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Nagold Frauenarzt engagiert sich in China

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Foto: privat

Nagold - Seit 2003 engagiert sich der Nagolder Gynäkologe Wolfgang Henne für den medizinischen Fortschritt in der dritten Welt oder den Schwellenländern. Nach seinen Einsätzen in Mauretanien führte seine jüngste Reise nach China, um dort die Behandlungsmethoden in der Frauenheilkunde zu verbessern.

Durch sein langjähriges Engagement bei den "Helfenden Händen" kam es zu einem Kontakt mit dem Senior-Experten-Service, einer Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit mit Sitz in Bonn, die ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte in 160 Länder entsendet.

Beeindruckt von der Freundlichkeit

"Nach einer erneuten Anforderung konnte ich nicht widerstehen", erklärt Wolfgang Henne, der sich im November nach einem Vorbereitungsseminar auf die lange Reise nach Hepu County im Südosten der Volksrepublik China an der früheren Seidenstraße machte. Nach einer 26-stündigen Reise über Frankfurt und Peking kam er im einstigen "Reich der Mitte" an, um im Beihai Health School Affiliated Hospital, einem Krankenhaus mit alleine 120 Betten nur in der geburtshilflichen-gynäkologischen und kindergesundheitlichen Abteilung, zu arbeiten und zu beraten. "Bei hochsommerlichen Temperaturen von 30 Grad, einer Zeitverschiebung von sieben Stunden und der Verständigung ausschließlich auf Englisch über eine chinesische Dolmetscherin war das schon eine Herausforderung", so Wolfgang Henne, der hier überhaupt der erste deutsche Arzt war. Beeindruckt war er jedoch von Anfang an von der chinesischen Freundlichkeit, die sich wie ein roter Faden durch seinen Aufenthalt zog. So wurde er mit eigens angefertigten Plakaten beim Betreten des Krankenhauses empfangen.

Ziel vieler Krankenhäuser in China ist es, durch solche Einsätze auch eine Standortbestimmung zu erhalten. Man möchte wissen, wie man im Vergleich mit Deutschland oder dem Westen überhaupt dasteht – und wo die Unterschiede liegen. Viele Probleme im chinesischen Gesundheitssystem hängen mit der Privatisierung von Krankenhäusern zusammen, und dem hohen Eigenanteil, den die Patienten entrichten müssen.

Wie Wolfgang Henne schnell feststellte, befinden sich die chinesischen Kollegen im operativen Bereich auf einem hohen Niveau und verfügen über eine in etwa gleichwertige Ausstattung mit deutschen Fabrikaten.

Bei einer Präsentation mit einer Simultanübersetzung konnte der Nagolder Facharzt allerdings die medikamentöse Behandlung von Myomen darstellen – die so manche Operation erübrigt oder vereinfacht. Wie Wolfgang Henne anmerkt, sind Myome in China wie in Afrika deutlich häufiger als in Europa.

Bei den täglichen Sprechstunden spielten vor allem unerfüllte Kinderwünsche eine große Rolle, nachdem die Ein-Kind-Ehe nicht mehr die Regel ist. Probleme sind aber entzündliche Gebärmutter- und Eileiterveränderungen sowie auch Zyklusstörungen – und zudem hat Wolfgang Henne den Eindruck, dass durch die Nähe zum Pazifik auch Umweltveränderungen in der Nahrungskette negative Einflüsse haben.

Wissbegierige Hebammen

Sehr wissbegierig zeigten sich die chinesischen Hebammen bezüglich der Anwendung der Zange und des Vakuums bei Entbindungen – und wie auch in westlichen Ländern ist die Rate an Kaiserschnitten sehr hoch.

Die behandlungsfreie Zeit nutzte Wolfgang Henne dafür, die Städte Beihai und Hepu am Ende der Seidenstraße ebenso kennenzulernen wie die anfänglich ungewohnte Esskultur. Vor seiner Abreise wurde von Seiten der Krankenhausleitung der Wunsch auf ein baldiges Wiedersehen und nach einer Partnerschaft mit einem deutschen Krankenhaus geäußert. Und so kann Wolfgang Henne sich gut vorstellen, dass er 2019 eine erneute Reise nach China unternimmt. "Ich kenne mich ja jetzt aus", so Henne, der sich gut vorstellen kann, dass dann beispielsweise die Anwendung von Zange und Vakuum bei der Geburt eine praktische Anwendung finden könnte. Geplant sind ebenfalls Inkontinenzoperationen, für die Wolfgang Henne bereits das nötige Material auf Spendenbasis sammelt.

Der Senior Experten Service (SES) – die Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit – ist die führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand oder einer beruflichen Auszeit. In diesem Jahr wurde der Expertenkreis auf jüngere Teilnehmer ab 30 Jahren erweitert, um den technischen Fortschritt gerade im operativen Bereich zu berücksichtigen.

Die gemeinnützige Gesellschaft leistet seit 1983 weltweit Hilfe zur Selbsthilfe. Rund 12 000 Expertinnen und Experten unterstützen vor allem kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Institutionen und Verwaltungen sowie Einrichtungen der Schul- und Berufsbildung. SES-Einsätze finden in erster Linie in Entwicklungs- und Schwellenländern statt. Seit 1983 hat der SES über 45 000 Einsätze in mehr als 160 Ländern durchgeführt.

Träger des SES sind die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft: der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Finanzielle Unterstützung für seine Aktivitäten im Ausland erhält der SES vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Engagement des SES für Auszubildende in Deutschland.

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