sommerwetter über die gut beschattete Bühne der Schweizerwiese ging – einem von drei Teilen des Gartenschaugeländes. "Die Gartenschau bringt ihre Stadt weit voran", rief er den anwesenden Zuhörern zu. So sei es in Nagold gewesen und "das wünsche ich auch der Stadt Bad Herrenalb, dass sie diesen Weg gehen". Ansonsten heiße es hier "genießen, genießen, genießen. Schauen sie sich die wunderschöne Gartenschau an und sagen sie es weiter. Sie geht noch eine Weile."

Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai hieß die "lieben Freunde aus Nagold herzlich willkommen". Nagold habe ein tolles Programm mitgebracht, sagte er. Auch wenn die Gartenschau in diesem Jahr auf Bad Herrenalber Gemarkung stattfinde, so sei sie doch eine Gartenschau für die Region, so Mai weiter. "Der Nordschwarzwald hat einiges zu bieten und das ist eine Plattform, um die Region zu präsentieren", so der Gastgeber weiter.

Noch bevor Hagen Breitling sein Grußwort sprach, trat als erste Gruppe die Emminger Trachtenkapelle auf. Angekündigt wurde sie, wie alle anderen Gruppen auf der Bühne, von Kabarettist Klaus Birk, der die Veranstaltung moderierte und mehrmals am Tag Ausschnitte seines "Best of"-Programms aufführte. Neben klassischer Blasmusik bot die Trachtenkapelle auch Hits aus den 80er-Jahren. "Blasmusik ist das Vielfältigste, was es gibt", betonte Uwe Rexer, der durch den Auftritt der Trachtenkapelle moderierte.

Nach dem Grußwort folgte eine bunte Mischung an musikalischen Programmpunkten. Viel Applaus von den etwas wenigen Zuschauern unter dem runden Zeltdach gab es auch für die Mitglieder der Rheuma-Liga, die eine Auswahl ihrer Mitmach-Tänze präsentierte. Bei der Tanzgruppe der Rheuma-Liga geht es nicht um Perfektion, sondern darum, immer in Bewegung zu bleiben. "Bewegung ist Leben", lautet das Motto und alle Mittänzerinnen machen so gut mit, wie sie können. Beim Publikum kam das so gut an, dass sie die Tänzerinnen nicht ohne Zugabe von der Bühne ließen.

Auch abseits der Bühne war Nagold auf dem Gartenschau-Gelände präsent – zum einen mit Informationen über die Stadt seitens der Stadtverwaltung im Landkreis-Pavillon, andererseits mit der viel beachteten Blindenführhunde-Vorführung der Aktiven Selbsthilfegruppe Miteinander (ASM). Kurt Brei und sein noch junger, neuer Hund Lando, einem "Labradoodle" zeigten, was so ein 30 000 Euro teurer Blindenführhund alles leisten muss. "Das ist die höchste Ausbildung, die ein Hund erhalten kann", sagte Brei bei der Vorführung. 40 Begriffe wie Treppe, Ampel, Schalter oder Briefkasten lernt der Hund in seiner sechs- bis achtmonatigen Ausbildung kennen, damit Blinde "mit vier Pfoten sehen" können, erfuhren die Zuschauer bei den vier Vorführungen, die im Lauf des Tages stattfanden.

"Die Schwaben arbeiten morgens und kommen erst nachmittags"

Zurück bei der Bühne stand der Auftritt der Stadtkapelle Nagold auf dem Programm. Auch hier kamen nur wenig Zuschauer unter das luftige Zeltdach. Das lag aber nicht an der Leistung der Stadtkapelle, sondern am allgemein noch nicht so starken Zuschauerzuspruch. "Die Schwaben arbeiten morgens und kommen erst nachmittags", hatte der Bad Herrenalber Bürgermeister schon bei der Begrüßung gesagt. Eine Vermutung, die sich dann am Nachmittag bestätigte.

Auch Klaus Birk ist von vielen anderen Gartenschau-Auftritten etwas mehr Publikum gewöhnt. Es lag sicher nicht am VfB-Schal, auch wenn er anmerkte, dass das hier in der Gegend nahe Baden "schon gefährlich ist". Dennoch, sein "Best of"-Programm kam bei den Anwesenden sehr gut an, in dem er sich vor allem über "seinen" VfB und die Landeshauptstadt Stuttgart mit all ihren Marotten (die "Hauptstadt der aussterbenden Tiere") ausließ. Spontan nahm er aber auch die beiden Damen aufs Korn, die sich kurz nach Beginn seines Programms mit einem leckeren, kühlen Eis unter die Zuschauer mischten. "Sie schlotzed jetzt Eis ond i kann ihnen da zugucken", sagte der auf der Bühne schwitzende Kabarettist augenzwinkernd, bevor er sich wieder dem VfB in seiner Auf-, aber auch seiner Abstiegssaison zuwandte ("Du brauchsch drei Trainer, einer allein kann gar net so lang so schlecht sein"). Zudem wies er auf ein ganz besonders schwäbisches Problem des Feinstaubs hin, den jeder im Stuttgarter Kessel zuhauf einatmet: "Du verstaubsch von innen – wie machsch du denn do Kehrwoch‘ ?"

Am Nachmittag des heißen Tages zeigte sich dann der Vorteil der vielen schattigen Sitzplätze. Immer mehr Besucher nahmen sich eine kleine Pause zum Abkühlen und kamen in das Vergnügen weiterer Darbietungen von Nagolder Gruppen. Die Standard-Formation des Tanzkreises Nagold trat ebenso auf wie die Gruppe "Saltango" mit ihren Tango- und Salsa-Tänzen. Den musikalischen Abschluss machte dann Street Dance mit der Gruppe "Quiet Storm", bevor noch einmal Klaus Birk den Nagold-Tag auf der Gartenschau beschloss.

Helena Österle, die den Tag bei der Stadtverwaltung Nagold organisierte, zog ein zufriedenes Fazit. Sie hatte viele Vereine angeschrieben und freute sich, dass sich viele Gruppen meldeten und auch alle einen Platz im Bühnenprogramm fanden. "Die Bühne ist den ganzen Tag bespielt mit einer guten Mischung aus Musik und Tanz", sagte sie. Auch Breitling, der fast bis zum Ende anwesend war, war zufrieden, auch wenn er sich natürlich für den einen oder anderen Programmpunkt etwas mehr Zuschauer gewünscht hätte.

"Die Gartenschau ist gut in die Stadt integriert"

Und wie hat es den Nagolder gefallen? Die Emminger waren die ersten, die mit ihrem Programm fertig waren. Sie hatten am meisten Zeit, sich das Gelände anzusehen. Lob gab es dabei vor allem für das wunderschöne Klostergelände. "Die Gartenschau ist gut in die Stadt integriert", war da zu hören, bevor sich die jungen Damen einen sonnigen Platz auf der Liegewiese suchten. Anforderung: Das Gesicht im Schatten, der Rest in der Sonne.

So genossen also alle, Akteure wie Besucher einen wunderschönen Sommertag in Bad Herrenalb. Gut, alle vielleicht bis auf einen: Das Nagolder Gartenschau-Maskottchen "Nagoldi" war auf dem gesamten Gelände unterwegs und der Star vor allem bei den kleinen Besuchern. Er, beziehungsweise die Nagoldi-Darstellerin, die unter dem dicken Kostüm schwer am Schwitzen war, dürfte vielleicht die einzige gewesen sein, die sich nicht unbedingt das allerschönste Nagoldwetter gewünscht hatte.

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