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Nagold "Fridays for Future": Klima-Protest noch keine Massebewegung

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Der Demonstrationszug schlängelte sich durch die Innenstadt in Richtung Kleb. Fotos: Fritsch Foto: Fritsch

Nagold - "Die Resonanz ist ganz gut heute", konstatiert Florian Stare vom Nagolder Ableger der "Fridays for Future"-Bewegung angesichts der 250, vielleicht 300 Aktivisten an diesem Freitagmittag im Kleb. Eine Seniorin der "Oldies for Future" zeigt sich da schon eher enttäuscht, dass es nicht die Menschenmassen hier sind. "Aber vielleicht ist das ja auch erst der Beginn."

Weltweit sind die Menschen – vor allem natürlich die "Fridays for Future"-Schüler – am Freitag für ihre Bewegung auf der Straßen. Einen globalen "Klima-Streik" soll es geben. Auch in Nagold wollen die Aktivisten für zumindest zwei Minuten "die Zeit anhalten" – und dafür den Betrieb in der Innenstadt um Punkt 12.30 Uhr zum Erliegen bringen.

Siehe auch: Live-Blog zu den Klima-Streiks in der Region

Die Kirchenglocken läuten – von altersher ein besonderes Alarmzeichen hierzulande. "44 Geschäfte, zwölf Restaurants und vier Friseure" (Zitat Uli Hartmann, Oldies For Future) würden in den folgenden zwei Minuten sich mit den Demonstranten und Aktivisten solidarisieren und gemeinsam mit diesen die Eingänge ihrer Geschäfte für den Protest blockieren. Hartmann hat selbst für diese besondere Form der Unterstützung seitens der Nagolder Geschäftswelt gesorgt, sämtliche Betriebe und Unternehmen vor drei Tagen persönlich ("mit dem Fahrrad") abgeklappert. Auch jetzt radelt er wieder durch die Innenstadt, um zu sehen, ob auch alles wie geplant läuft. Das Engagement aller Beteiligten ist groß – aber wirklich zum Erliegen bringen sie das Nagolder Leben auch für diese symbolischen zwei Minuten nicht.

Aber wahrscheinlich hatte die Seniorin vorhin wirklich recht: Es ist ein Beginn. Ein Anfang. "Imagine" singt Uli Hartmann zum Auftakt der zentralen Kundgebung im Kleb. "Imagine – Stell dir vor, Fridays for Future hätte eine großartige Wirkung!" – Hartmann hat den berühmten Song von John Lennon umgedichtet, ihn zu einer kleinen Hoffnungs-Hymne für die Klima-Bewegung umgeformt. Die kann diese besondere Form der Fürsprache gebrauchen, auch und gerade hier in Nagold – wie Florian Stare in einem Hintergrundgespräch erläutert – bevor er gleich selbst ans Rednerpult tritt.

"Ja, es gibt auch Widerstand gegen unsere Aktionen", berichtet der 20jährige – der selbst im vergangenem Jahr sein Abitur gemacht hat – und damit gar kein Schüler mehr ist. An den Schulen in der Stadt, so seine Informationen, gebe es große Vorbehalte gegen die Schülerstreiks als Form des politischen Protestes der Jugend. Eine Unterstützung für diesen großen Aktionstag von dort – größtenteils Fehlanzeige. "Eher das Gegenteil" sei der Fall.

Ulrich Mansfeld von den OFFs greift in seiner Ansprache zu den Klima-Protesten dieses Thema auf, appelliert vorsichtig an die Jugend, doch auch über andere, weniger kontroverse Protestformen und -zeiten nachzudenken. Damit sich auch Schulleitungen und Lehrerkollegien der Bewegung guten Gewissens anschließen könnten. Als Teil einer "große Koalition" aller gesellschaftlich relevanten Kräfte. Denn zur Sinnhaftigkeit der von der Jugend losgetretenen Klima-Protesten gebe es ja längst einen breiten, gesellschaftlich Konsens. Was sich allein die junge Generation als großen Erfolg auf die Fahnen schreiben könnten. "Ihr habt das Heft in die Hand genommen", lobt Mansfeld. "Wir haben 60 Jahre nichts getan" – obwohl man es seit den 1960er-Jahren und den Warnungen des Club of Rome vor Klimawandel und Ressourcen-Verbrauch hätte besser wissen müssen.

Was Mansfeld damit meint, dokumentiert Florian Stare in seiner Ansprache an die Protestler. "Der Kampf gegen den Klimawandel ist ein Kampf" – und der könne nunmal nicht bequem sein. Aber auch Stare sieht, dass es "eine ganzheitliche Lösung" für die damit verbundenen Herausforderungen brauche. Was nicht leicht sei, weil "das auch Verzicht" bedeute. Was aber auch nur dann funktioniere, wenn eben auch "alle" sich in ihrem persönlich Umfeld der Bewegung durch aktive Verhaltensänderungen anschließen würden.

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