Einen geschichtsträchtigen Gegenstand wählte sich der Verein für Heimatgeschichte zum Logo: den römischen Gesichtshelm, der einst bei Pfrondorf gefunden wurde. Unser Foto zeigt die Replik aus dem Rathaus. Foto: Hofmann Foto: Schwarzwälder Bote

Jahresprogramm 2021: Verein für Heimatgeschichte Nagold plant Aktionen

Nagold. Sollte im Verlaufe des Jahres eine ausreichende Normalität eintreten und entsprechende Aktivitäten für Vereine wieder möglich werden, dann will der Nagolder Verein für Heimatgeschichte darauf vorbereitet sein. Deshalb ist das im vorigen Jahr wegen der Pandemie komplett ausgefallene Programm mit Abstrichen auf das Jahr 2021 übernommen worden. Termine mit den Institutionen vor Ort, die Ziele von Exkursionen sind, wurden vereinbart.

Die im März angesetzte, doppelte Mitgliederversammlung für die Jahre 2020 und 2021 muss aber wegen des Lockdowns bereits jetzt wieder verschoben werden. Die nach Vereinsrecht vorgeschriebenen, jährlichen Versammlungen sollen kompakt am Donnerstag, 24. Juni, im Kubus abgehalten werden. Wie es schon seit vielen Jahren beim Verein Tradition ist, wird im Anschluss an die Versammlung ein attraktiver Vortrag angeboten mit dem Thema "Das benediktinische Mönchskloster Hirsau – seine Gründung und Bedeutung und sein verändertes Gesicht nach der Reformation". Referentin des öffentlichen Vortrags ist die freie Architektin Brigitte Bernert aus Bad Liebenzell. Das Kloster überdauerte bis zu seiner Zerstörung acht Jahrhunderte und ist auch als Ruine bis heute Quelle wissenschaftlicher Forschung.

Tagesausflug auf die Bodensee-Halbinsel Höri

Die erste Ausfahrt des Jahres soll am 24. April in die Nachbarstadt Wildberg führen. Die Stadt ist mit Nagolder Geschichte über das Adelsgeschlecht der Hohenberger im 13. und 14. Jahrhundert eng verbunden. Ein geführter Rundgang durch die Oberstadt mit Besichtigung der Martinskirche und der Besuch des Stadtmuseums im alten Fruchtkasten des ehemaligen Dominikanerinnen-Klosters Reuthin bringen den Besuchern die Geschichte der Schäferlaufstadt näher.

Ein Tagesausflug auf die Bodensee-Halbinsel Höri am 17. Juni führt in die Ortschaften Gaienhofen und Hemmenhofen, wo vormals zwei namhafte deutsche Künstler, der spätere Literatur-Nobelpreisträger Hermann Hesse und der in den 20er-Jahren führende Vertreter der Neuen Sachlichkeit, der Maler Otto Dix, ihre Wohnhäuser als Rückzugsorte gebaut haben. Auf den Führungen werden die Künstlerpersönlichkeiten und deren Privatwelten näher gebracht. Die nächste Exkursion führt am 29. Juni nach Hirsau, wo die Architektin Brigitte Bernert, aufbauend auf ihren Vortrag im Kubus, die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise durch die "drei benediktinischen Klöster Hirsaus" und ihre wechselvolle Geschichte nimmt. Kunsthistorische Aspekte und die verschiedenen Baustile gewähren Einblicke in das Weltbild der Zeit vom 9. bis 11. Jahrhundert.

Im August beteiligt sich der Verein wie alle Jahre am Sommerferienprogramm mit einer "Erlebnisstadtführung für Kinder" im Alter von 8 bis 12 Jahren mit der Vereinsvorsitzenden Judith Bruckner.

Dem Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, gilt die besondere Aufmerksamkeit des Vereins. Der Tag steht unter dem Motto "Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege".

Am Samstag, 18. September, besucht der Verein die Stadt Schwäbisch Gmünd, die sich stolz älteste Stauferstadt nennt, liegt sie doch in der Nähe der Stammburg des mächtigen schwäbischen Adelsgeschlechts der Staufer mit den berühmten Kaisern des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation Friedrich I., genannt Barbarossa, und Friedrich II., dessen Reich bis nach Sizilien ausgedehnt war.

Zur mittlerweile 18. Eisenbahnnostalgieexkursion lädt die Interessengruppe "Altensteigerle" die Freunde alter Eisenbahnen am Sonntag, 26. September, ein. Mit der Bahn geht es zu den Trossinger Eisenbahnfreunden, wo auch der älteste noch betriebene Elektrozug zu erleben ist.

Die Realisierung des Programms bleibt weiterhin abhängig von der Entwicklung der Pandemie mit deren Unwägbarkeiten. Änderungen werden vom Verein rechtzeitig bekannt gemacht. Siehe auch www.geschichtsverein-nagold.de.

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